Interview mit Andreas Rührig von payfriendz: Mobile Zahlung am PoS nicht der Weißheit letzter Schluss.

von Fritz Ramisch am 27.Juni 2014 in App Business, Interviews, Mobile Payment, News

©Payfriendz_Andreas Rührig_04„Ich glaube, Mobile Payment hat viele Facetten und wird sich nicht über die Zahlung mit dem Mobilfunktelefon am PoS in die Köpfe der Leute transportieren lassen“, sagt Andreas Rührig Mitgründer der Mobile-Payment-App payfriendz. Andreas Rührig ist seit über 15 Jahren Entrepreneur und Business Angel in der Internet-, E-Commerce-, Mobil- und Finanzbranche. Er gründete, investierte und veräußerte bislang acht Startups darunter Gameloft (Frankreich IPO), Wazap (Japan, erfolgreich veräußert), Yukoono (Deutschland), Kokobuy (USA/Japan) und Payango (Deutschland). Mit payfriendz tritt Rührig und sein Team hierzulande in direkte Konkurrenz zu Apps wie lendstar. Im Sommer will payfriendz die gleichnamige App launchen, mit der Nutzer Geld in Echtzeit, kostenlos und weltweit empfangen und versenden können. Derzeit wird die Beta-Version getestet.

mobilbranche.de: Wann und was hast du das letzte mal mobil bezahlt?

Andreas Rührig: Ich habe gestern Mittag meinem Freund Christian 17,50€ für mein Mittagessen über Payfriendz geschickt.

mobilbranche.de: Was ist der Unterschied von payfriendz zu bestehenden Apps wie lendstar?

Andreas Rührig: Mittlerweile gibt es tatsächlich sehr viele weitere Apps, die im Financial-Umfeld versuchen, dem Kunden einen Mehrwert zu geben. Ohne jetzt speziell einen Vergleich mit der ein oder anderen App anzustellen, kann man die Vorteile von Payfriendz wie folgt auflisten:

Usability: Geld an einen Freund zu schicken oder anzufragen ist so einfach wie eine SMS zu schreiben
Echtzeit: Das Geld wird sofort von einem Payfriendz-Account zum anderen transferiert. Dies stellen wir sicher, da wir das Geld für den Kunden halten und nicht nur wie andere eine Brücke zwischen zwei Girokonten darstellen
International: Jeder kann bei Payfriendz mitmachen (es gibt keine Länderrestriktionen). Wir unterstützen von Anfang an drei Währungen (Euro, Pfund, Dollar) und mehrere Sprachen (Deutsch und Englisch) und weitere Währungen und Sprachen kommen zeitnah dazu (Yen, türkische Lira und auch Bitcoin).

Außerdem haben wir darauf geachtet, dass Payfriendz nicht nur einfach zu bedienen ist, sondern dass es Spaß macht.
Zum einen kann man mit allen Freunden aus dem Telefonbuch und optional auch vielen weiteren über Facebook direkt in eine Transaktion starten. Des Weiteren ist man mit dem integrierten Chat schnell erreichbar, um Erinnerungen zu verschicken, über einen Betrag in der bestimmten Höhe zu sprechen oder einfach über das richtige Geburtstagsgeschenk zu diskutieren.
Zu guter Letzt ist Payfriendz nicht nur ein System, um Geld zwischen Freunden zu verschicken. Man kann sein Geld (das man z.B. von einem Freund erhalten hat) sofort über die integrierte MasterCard online ausgeben. Diese Funktion wird in Zukunft erweitert, so dass man über sein Geld nicht nur online verfügen kann, sondern auch über die NFC Schnittstelle an allen Terminals, die diese Technologie anbieten. Als Backup wird es zudem noch eine MasterCard aus Plastik geben, mit der man dann überall bezahlen kann. Und das Gute an alldem: Solange man Geld innerhalb der gleichen Währung an Freunde schickt oder die MasterCard nutzt, um das Geld auszugeben, ist alles kostenfrei. Wir erheben nur Gebühren bei Transaktionen in andere Währungen (1%).

mobilbranche.de: Wo ist eure App überall verfügbar und was sind die nächsten Meilensteine, Pläne, die ihr mit payfriendz verfolgt?

Andreas Rührig: Payfriendz wird es im Apple App Store und bei Google Play geben und wie bereits erwähnt, gibt es keine Ländereinschränkungen.

mobilbranche.de: Der Mobile-Payment-Markt ist derzeit gehörig in Bewegung. Die verschiedenen Anbieter liefern sich einen harten Wettbewerb, Übertragungsstandards werden heiß diskutiert und doch ist die Bereitschaft mobil zu bezahlen noch verhalten. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Andreas Rührig: Zunächst befinden wir uns in Deutschland in einem Land, das im Gegensatz zu vielen anderen sehr konservativ mit diesem Thema umgeht. Wo hingegen andere, wie beispielsweise Norwegen, schon damit begonnen haben ihre Währung komplett abzuschaffen, ist hier das Verständnis für mobiles Bezahlen noch nicht wirklich ausgeprägt. Ich glaube, Mobile Payment hat viele Facetten und wird sich nicht über die Zahlung mit dem Mobilfunktelefon am PoS in die Köpfe der Leute transportieren lassen.

mobilbranche.de: Mobile Payment wird sich flächendeckend durchsetzen, wenn … (bitte vervollständige den Satz).

Andreas Rührig: … die Kunden tatsächlich sehen, dass eine der Apps ihnen einen klaren Vorteil gegenüber existierenden Bezahlmethoden bietet.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview.

Weitere spannende Interviews zum Mobile Business:


Artikel teilen

Sichern Sie sich jetzt Ihren Wissensvorsprung in Mobile Marketing und Mobile Business und abonnieren Sie die Meldungen von mobilbranche.de ganz bequem per E-Mail. Unser Newsletter erscheint täglich um 13 Uhr und ist kostenlos.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.

Facebook Kommentare:

Kommentare