Im Kampf gegen Apples Gutsherrenart: Spotify legt Beschwerde bei EU-Kommission ein.

von Florian Treiß am 13.März 2019 in App Business, News

Spotify-App auf einem iPhone (Bild: WDnet Creation / Shutterstock.com)

Genug ist genug: Der Musikstreaming-Platzhirsch Spotify aus Schweden will sich nicht länger Gefallen lassen, dass Apple seine iOS-App aus Sicht von Spotify-CEO Daniel Ek unfair behandelt. Nun hat Spotify bei der EU-Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Apple eingereicht sowie die Kampagne „Time to Play Fair“ gestartet. Damit führt Spotify nun den Kampf verschiedener App-Macher gegen die App-Entwickler-Richtlinien von Apple an, die sie für wettbewerbsschädigend halten. Im Kern geht es u.a. um die 30 Prozent Provision, die Apple auf sämtliche Umsätze einbehält, aber u.a. auch um App-Updates, die Apple laut Spotify blockiert.

In einer konzertierten Aktion veröffentlichte Daniel Ek heute einen Blogpost mit seiner Kritik an Apple, stellte die Website timetoplayfair.com mit Argumenten gegen das Verhalten von Apple ins Netz und schaltete Anzeigen gegen Apple, in der Spotify warnt, dass „die Nutzer verlieren, wenn ein Unternehmen Schiedsrichter und Spieler ist“. Damit spielt Spotify darauf an, dass Apple neben dem App Store auch den eigenen Musikstreamingdienst Apple Music betreibt.

So sieht eine der Anzeigen aus, die Spotify gegen Apple schaltet.

„Wir wissen, dass andere Unternehmen in der Branche ebenso frustriert sind“, sagte Spotify-Chefjurist Horatio Gutierrez am Mittwoch, ohne Namen zu nennen. Gemeint sein dürfte u.a. Netflix, das sich die Provision an Apple sparen will. Es sei ein klarer Interessenskonflikt, wenn ein Unternehmen gleichzeitig als Plattformbetreiber und Konkurrent agiere, so Gutierrez. Apple habe beim iOS-Start von Spotify vor zehn Jahren noch nicht verlangt, dass Spotify das Apple-Zahlungssystem nutze, doch mittlerweile sei dies seit Jahren so. Spotify bezeichnet die Provision für Apple als „Steuer“.

„Wir wollen keine Sonderbehandlung“, schrieb CEO Daniel Ek und verwies darauf, dass Fahrdienst- oder Lieferdienst-Apps keine Abgaben für die einzelnen Transaktionen in ihren jeweiligen Apps zahlen müssten. Apple wolle aber Spotify gezielt als Rivalen benachteiligen, betonte Justiziar Gutierrez.


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