Mobile-Payment-Offensive: Sparkassen übernehmen Bezahldienstleister Payone.

von Fritz Ramisch am 17.Dezember 2014 in Mobile Payment, News

girogo-meilensteineDigitale Transformation: Die Sparkassen wollen in Sachen Online- und Mobile-Payment mitmischen. Daran lassen sie keinen Zweifel. Immerhin gehörte die Sparkasse zu den ersten Banken, die in Apple Pay nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine Chance gesehen hat und eine Kooperation anstrebt. Nun hat die Sparkassen-Finanzgruppe nachgelegt und die Mehrheit des Bezahldienstleisters Payone übernommen. Payone wickelt für diverse Händler, darunter Zalando, Sony Music und Home24, Online-Zahlungen ab. Das 2003 von Carl Frederic Zitscher und Jan Kanieß gegründete Unternehmen soll bei den Sparkassen nun endgültig die digitale Transformation vorantreiben und dabei helfen, „dass die Sparkassen für ihre Geschäftskunden auch in Zeiten des digitalen Wandels Lösungen im Gepäck haben“, wie Zitscher beschreibt. Die genaue Kaufsumme wurde bislang nicht genannt. Laut „WirtschaftsWoche“ gehen Branchenkenner von einem zweistelligen Millionenbetrag aus. Im Gegenzug erhält der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) 80 Prozent der Anteile. Jeweils zehn Prozent behalten die Gründer. Gegenüber der „WiWo“ kündigt Zitscher an: „Wir können im Mobile Payment gemeinsam schlüssige Lösungen aus einer Hand anbieten.“ Ob damit ein eigenes Bezahlsystem à la Apple Pay gemeint ist, sagte er aber nicht. Ein solches System will eine Allianz aus Privat- und Volksbanken schon lange auf die Beine stellen. Doch Deutschland ist für’s Bezahlen mit dem Handy ein schwieriges Pflaster. Bislang hat sich keine Bezahllösung durchgesetzt. Die Akzeptanz ist gering, die Skepsis gegenüber Mobile Payment hoch. Zwar werden immer mehr Online-Käufe mobil abgeschlossen und auch bezahlt. Doch in stationären Läden ist das Handy noch lange keine ernstzunehmende Alternative zu Bargeld und Girokarte. Dass Sibylle Strack vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) Interesse an einer Partnerschaft mit Apple Pay geäußert hat, kam nicht überall gut an. Rüdiger Filbry von der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group bezeichnete eine solche Kooperation gegenüber dem „Spiegel“ als „Spiel mit dem Beelzebub“. Filbry ist davon überzeugt, dass Apple versuchen werde, über den Zahlungsverkehr hinaus noch mehr Bankgeschäft an sich zu reißen. Deshalb müsse es eigentlich das Ziel der Banken sein, „sich als Gruppe gemeinsam gegen Angebote von außen abzuschotten” und eigene mobile Bezahllösungen zu entwickeln. Gespräche mit Privatbanken über ein Gemeinschaftsprojekt brach die Sparkasse im August aber ab. Die Sparkassen wollen nun wohl im Alleingang eine Bezahl-Alternative zu PayPal oder Apple Pay entwickeln. Der Grundstein dafür könnte mit der Übernahme von Payone gelegt sein.
manager-magazin.dewiwo.de, „Spiegel“ S. 43/2014 S. 80 bis 83

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