Köpfe der Mobilbranche: Verena Pausder von Fox & Sheep.

von Kay Ulrike Treiß am 17.September 2018 in Fragebögen, News

„Kinder zunächst spielerisch und achtsam an die die digitale Welt heranzuführen und ihnen das Rüstzeug für unsere digitalisierte Welt mitzugeben, empfinde ich als sehr sinnstiftend“, sagt Verena Pausder, Gründerin und Geschäftsführerin von Fox & Sheep.  Die dreifache Mutter entwickelt mit ihrer Firma weltweit bekannte Apps, darunter die Bestseller „Schlaf gut!“, „Kleine Bauarbeiter“ oder „Streichelzoo“. 2015 ist der Spielwarenhersteller HABA als Mehrheitseigner bei Fox & Sheep eingestiegen. Ein Jahr später eröffnete Verena Pausder die erste HABA Digitalwerkstatt in Berlin. Hier lernen Kinder zwischen 6 und 12 Jahren wichtige Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien. Inzwischen gibt es die Digitalwerkstatt deutschlandweit an 7 Standorten. Verena Pausder ist zudem auch Mit-Initiatorin der Initiative Startup Teens und im Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier tätig. Im Fragebogen von mobilbranche.de verrät sie, in welcher Hinsicht Deutschland „ein Entwicklungsland“ ist und worauf sie „noch viele, viele Jahre Lust“ hat.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Nokia 6310i (Bild: Martinz6492 / Wikipedia)

Verena Pausder: Ein Nokia 6310i, das habe ich geliebt.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Verena Pausder: Privat fühle ich mich in der Welt von iOS wohler. Hard- und Software stammen aus einer Hand, ich empfinde die Bedienung als angenehm und intuitiv. Das ist aber eine individuelle Entscheidung. Es stehen jeweils unterschiedliche Konzepte hinter den Betriebssystemen, insofern würde ich nicht in besser oder schlechter unterteilen. Android ist flexibler und läuft als offenes System auf den Geräten verschiedenster Hersteller, so dass die Anschaffungskosten in der Regel niedriger sind.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Verena Pausder: WhatsApp, Slack und Instagram. Damit bin ich jederzeit mit meiner Familie und meinen Freunden, meinem Team sowie der Welt da draußen verbunden.

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Verena Pausder: Ich fand die Kampagne „I am Europe – Together we are stronger„, die für die Errungenschaften der Europäischen Union wirbt, richtig gut. Ich habe selbst mitgemacht. Einfach ein Foto hochladen und mit der Europaflagge als Filter Solidarität und Zusammenhalt bekunden.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Verena Pausder: Ich erinnere mich nicht an eine bestimmte Anzeige, habe aber nichts übrig für überladene, schrille oder aggressive Ads. Auch Anzeigen, die stumpf Klischees abbilden, finde ich schlecht. Am meisten ärgere ich mich aber über Kampagnen, die zwar Kommunikation und Interaktion suggerieren, letztlich aber nur einseitig Botschaften aussenden.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Verena Pausder: Mich inspirieren Unternehmen und Menschen, die authentisch im Dialog und Austausch mit ihren Nutzern stehen. Magdalena Rogl von Microsoft, Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert von Edition F, Franzi Hardenberg oder Diana zur Löwen gehören für mich dazu. Wegweisend finde ich auch Christoph Niemann, der nicht nur ein großartiger Illustrator ist, sondern beispielsweise für den New Yorker ein Cover in 3D gestaltet hat und unglaublich kreative und tolle Posts bei Instagram macht.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Verena Pausder: Ehrlich gesagt: genau so, wie er ist: „Meine Tochter entwickelt hochwertige Apps für Kinder im Vorschulalter und bringt in Digitalwerkstätten Grundschulkindern das Programmieren und Robotics bei.“ Sie ist ganz nah dran an den technischen Entwicklungen und interessiert sich sehr für das, was ich tue. Manchmal hat sie schon etwas von mir online gelesen, bevor ich es gesehen habe.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Verena Pausder: Mein Job ist für mich Berufung, definitiv. Kinder mit unseren Apps von Fox & Sheep zunächst spielerisch und achtsam an die die digitale Welt heranzuführen, um sie dann in unseren HABA Digitalwerkstätten hinter die Benutzeroberfläche schauen zu lassen und ihnen das Rüstzeug für unsere digitalisierte Welt mitzugeben, empfinde ich als sehr sinnstiftend. Darauf habe ich noch viele, viele Jahre Lust.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Verena Pausder: Ich kann es nicht erwarten, keine Karten und kein Bargeld mehr zu haben, sondern alles mit dem Handy zu bezahlen. Insofern ärgert es mich, dass Deutschland in dieser Hinsicht so ein Entwicklungsland ist.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Verena Pausder: Neben Mobile Payment dürfte es für mich bei Behördengängen, in der Verwaltung und im Gesundheitssystem noch deutlich mobiler zugehen. Vieles könnte dadurch vereinfacht und beschleunigt werden. Auch im Bereich Dienstleistung und Handwerk sehe ich noch Potential, zum Beispiel bei Liefer-, Wartungs- oder Installationsterminen.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Verena Pausder: Die Sprachsteuerung wird sich in immer mehr Lebensbereichen durchsetzen, denn die Kommunikation funktioniert nicht nur schnell und intuitiv, sondern auch Hands-free. Meine Söhne fragen schon jetzt Siri oder Alexa, wenn sie etwas wissen möchten. Und ich schicke fast ausschließlich Sprachnachrichten und keinen Text.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie „Köpfe der Mobilbranche“:


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