Mobilisten-Talk Special: Die Zukunft der Mobilität wird heiß diskutiert.

von Gastautor am 20.Oktober 2016 in Highlight, Mobilisten-Talk, News

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Dirk Heider, Stefan Bader, Florian Treiß, Eugen Albrecht, Werner Huber und Andreas Spannbauer beim Mobilisten-Talk Special (Copyright: Vivi D’Angelo)

Von Tobias Oberndorfer

Unfälle mit dem Tesla-Autopilot, Digitalisierungsstrategien en masse und die Nachwehen des Dieselskandals – das automobile Jahr 2016 war bis dato ein sehr bewegtes Jahr. Die Zukunft der Mobilität ist also ein heiß diskutiertes Thema – so war es auch wenig verwunderlich, dass beim Mobilisten-Talk Special zum Thema „Mobile meets Mobility“ am Mittwoch in München die Diskussion bereits in der Vorstellungsrunde losging. Auf Einladung von intive Kupferwerk und mobilbranche.de drehte sich der Abend in den Räumlichkeiten von Wayra, dem Startup-Accerlerator der Telefónica, um Themen wie Mobilitätsstrategien, autonomes Fahren und Elektromobilität.

Nur wer sich anpasst wird überleben

Startpunkt des Abends waren fünf Thesen zur Zukunft der Mobilität. Werner Huber, Chef der SixtLabs und unter anderem verantwortlich für die Apps von myDriver und DriveNow, stellte gleich zu Beginn klar: „Das Geschäft verändert sich schnell. Für uns heißt das: wir müssen unser Angebot flexibilisieren. Wir arbeiten hart daran, mit der Entwicklung Schritt zu halten – wer das nicht macht, wird in fünf Jahren nicht mehr da sein. “

Das Publikum diskutiert engagiert mit

Das Publikum diskutiert engagiert mit (Copyright: Vivi D’Angelo)

Als kundenorientiertes Service-Unternehmen hat es Sixt dabei sicherlich leichter als die großen Automobilkonzerne. Die Entwicklungszyklen für Fahrzeuge wirken auf „Mobile“-geprägte Menschen anachronistisch und die Hersteller müssen sich an dieser Stelle anpassen. Natürlich wird es weiterhin Komponenten wie Motoren und Getriebe geben, die in den alten Zyklen verweilen, aber insbesondere das Infotainmentsystem und das Dashboard eines Automobils müssen näher am Puls der Zeit sein und die Möglichkeit zum Update und Upgrade über die Lebenszeit eines Autos haben. „Heutzutage kaufen sich die meisten Menschen alle ein bis drei Jahre ein neues Smartphone“ erklärt Dirk Heider, VP Delivery Germany bei intive Kupferwerk. „Da macht es doch einfach Sinn, Komponenten wie das In-Car-Entertainment auf diese Geräte auszulagern.“

Bleche biegen ist nicht mehr Kerngeschäft

Doch ist dies nicht die einzige Herausforderung für die Automobilunternehmen. Ihr Kerngeschäft wird sich verändern und sie wandeln sich vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister. Andreas Spannbauer von den Mobility Services bei der Daimler Financial Services AG macht deutlich, worum es im Kern geht: „Wie komme ich auf die für mich bestmögliche Art und Weise von Punkt A nach Punkt B.“ Die Zahl der Möglichkeiten wie das passiert, ist groß: per Pedes, mit dem eigenen Auto oder Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing, Bikesharing, Ridesharing, Taxidienstne und natürlich eine beliebige Kombination derselben. Spannbauer ergänzt: „Es gibt derzeit sehr viele verschiedene Konzepte und Ideen – zum jetzigen Zeitpunkt sollte man nichts ausschließen und den Markt sehr genau beobachten.“

Autonome Robo-Taxen sind noch Zukunftsmusik

Eines der Konzepte ist auch die Übertragung des AirBnB-Konzepts auf Autos. Das Panel war sich einig, dass das autoverrückte Deutschland hier sicher keine führende Rolle einnehmen wird. Stefan Bader, Gründer von Parkpocket, macht deutlich, dass für den Erfolg eines solchen Konzeptes vor allem das Verhältnis von Aufwand für den Vermieter zu Umsatz entscheidend ist: „Bei AirBnB macht man im Schnitt 100 US-Dollar pro Tag – das lohnt sich. Für ein paar Euro pro Tag hält niemand sein Auto bereit und sauber.“

Eugen Albrecht, Werner Huber und Andreas Spannbauer (Copyright: Vivi D'Angelo)

Eugen Albrecht, Werner Huber und Andreas Spannbauer (Copyright: Vivi D’Angelo)

Die Einführung von autonomen Fahrzeugen könnte diesem Konzept allerdings Auftrieb geben. Bis vollautonome Robo-Taxen auf unseren Straßen unterwegs sind, wird es allerdings noch länger dauern als derzeit in den Medien suggeriert wird – an dieser Stelle ist sich das Panel einig. Eugen Albrecht, Country Manager Germany IoT – Smart Mobility bei der Telefónica, weist darauf hin, dass neben einer 100-prozentigen Netzabdeckung, die zwar momentan in Deutschland schon für B2B-Kunden gewährleistet wird, auch eine ethische Diskussion geführt werden muss. Die schon vorhandene Sensorik zum teilautonomen Fahren bietet allerdings jetzt schon große Chance. „Big Data und Analytics stehen noch am Anfang in diesem Bereich“, erklärt Albrecht. „Sie werden aber die Zukunft prägen“.

Zum Ende wurden die Panel-Teilnehmer um ihre Einschätzung geben, wie Mobilität in fünf Jahren aussieht. Andreas Spannbauer stellt die Überlegung an, dass erst vor knapp zehn Jahren das erste iPhone rauskam und sich keiner auch nur im Ansatz vorstellen konnte, wie es unser Leben verändern wird. Das Fazit der Diskutanten: In fünf Jahren werden Mobilitätsangebote „Anders!“, „Vielfältig!“, „Bunt!“ und „Hoffentlich besser!“ sein.

Weitere Fotos von der Veranstaltung finden Sie in einer Fotogalerie von intive Kupferwerk >>


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