Gesundheits-Apps bald auf Rezept.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, nachdem Ärzte künftig Gesundheits-Apps für das Smartphone genauso verschreiben können sollen, wie Arznei- oder Hilfsmittel. Für die Versicherten wird darin ein Leistungsanspruch auf digitale Gesundheitsanwendungen geschaffen. Gedacht wird dabei zum Beispiel an Tagebuch-Apps für Diabetiker oder Bluthochdruck-Patienten oder digitale Begleitungen für psychisch Kranke. Gescheitert ist dies bisher oft an einer Zulassung der Apps. Deshalb sollen Anbieter ihre Apps künftig beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anmelden. Dort werden sie auf Sicherheit, Datenschutz, Transparenz und Nutzerfreundlichkeit geprüft. Das Gesetzesvorhaben sieht auch Erleichterungen für die Entwicklung der Telemedizin sowie weniger Papierkram für die Ärzte vor.

Gerade im Markt der Gesundheits-Apps tut sich eine Menge, wie wir schon an der einen oder anderen Stelle berichtet haben. Anfang des Jahres sagte CEO Tim Cook, dass Apples „größter Beitrag zur Menschheit“ mit der Gesundheit zusammenhängen wird. EKG und Blutdruck können mit der Apple Watch überwacht werden, die Luftqualität und Blutzucker mit dem iPhone und die AirPods könnten wie Hörgeräte eingesetzt werden. Der neueste Plan sieht vor, dass Apple unsere Gesundheit auch noch im Bett überwachen will. Einige Krankenkassen arbeiten auch schon mit Symptom-Checker Apps wie „Ada Health“ zusammen. Auch über eine Intim-Arzte App und die Dr.-von-Hirschhausen-Diät-App hatten wir schon berichtet.

Ein Drittel der 14- bis 34-Jährigen nutzen Gesundheits-Apps häufig

Nach der Studie „Zukunft Gesundheit“ der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ nutzen knapp ein Drittel der 14- bis 34-Jährigen Gesundheits-Apps bereits ständig oder häufig. Am beliebtesten sind Apps aus dem Bereich Bewegung: 69 Prozent aller Befragten, die Gesundheits-Apps nutzen, verwenden solche Programme. Sie zählen etwa die Anzahl der zurückgelegten Schritte oder zeichnen die Jogging-Route elektronisch nach. An zweiter Stelle mit 54 Prozent folgen Apps aus dem Bereich Ernährung. Das können etwa Rezeptsammlungen sein, aber auch das Ernährungstagebuch oder Programme zum Abnehmen.

Aber auch bei ernsthaften Erkrankungen gibt es immer mehr Apps, die helfen oder die Diagnose begleiten können. Die Demenz-App Delta, ein Projekt von ki elements UG, einem Spin-off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, gehört dazu. Die Anwendung digitalisiert klassische neuropsychologische Testverfahren mithilfe künstlicher Intelligenz und will so den Prozess vom Verdacht bis zur Diagnose einer Erkrankung beschleunigen.

Die Reanimations.app hat einen sehr innovativen Ansatz. Sie erlaubt auch Laien eine effektive Wiederbelebung durch ein ständiges “Feedback” über die ideale Drucktiefe und Druckentlastung. Das Handy wird dabei auf die Brust des Patienten gelegt und die Herzmassage auf dem Handy durchgeführt. Über die Sensoren des Handys wird die Frequenz, die Drucktiefe und die Entlastung des Brustkorbes gemessen. Bei allen Tests haben die Test-Telefone (iPhone SE, 6, 6S, 8, XR) die Herzmassage problemlos überstanden. Noch ist die Entwicklung nicht abgeschlossen, man kann sich aber auf der Webseite bereits registrieren lassen.

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