Gastbeitrag: Umsätze generieren mit der App – Möglichkeiten der App Monetisierung.

von Gastautor am 02.Mai 2013 in Apps, Trends

App-StoreDie „App-Economy“ ist ein Begriff, der eine Goldgräberstimmung unter vielen Entwicklern weltweit auslöst. Die Nachfrage stieg und steigt immer noch und die Mega-Erfolgs-Stories durch die komplette Durchdringung der Smartphones des Alltags der Menschen wie in kaum anderen Märkten. Nach Prognosen des Marktforschers Gartner werden in diesem Jahr über 80 Milliarden Apps heruntergeladen, 2014 sollen es schon mehr als 130 Milliarden sein und 2016 sogar über 300 Milliarden. Doch immer mehr sind die meisten Apps kostenlos und damit erstmal ohne Einkommenswirkung für die Entwickler. Wir wollen hier einen Überblick über die Möglichkeiten geben mit Apps in der momentanen am besten Geld zu machen.

App Monetisierung – Bezahl-Apps

Prinzipiell gibt es zwei Hauptstoßrichtungen der App-Monetisierung: der Umsatz kommt von den Usern oder von den Werbetreibenden.

Der Umsatz von Bezahl-Apps ist die klassische Herangehensweise im App Store, denn 2008 musste noch mit 75% die große Mehrheit der Apps vor dem Downloads bezahlt werden. Über die Jahre hinweg hat sich dieses Verhältnis grundlegend geändert, so dass 2012 nur noch 34% bezahlte und 66% kostenlose Apps angeboten wurden. Für die User ist klar, sie wollen nicht mehr die Katze (App) im Sack kaufen und scheuen die ursprüngliche App-Investition. Insbesondere viele kostenlose Apps zur Verfügung stehen sind die sehr ähnliche  Funktionalitäten aufweisen; dies ist bei fast 1 Millionen Apps im Store keine Seltenheit mehr.

Bezahlte Apps hinken mittlerweile auch bzgl. der Downloads hinterher. Die alteingesessene Cambridge Universität fand heraus, dass nur 0,2% aller Bezahl-Apps mehr als 10.000-mal heruntergeladen wurden und immerhin nur 20% mehr als 100-mal.

Das Freemium-Modell werbefinanziert

Im Gegensatz zu den Usern, die zunehmend preissensibel auf Apps reagieren, geben Werbetreibende (Advertisers) im Allgemeinen viel Geld aus, um Ihre Produkte zu bewerben. Allein schon aufgrund der Tatsache dass die User enorm viel Zeit mit Smartphones und Apps im Laufe des Tages verbringen steckt hier die Chance für App-Entwickler. Die App wird kostenlos zur Verfügung gestellt und über in-App-Werbung finanziert (In-App-Advertising). Dies funktioniert natürlich am besten wenn die App eine große Userbasis hat und oft benutzt wird (loyale User). Mittlerweilen gibt es auch relativ viele mobile Werbenetzwerke denen man sich als Entwickler anschließen kann und so automatisch den entsprechenden Verkehr und die umsatzbringenden Klicks auf die eigene App erhält.

Das Freemium-Modell in-App-Käufe

In-App-Käufe (In-App-Purchases) als Freemium-Modell (eine Wort-Zusammensetzung aus Free und Premium) ist mittlerweile das favorisierte Business-Modell von App-Entwicklern. Das bedeutet eine limitierte Version der App kann kostenlos downgeloaded werden, für Upgrades, Verbesserungen, Abonnements oder genereller Preemium-Service jedoch werden Zahlungen innerhalb der App fällig. Abhängig von den Funktionalitäten und Nutzungsmustern der App werden auch Trial-Versionen angeboten die nach einer gewissen Zeit gekauft werden müssen. Freemium ist generell ein guter Weg User zu akquirieren welche die App dann ausprobieren, Gefallen daran finden und dann Geld ausgeben. Mit der richtigen Vermarktung der Apps können dann interessierte User gefunden werden und zum Download animiert werden.

Cross-Plattform Monetisierung

Die wichtigsten App-Plattformen sind der Apple App Store, Google Play, der WindowsPhone Markt und nun vielleicht auch wieder aufstrebend der Blackberry Store. Auch eine Tabletversion macht immer mehr Sinn und sollte auf jeden Fall zur Verfügung gestellt werden. Es wird gesagt, dass Tablets-Apps eine 3-4 mal so hohe Monetisierung aufweisen im Vergleich zu Smartphones. Im Vergleich sind die iOS-User die loyalsten und die am meisten Geld für Apps pro Person ausgeben. Wenn es um Android geht sollte auch der Amazon App Store neben Google Play in Betracht gezogen werden, wie dieser Blog Post beschreibt.

Außerhalb der App generierte Monetisierung

Diese Herangehensweise wird mit Reifung der App-Märkte immer wichtiger werden. Beispielsweise kann in einem normalen Ladengeschäft mit einer App in Form einen Kundenkarten Umsätze generiert werden. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklerfirma Rovio, die Großmeister der App Monetisierung. Die Apps dieser Firma wenden viele verschiedene Arten der Monetisierung an: bezahlt, werbefinanziert, In-App-Upgrades, aber am bemerkenswertesten: 45% der Umsätze kommen von verkauften Lizenzen (z.B. Kinofilm, Plüschtiere, Comics etc).

Ausblick

Eine App zu entwickeln ohne die Monetisierung in Betracht zu ziehen ist heutzutage nicht mehr möglich. Zur optimalen Monetisierung empfiehlt es sich wenn möglich ein Freemium-Modell zu wählen und möglichst viele Plattformen zu bedienen. Neben den Entwicklungskosten sollten aber auch die App Marketing Kosten in das Business-Modell der App eingeplant werden. Denn ohne die richtige Vermarktung und bei ca. 600-800 neuen Apps jeden Tag kann die App sehr schnell im App-Store-Nirvana verschwinden.

Über den Autor: Richard Buettner ist Geschäftsführer der App Marketing Agentur, die internationalen Spezialisten für die Vermarktung und Monetarisierung von Apps.

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