E-Mail-Überweisungen per Gmail: Google Wallet kommt nach Europa.

von Fritz Ramisch am 30.Januar 2015 in App Business, Mobile Payment, News

Google Wallet goes EuropeÜber’n großen Teich: Google hat das mobile Zahlungsgeschäft längst noch nicht abgeschrieben. Still und heimlich hat der US-Suchmaschinengigant seinen Bezahldienst Google Wallet mit seinem E-Mailservice verknüpft und bietet nun kostenlose Direktüberweisungen über Gmail an. Die Sender müssen ihre Bankdaten im eigenen Google-Account hinterlegen. Die Empfänger benötigen laut Video (siehe unten) nicht einmal eine Gmail-Adresse. Der Dienst, der bislang offiziell nur in den USA verfügbar war, ist nun auch in Großbritannien nutzbar. Britische User des E-Maildienstes Gmail können künftig Geld als Anhang einer Mail verschicken. Da, wo sonst nur die Symbole für Datenanhänge, Google Drive, Bilder oder Links angezeigt werden, wird in Großbritannien und den USA auch ein Dollar-Zeichen angezeigt. Beim Klick darauf öffnet sich ein Popup-Fenster von Google Wallet, wo der Überweisungsbetrag eingegeben werden kann. Umgekehrt kann auch Geld angefordert werden, um etwa Schulden zwischen Freunden einzutreiben. Bislang ist die Funktion nur für einen Teil der Briten verfügbar. In den nächsten Tagen soll das neue Feature aber flächendeckend ausgerollt werden. Wann und ob Google die E-Mail-Überweisung in weiteren Märkten eingeführt, ist bislang nicht klar. Das sogenannte Peer-2-Peer-Payment ist auch deshalb beliebt, weil E-Mail-Adressen oder Handynummern von Freunden kürzer und einfacher zu merken sind, als Bankverbindungen bestehend aus IBAN und BIC.

Überweisungen – ein lukratives Geschäft

Deutschland wäre für Google sicher ein interessanter Markt: Jährlich werden hierzulande über 6 Mrd Überweisungen ausgeführt. Die klassische Banküberweisung ist allerdings die mit Abstand aufwändigste und komplizierteste Möglichkeit Geld zwischen Freunden zu verschicken. Dieses Problem wollen auf den Peer-to-Peer-Geldtransfer (P2P) spezialisierte Unternehmen wie AvubaCringleLendstar oder Payfriendz lösen. Das Ziel: Überweisungen sollen so einfach wie das Verschicken einer SMS werden. Auch für Unternehmen wie Google, Facebook oder PayPal ist P2P-Payment ein spannendes Thema, denn Transaktionsdaten sind eine weitere Datenquelle und geben nicht nur Einsicht in das Einkaufs- und Nutzungsverhalten der Anwender, sondern können auch Rückschlüsse über die Kaufkraft oder persönliche Interessen geben. Zusätzlich dient es der Kundenbindung: Eine Plattform mit der ein Anwender nicht nur mit Freunden kommunizieren kann, sondern auch mal schnell Geld hin und her schicken kann, ohne die Webseite der Bank zu bemühen, gewinnt an Attraktivität. Maik Klotz hat kürzlich lesenswert beschrieben, wie Startups und Tech-Konzerne den Banken das Geschäft madig machen.
googlecommerce.blogspot.de, techcrunch.com

Folgendes Video zeigt, wie die Gmail-Überweisung funktioniert:

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