„Mobile Werbung ist sicher kein Rohrkrepierer“: Mobile-Agentur Fetch eröffnet Büro in Berlin.

von Fritz Ramisch am 30.Juni 2014 in Agenturen, App Business, Interviews, Mobile Advertising, News

Melina_Ex_Fetch_Fotograf Hans Reuschl_farbe„Die Zeiten, in denen Online-Banner für mobile Endgeräte einfach klein skaliert wurden sind vorbei“, stellt Melina Ex, Country Managerin der Mobile-Agentur Fetch im mobilbranche.de-Interview klar. Mit Melina Ex als Deutschland-Chefin will die Mobile-Agentur Fetch von Berlin aus die Europa-Expansion vorantreiben. Vom neuen Büro in Berlin Mitte soll auch Zentral- und Osteuropa ins Visier genommen werden. Die Marschrichtung ist klar: „Wir starten mit einigen lokalen Kunden und wollen das Portfolio europaweit rasch ausbauen.“ Zu den Kunden in Berlin zählt u.a. der Lieferservice foodpanda. „In Berlin werden wir ein Team aus mobilen Experten zusammenstellen, die die Bereiche Creative, Media, Analytics and Strategy miteinander verknüpfen“, erklärt Melina Ex. Durch eben diese ganzheitliche Strategie soll sich die britische Agentur von der Konkurrenz abgrenzen. Melina Ex war zuvor Chief Marketing Officer bei 88tc88 in Peking, einem mobile-Service für internationale Musik, Spiele, Apps und eBooks, und arbeitete bei Human Digital (M&C Saatchi Group). Heber Gonzalez unterstützt Melina Ex als European Business Development Director. Gonzalez war zuvor als Director of Mobile maßgeblich beim Aufbau der Mobile-Sparte des Performance-Marketing-Anbieters glispa beteiligt.

Auf die Frage ob mobile Werbung, wie kürzlich von Dr. Bettina Horster vom eco-Verband behauptet, ein Rohrkrepierer ist, hat Melina Ex eine klare Antwort: „Ganz klar nein. Diese Technologien beginnen sich erst jetzt überhaupt zu entwickeln. Zum heutigen Zeitpunkt ist der kommerzielle Erfolg im Vergleich zu herkömmlicher Werbung und Technologien noch überschaubar. Der sinnvolle Umgang mit neuen Technologien macht diese erst erfolgreich.“

mobilbranche.de: Immer mehr App-Agenturen und Advertiser zieht es nach Berlin. Fetch nun auch. Warum ist Berlin ein guter Standort, welche Bedeutung hat der mobile Werbemarkt in Deutschland?

Melina Ex: Berlin ist Deutschlands internationalste Stadt und so sind wir als Agentur auch aufgestellt. Wir sind im Mobile Business zu Hause – auch hier ist Berlin einer der führenden Standorte in Europa. Alle unsere Niederlassungen sind im Herzen der lokalen Tech-Szene (in London der Silicon Roundabout und in SF das Silicon Valley) – da sind wir in Berlin Mitte umgeben von inspirierenden Tech-Unternehmen an der richtigen Adresse, denn dort findet die Action der App-Economy statt. Der Fokus unserer Arbeit ist Europa und das können wir von Berlin aus gut bedienen. Außerdem brauchen wir für unsere Aufgaben die besten Köpfe und die arbeiten sehr gerne in Berlin. Der mobile Werbemarkt in Deutschland ist sehr dynamisch und hat sehr viel Wachstumspotenzial. Hier möchten wir mit Innovationen und kreativen Ansätzen punkten.

mobilbranche.de: Fetch startet zunächst mit einem kleinen Team. Was sind die nächsten Meilensteine und Ziele? Wie will sich Fetch von der Konkurrenz abgrenzen?

Melina Ex: Wir starten mit einem kleinen Team und rechnen mit einem schnellen Wachstum. In London haben wir nach vier Jahren bereits 50 Mitarbeiter. San Francisco hat diese Zahl nach zwei Jahren auch schon fast erreicht. In Berlin werden wir ein Team aus mobilen Experten zusammenstellen, die die Bereiche Creative, Media, Analytics and Strategy gekonnt miteinander verknüpfen. Berlin ist die dritte Niederlassung von Fetch. Wir starten mit einigen lokalen Kunden und wollen das Portfolio europaweit rasch ausbauen. Dazu sind wir bereits in intensiven Gesprächen.

Es gibt viele hervorragende mobile Kreativ-Agenturen – auch in Berlin. Doch wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz den unsere Kunden sehr schätzen. Wir vereinen Creative, Media, Analytics and Strategy. Besonders stolz sind wir auf unsere Analyse-Fähigkeiten, die wiederum in Kreation, Media und Strategie einfließen. Wir haben bewusst kein eigenes Netzwerk und können unsere Kunden deshalb unabhängig beraten.

Außerdem haben wir eine proprietäre Plattform namens FetchMe. Diese erlaubt es uns, Daten von Drittanbietern mit unseren und Kundendaten direkt zu kombinieren und über ein zentrales Dashboard anzuzeigen. Diese Datenkombination wiederum ermöglicht es uns, Kampagnen zu optimieren und das Maximum an Monitoring-Ausgaben, Rang, organische Nutzung und anderen Faktoren zu erzielen.

mobilbranche.de: Mobile Werbung bleibt oft noch hinter den Möglichkeiten zurück. Oft ist von Wurstfinger-Effekt, fehlender Interaktion die Rede. Wie muss sich mobile Werbung in Zukunft entwickeln?

Die Zeiten, in denen Online-Banner für mobile Endgeräte einfach klein skaliert wurden sind vorbei. Erfolgreiche Werbung spricht den Konsumenten im richtigen Kontext an – das können Ort und Zeit aber auch demographische Faktoren wie Geschlecht und Alter sein. Werbung soll nicht stören sondern einen Mehrwert bieten. Im Idealfall wird Werbung zum Content. In Zukunft bekommt jede Person zum passenden Zeitpunkt ihr eigenes Werbemittel – dabei muss natürlich auf Datenschutz geachtet werden.

mobilbranche.de: „Viele mobile Hypertrends haben sich als Rohrkrepierer entpuppt“, hat Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im eco Verband, kürzlich gesagt. Zu den Flops zählen Ihrer Meinung nach auch mobile Werbung, Smart Home und Wearables. Hat Sie Recht?

Ganz klar nein. Diese Technologien beginnen sich erst jetzt überhaupt zu entwickeln. Zum heutigen Zeitpunkt ist der kommerzielle Erfolg im Vergleich zu herkömmlicher Werbung und Technologien noch überschaubar. Der sinnvolle Umgang mit neuen Technologien macht diese erst erfolgreich. Wir leben heutzutage in einer Multi-Screen Umgebung in dessen Zentrum das eigene Smartphone steht.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!


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