Der Erfolg der Achtsamkeits-Apps.

Achtsamkeits-App Calm war App des Jahres 2017 (Foto:PR)

„Achtsamkeit“ (Mindfulness) ist schon lange kein Hype mehr sondern vielmehr Trend. Um genau zu sein „Trend des Jahres 2018“ laut Apple. Dabei gibt es entsprechende (durchaus gute) Apps schon seit mehreren Jahren. Achtsamkeitsübungen sind leicht zu lernen, letztlich beobachtet man seine Gedanken.

Moritz Orendt beschäftigt sich in einem Beitrag mit der Frage, woher die große Nachfrage in Zeiten der Digitalisierung kommt und auch mit den Auswirkungen auf das App-Geschäft.

Achtsamkeit soll den Autopiloten in uns unterbrechen

Angeblich gibt sich der Deutsche täglich 585 Minuten der Mediennutzung hin (ohne Kommunikation). Das sind gut 10 Stunden am Tag. Das Smartphone hat daran einen großen Anteil, denn egal wo man Gefahr läuft auch nur einige Sekunden mit sich allein beschäftigt zu sein, verhelfen einem Facebook, Instagram oder auch Spiegel Online zur Ablenkung. Auch bei der Fahrt zur Arbeit, dem Spaziergang oder im Fitnessstudio lässt man die Gedanken nicht mehr schweifen, sondern hört Podcast oder Hörbücher. Kurz: man ist weniger bei sich und läuft auf „Autopilot“.

Gegen all das und mehr soll sie helfen, die „Stressreduktion durch Achtsamkeit“, kurz MBSR (mindfulness-based stress reduction). Es ist eine Mischung aus Yoga, Meditation und autogenem Training oder wie DIE ZEIT schreibt „Buddha to go“. Allein in Deutschland gibt es schon über 1.000 Achtsamkeitslehrer – Tendenz steigend.

Das Smartphone als Ursache und Lösung zugleich

Das Verrückte am Erfolg der Achtsamkeit ist, dass das Smartphone zum einen Teil des Problems ist und zugleich die Lösung liefert. Die Vielfalt an angebotenen Apps ist leicht zugänglich und auch gut umgesetzt. Zu den bekanntesten zählen Calm und Headspace. Allein in die App „Calm“ haben Investoren 115 Millionen Dollar gesteckt. Der Entwickler, Alex Tew (bekannt von der Million-Dollar-Homepage), soll allein mit dieser App 60 Millionen Dollar im Jahr umsetzen.
Die meisten Apps setzen auf ein Abo-Modell und kosten zwischen 60 – 100 Euro im Jahr. Bleibt der Kunde der App treu, ergibt sich über die Jahre ein Umsatz, der nicht mit dem Erfolg etwa eines einmalig verkauften Buchs zu vergleichen ist.

Über die Wirkung von Achtsamkeits-Apps gibt es verschiedene Meinungen. Konsens ist dabei, dass die Übungen für gesunde Menschen unbedenklich sind. Der Großteil ist von der positiven Wirkung überzeugt. Letztlich kommt man dabei einfach zur Ruhe und braucht keinerlei Hilfsmittel oder Mantren.

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2 Antworten zu “Der Erfolg der Achtsamkeits-Apps.”

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