Deutsche Banken beteiligen sich über Gemeinschaftsunternehmen ConCardis an orderbird.

von Fritz Ramisch am 14.Oktober 2014 in Mobile Payment, News

orderbird_Kartenzahlung_annehmenAllianz gegen Pepperbill, payleven und Co.: Im Gerangel um den mPOS hat orderbird eine Kapitalspritze in Millionenhöhe erhalten. Der Anbieter eines iPad-Kassensystems für Gastronomiebetriebe hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Mio Dollar abgeschlossen – die größte Kapitalspritze in der Geschichte des 2011 gegründeten Unternehmens. Hauptinvestor ist ConCardis, ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen, das erst im August mit OptiPay einen eigenen mobilen Kartenleser für Händler auf den Markt gebracht hat und damit in direkte Konkurrenz zu Startups wie payleven, iZettle und SumUp tritt. 6 Mio Euro steuert ConCardis laut „FAZ“ dazu. Neben ConCardis haben sich auch Privat- und Altinvestoren an der Finanzierungsrunde beteiligt. Mit der Finanzierung geht auch eine enge Partnerschaft zwischen orderbird und ConCardis einher. Während orderbird von der mehr als dreißigjährigen Erfahrung eines im Handel längst etablierten Partners profitieren will, verspricht sich ConCardis von der Partnerschaft vor allem Innovation. Denn durch die Eigentümerstruktur ist es für das Gemeinschaftsunternehmen oft schwierig innovative Digitallösungen voranzutreiben. „ConCardis erhält durch orderbird Zugang zu einem Unternehmen, dessen DNA das Internet ist. Wir halten es für möglich, die Kassenlösung von orderbird gemeinsam so weiterzuentwickeln, dass wir bestimmten Händlern statt Terminals künftig Chip- und PIN-fähige mobile Kartenlesegeräte für weniger als 100 Euro anbieten können“, so ConCardis-Vorstandsmitglied Marcus W. Mosen gegenüber der „FAZ“. Mosen selbst zieht im Rahmen der Beteiligung in den Aufsichtsrat von orderbird ein. ConCardis werde Preferred Partner für Zahlungslösungen für die orderbird-Plattform. „Unsere Plattform ist aber weiterhin für alle Lösungen offen – auch von anderen Drittanbietern“, erklärt orderbird-CEO Jakob Schreyer gegenüber mobilbranche.de. „Ziel ist es, die Mobile-Payment-Lösung von ConCardis effektiv mit der Kassenlösung von orderbird zu verbinden. Dadurch können Händler und Gastronomen den neuen Anforderungen an die Zahlungsabwicklung besser und schneller gerecht werden. Denn der Point of Sale wird zum mobilen Point of Service. Diese Entwicklung werden ConCardis und orderbird künftig gemeinsam vorantreiben und ihre Kunden entsprechend beraten und bedienen“, so Marcus W. Mosen. Beide Unternehmen wollen künftig nicht nur gemeinsame Produktlösungen entwickeln, sondern auch im Marketing und Vertrieb kooperieren. Zunächst wollen beide Unternehmen ihr bestehendes Angebot an mobilen Zahlungslösungen ausweiten. Später sollen dann auch Lösungen für andere Einzelhandels- und Dienstleistungssegmente folgen. „Eine Payment-Lösung für die Kunden selbst ist hingegen nicht geplant“, stellt Marcus W. Mosen klar. Orderbird will mit Hilfe der Kapitalspritze weiter wachsen und expandieren – zunächst vor allem in Europa. „Drei Zielmärkte befinden sich momentan in der engeren Auswahl“, bestätigt Marcus W. Mosen, ohne nähere Details zu nennen.

Allein in diesem Jahr will orderbird eigenen Angaben zufolge Transaktionen im Wert von 500 Mio Euro über das iPad-Kassensystem abwickeln. Während orderbird seine Bezahllösung vor allem im Gastronomiegewerbe anbietet und Pepperbill als Wettbewerber sieht, steht ConCardis mit seiner händlerbasierten Mobile-Payment-Lösung vor allem in Konkurrenz zu SumUp, iZettle und payleven. Von der Partnerschaft versprechen sich beide Unternehmen Synergien und Vorteile in beiden Märkten. Zuletzt hatten fast alle Marktteilnehmer, allen voran SumUp, mit Millionenfinanzierungen, Partnerschaften und Expansion den Wettbewerb angeheizt. Wann und ob Amazons kürzlich vorgestellte mPOS-Lösung Local Register hierzulande an den Start geht, ist dagegen noch nicht bekannt.
„FAZ“ S.21

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