Köpfe der Mobilbranche: Panos Meyer von Cellular.

von Kay Ulrike Treiß am 23.August 2018 in Fragebögen, News

Für den neuen Geschäftsführer der Digital-Agentur Cellular ist Twitter „wichtigster und schnellster Informations- und Kommunikationskanal. Hier nutze ich sowohl die Tweets als auch die Direktmessaging-Funktion sehr extensiv“, sagt Panos Meyer. Kein Wunder: bevor er zu Cellular kam, beriet er als Senior Account Executive für Twitter Unternehmen, wie sie besser kommunizieren können. Meyer gründete außerdem die Reise-App Flying und verkaufte sie erfolgreich. Zuvor operierte er als Geschäftsführer von golf.de und der Sporthouse.de AG. In unserem Fragebogen gibt er ganz private Einblicke, z.B. dass er auf „Gangsterrap“ steht und warum seine Mutter „halt die beste Mama der Welt“ ist.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Siemens S25 (Bild: Jojhnjoy/Wikipedia)

Panos Meyer: Siemens S25. Ich habe damals ein Praktikum bei Viag Interkom (Heute O2) gemacht. Hab dieses Handy als Prototyp nutzen dürfen und war 1999 damit unsterblich.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Panos Meyer: Ein besser oder schlechter finde ich bei dieser Frage schwierig. Aus meiner Sicht sind es unterschiedliche Konzepte und Ansätze. Beides hat seine Berechtigung. Ich nutze beide Betriebssysteme in unterschiedlichen Kontexten. Grundsätzlich fühle ich mich in der iOS-Welt aber wohler.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Panos Meyer: Twitter als mein wichtigster und schnellster Informations- und Kommunikationskanal. Hier nutze ich sowohl die Tweets als auch die Direktmessaging-Funktion sehr extensiv. Mail als ein weiteres sehr wichtiges Kommunikationsmittel und natürlich Spotify, um deutschen Gangsterrap zu hören. Ja, ich stehe dazu. 🙂

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Panos Meyer: Ich erinnere mich an eine sog. „RestartAHeart“. Dahinter steckte das Rote Kreuz aus England. Es ging darum, mehr Bewusstsein für das Thema Herzinfarkt herzustellen. Durch einen einfach „like“ auf einen Tweet gab es einen Autoreply in Echtzeit mit der Information, ob man statistisch gesehen gerade einen Herzinfarkt aufgrund eines geschulten Ersthelfers überlebt hätte oder nicht. Eine sehr emotionale Kampagne, die sehr klug mit der Plattform spielte.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Panos Meyer: Da gibt es eine Vielzahl von Beispielen. Als letztes erinnere ich mich an einen Hersteller von Telefonanlagen, der mit einer Blondine mit sehr großen Brüsten warb und hier alle Klischees einer Sekretärin nutzte, die es gibt. Insgesamt stören mich aber meist Kampagnen, die auf Interaktionen ausgerichtet sind, bei denen die Marken dann aber nicht interagieren (Lufthansa, Die Bahn aber auch Volkswagen sind hier Beispiele von Marken, die noch Potential haben).

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Panos Meyer: Eigentlich nicht. Ich bewundere Nutzer, die neue Plattformen schnell adaptieren, und egal, ob Instagram Stories oder Snapchat, direkt guten Content produzieren. Vielleicht ist Thomas Knüwer so jemand. Paul Ronzheimer hat mich auch oft beeindruckt. Seine Periscope-Reportagen finde ich außergewöhnlich.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Panos Meyer: Geschäftsführer der Digitalagentur Cellular. Meine Mutter ist technisch voll auf der Höhe und bekommt teilweise sehr relevante Tweets viel früher als ich mit. „Das steht doch auf Twitter“ ist ein Klassiker in unseren Telefongesprächen. Ist halt die beste Mama der Welt ❤

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Panos Meyer: Absolute Berufung und Leidenschaft. Es gibt immer mal Dinge, auf die man keine Lust hat, aber ich habe in meinem Studium sieben Praktika gemacht und habe parallel immer gearbeitet. Das prägt und härtet ab. Umso mehr freue ich mich über meine erarbeitete, unternehmerische Freiheit.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Panos Meyer: Mich nervt es wahnsinnig, dass wir es nicht schon seit vielen, vielen Jahren selbstverständlich nutzen. Ich brauche kein Bargeld und Karten sowieso nicht. Beides verliere ich gern, wobei wir wieder bei meiner Mutter sind: „Du hast schon wieder Dein Portemonnaie verloren, hab ich auf Twitter gelesen.“

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Panos Meyer: Ich sehe großes Entwicklungspotential im Bereich Health (Termine, Therapien, Rezepte etc.); alles, was mit Behörden zu tun hat (der klassische Gang zum Amt) und alle Bereiche, wo es um das Lösen komplexer Konsumprobleme geht (z.B. Einrichtung, Reparaturen und ähnliches).

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Panos Meyer: Apps rücken in den Hintergrund. Betriebssysteme schieben sich zwischen den Nutzer und die Marke. Sowohl auf dem visuellen User Interface, als auch via Voice. Somit wird es noch wichtiger, echte Mehrwerte zu liefern. Ich gehe von einem starken Wachstum des „In-Ear“ Interfaces aus. Airpods sind für mich die Basis eines völlig neuen mobilen Interfaces. Voice + Visual Voice sind für mich weitere sehr relevante Themen der nächsten Jahre.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!


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