Soundcloud führt noch dieses Jahr kostenpflichtiges Premium-Abo ein.

von Fritz Ramisch am 24.Juli 2015 in Mobile Media, News

shutterstock_200035358YouTube für Audio: Soundcloud will in den USA noch dieses Jahr ein seit längerem angekündigtes, kostenpflichtiges Musik-Abo einführen. Das teilt Gründer Eric Wahlforss gegenüber Spiegel Online und dem „Wall Street Journal“ mit. Die werbefreie Premium-Mitgliedschaft soll rund zehn Dollar kosten. Bisher muss auf der Musikplattform nur zahlen, wer unbegrenzt Musik hochladen will. Details zu der angekündigten Premium-Mitgliedschaft, die kommendes Jahr auch in Europa starten soll, verrät Wahlforss zwar nicht, die flächendeckende Einführung von Werbung für Gratis-Hörer ist aber die naheliegendste Option. Hörer in den USA müssen bereits seit vergangenem Jahr mit Werbepausen leben. Der Musikdienst, der vor allem durch seine bunten Musikmixe sowie Musik kleinerer Plattenlabels bekannt ist, sucht unter Hochdruck nach einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Da bei gemixter Musik oft mehrere Musikstücke miteinander vermischt werden, ist die Rechtefrage etwas komplexer als bei normalen Songs. Aus diesem Grund gestalten sich Lizenz-Verhandlungen mit Plattenlabels auch so schwierig. Soundcloud muss aber das Musikangebot auf rechtlich stabile Beine stellen, um langfristig zu planen. Mit Warner Music und BMG hat sich das schwedisch-deutsche Unternehmen bereits geeinigt. Die Verhandlungen mit anderen großen Plattenfirmen ziehen sich allerdings offenbar schon seit Monaten hin. Die Kosten für Urheberrechte drücken auch auf den Geldbeutel und die Bilanz. Der Musikdienst hat im Jahr 2013 rund 23 Mio Euro Verlust erwirtschaftet.

Soundcloud will zum YouTube für Audio werden

Mit dem Programm On Soundcloud will der Berliner Musikdienst auch Künstlern ein Erlösmodell bieten. Diese sollen künftig an Werbeeinblendungen mitverdienen. Dafür müssen aber erst einmal flächendeckende Werbung und entsprechende Werbepartner her – ein nicht ganz so einfaches Unterfangen, wie das Beispiel Spotify zeigt. Dabei muss Soundcloud den Spagat schaffen, die bislang von Werbung verschonten Nutzer nicht zu verprellen, die Künstler langsam monetär zu beteiligen und trotzdem weiter zu wachsen. Ein Drahtseilakt. Marc Wahlforss ist trotzdem zuversichtlich und glaubt, „dass wir in ein paar Jahren eine Milliarde Nutzer haben können.“ Im Unterschied zu anderen Streamingdiensten wird bei Soundcloud allerdings schon jeder User gezählt, der einen Musikstream abspielt. Soundcloud will sich seinen Platz im booomenden Streaming-Markt sichern und glaubt trotz der Konkurrenz durch Apple Music und Spotify an den Erfolg des eigenen Modells. Das Verkaufsargument ist vor allem das Gespür für neue Musiktrend: „Wer Taylor Swift hören will, geht zu Apple. Wir haben die Musik-Aficionados, die die Trends prägen“, so Wahlforss. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die eigene Community, deren Aufbau Wahlforss als einer größten Leistungen seines Unternehmens sieht. „Es wird eine Herausforderung für Apple, das nachzubauen.“ Für Soundcloud wird es allerdings eine nicht weniger große Herausforderung, der Community zu verklickern, dass sie jetzt Werbung erdulden oder zahlen muss. (Bild: shutterstock.com)

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