Apple weißt Vorwürfe von Spotify zurück.

Blick ins Spotify-Hauptquartier in Stockholm (PR-Bild: Spotify)

Apple hat mit einer umfangreichen Stellungnahme auf die Vorwürfe von Spotify reagiert, dass das Unternehmen aus Cupertino einen unfairen Wettbewerb betreiben würde. In der Stellungnahme kritisiert Apple zugleich Spotifys irreführende Rhetorik und erlaubt sich die eine oder andere Spitze gegen das schwedische Unternehmen.

Spotify hatte am Mittwoch eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Unter anderem geht es dabei um Gebühren für Abo-Abschlüsse innerhalb der iPhone-App und fehlende Unterstützung in der Zusammenarbeit, etwa bei Updates oder dem Zugang zur Apple-Watch.

Apple sieht das anders und nennt konkrete Zahlen. Beinahe 200 App-Updates wurden zugelassen und führten zu über 300 Millionen Downloads der Spotify-App. Offenbar trat Apple auch mehrmals an Spotify bezüglich der Unterstützung von Siri und AirPlay 2 heran, wurde aber von dort vertröstet. Spotify sei sogar die Nr. 1 App in der Kategorie Musik auf der Apple Watch. Die App sei nach dem gleichen Verfahren und der gleichen Geschwindigkeit wie andere Apps geprüft und genehmigt worden.

Außerdem betont Apple, dass 84 Prozent der Apps im App-Store kostenlos sind und natürlich auch von Apple nicht abkassiert werden. Das sei keine Diskriminierung, sondern das Prinzip der Plattform. Apple berechnet auch nichts bei Apps, die Werbeeinnahmen erzielen oder physische Waren verkaufen (etwa Lieferdienste). Nur wenn digitale Inhalte über die App direkt gekauft werden, wie bei Spotify das Abo, behält Apple einen Anteil ein.

Die Mehrheit der Spotify-Kunden nutzt laut Apple die Free-Version, womit keinerlei Provisionen anfallen. Eine weitere große Gruppe kommt durch Partnerschaften mit Mobilfunkbetreibern, wodurch im App-Store ebenfalls keine Beiträge anfallen. Somit verbleibt nur ein winziger Anteil laut Apple an Mitgliedern, für die Beiträge erhoben werden und diesen Satz will Spotify jetzt auf Null setzen.

Und nun wird der Ton in der Meldung deutlich: „Lassen Sie uns klar sagen, was das bedeutet: Apple bietet die Plattform, welche die Nutzer mit Spotify verbindet und über die die App heruntergeladen und aktualisiert werden kann. Wir unterstützen mit wichtigen Softwareentwicklungs-Tools. Und wir haben ein Zahlungssystem für In-App-Käufe aufgebaut, dem die Kunden vertrauen. Spotify möchte all diese Vorteile nutzen und 100 Prozent des Gewinns behalten. Spotify wäre ohne diese Plattform nicht so groß geworden. Nun wollen sie ihre Größe nutzen, um dieses Ökosystem für künftige App-Unternehmen zu verhindern. Wir denken, das ist falsch.“

What does that have to do with music? A lot.

So überschreibt Apple den nächsten Teil seiner Stellungnahme und teilt weiter aus.

Spotify versuche einfach, mit der Leistung anderer Geld zu verdienen. Erst in dieser Woche verklagte Spotify Musikschaffende nach einer Entscheidung des US Copyright Royalty Board, wonach Spotify seine Lizenzzahlungen erhöhen musste. Das ist aus Apples Sicht falsch und ein Rückschritt für die Musikindustrie. Apples Ansatz bestünde schon immer darin, den Kuchen zu vergrößern. „Das ist in unserer DNA, es ist das richtige Modell, um die nächsten großen App-Ideen zu entwickeln und letztendlich ist es besser für die Kunden.“

Das Statement endet mit einem weiteren Seitenhieb wonach man stolz auf die Arbeit sei, mit der man Spotify dabei unterstützt habe, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, das hunderte Millionen Musikliebhaber erreicht. Man wünsche weiterhin viel Erfolg – schließlich war dies der ausschlaggebende Punkt bei der Entwicklung des App Stores.

EU-Kommission nimmt Spotify-Beschwerde ernst

Unterdessen hat die Beschwerde von Spotify einen ersten Erfolg erzielt. „Wir nehmen die Beschwerde von Spotify sehr ernst“, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dem Tagesspiegel. Im Kern geht es darum, dass Apple zum einen als Plattform auftritt und zum anderen mit Apple Music selbst ein Konkurrenzprodukt zu Spotify anbietet. Durch diese doppelte Funktion könnte Apple sich unerlaubte Vorteile verschaffen, so der Vorwurf von Spotify.

Die EU-Kommission hat diese Doppelrolle von Firmen schon länger im Fokus. „Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden. So wie es Google bei seinem Preisvergleichsdienst getan hat“, sagte Vestager. „Man stellt Unternehmen Kapazitäten zur Verfügung, und dann macht man selbst Wettbewerb gegen sie. Das ist ein Muster, das wir schon kennen, und es betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich wie geht man mit Internetplattformen um?“ so die Wettbewerbskommissarin im Tagesspiegel.

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2 Antworten zu “Apple weißt Vorwürfe von Spotify zurück.”

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