Mobiles Arbeiten im Auto und in der Bahn mit LTE.

von Gastautor am 09.August 2012 in Interviews, Trends

Die neuste Mobilfunktechnologie LTE (4G) ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Dabei bleibt eine Internetverbindung mit LTE auch bei hohen Geschwindigkeiten erhalten. Einzelne Experten sprechen davon, dass 4G stabile Übertragungsraten bis zu 300 km/h ermöglicht. Aus diesem Grund interessieren sich auch die Automobilhersteller und die Deutsche Bahn für die Mobilfunktechnologie.

Konkrete Erfahrungswerte über mobiles Internet bei höheren Geschwindigkeiten liegen bisher nur aus Tests mit dem Auto vor. Im Münchner Stadtverkehr erreichte BMW im Jahr 2011 in Zusammenarbeit mit o2 Übertragungsraten von bis zu 70 Mbit/s. Der Technologiekonzern Alcatel-Lucent testete LTE im Auto bereits im Jahr 2009 zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Leonberg. Bei einer Geschwindigkeit von 120 Km/h waren stabile Übertragungsraten von 20 bis 25 Mbit/s möglich.

BMW liefert ab November 2012 erste Autos mit LTE aus. Die Telekom möchte bald einzelne Bahnstrecken mit 4G ausbauen, wodurch mobiles Arbeiten im Zug mit großen Bandbreiten möglich ist.

LTE im Auto – Sicherheit steht im Vordergrund

LTE im Auto soll vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern. In Zukunft werden Fahrzeuge miteinander kommunizieren und sich vor Gefahren wie Nebelbänken, Unfällen und Blitzeis auf der Straße warnen. Zusätzlich arbeiten die deutschen Autobauer an verschiedenen Applikation. Dazu gehören zum Beispiel integrierte Straßenkarten oder eine automatische Erkennung von Verkehrsschildern.

Daneben hat LTE dem Beifahrer viel zu bieten. Mit den hohen Bandbreiten von 4G sind dem mobilen Arbeiten keine Grenzen mehr gesetzt. Man kann etwa von der Rückbank aus Emails schreiben und größere Dateianhänge schnell verschicken. Auch das Betrachten von hochauflösenden Videos oder große Downloads sind kein Problem mehr.

BMW bietet ab November 2012 den BMW Car Hotspot LTE in seinen Fahrzeugen an. Zum mobilen Arbeiten ist nur eine LTE-fähige SIM-Karte notwendig. Der Hotspot versorgt gleich mehrere mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones mit schnellem Internet. Wo kein LTE verfügbar ist, nutzt man dann UMTS. Den Hotspot kann man auch etwa 30 Minuten außerhalb des Autos nutzen, ein eingebauter Akku und integrierte Antennen machen dies möglich.

Mobiles Arbeiten in der Bahn mit hohen Bandbreiten

Bereits heute kann man LTE in der Bahn nutzen. Da 4G in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend ausgebaut ist, ist während der Bahnfahrt an vielen Stellen nur Surfen mit 3G oder 2G möglich, was das mobile Arbeiten erschwert. Mittlerweile gibt es jedoch erste Pläne, einzelne Bahnstrecken mit LTE auszubauen.

Der Ausbau der Strecken soll mit den LTE-Frequenzen im Bereich 800-MHz erfolgen. Die Frequenzen aus der Digitalen Dividende nutzen die deutschen Netzbetreiber bisher, um die Weißen Flecken auf dem Land zu schließen. Mit den 800-MHz-Frequenzen deckt man einen Umkreis von etwa 10 Kilometer mit LTE ab, wodurch man eine Bahnstrecke wirtschaftlich mit nur wenigen Sendestationen versorgen kann. Ein einziger Wermutstropfen ist, dass die Frequenzen aus der Digitalen Dividende technisch nur Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s ermöglichen. Trotzdem werden für den einzelnen Nutzer Bandbreiten von 10 bis 15 Mbit/s übrigbleiben, welche zum mobilen Arbeiten in der Bahn ausreichen. T-Mobile möchte laut connect.de bald ausgewählte Bahnstrecken mit LTE im 800-MHz-Bereich ausbauen. Bei Vodafone hält man sich bei dieser Frage noch bedeckt und spricht davon, dass man mittelfristig die Verkehrswege mit LTE versorgen wolle.

Über den Autor Tim Rohrer:

Eines der aktuellsten Projekte von Tim Rohrer (32) ist das LTE-Portal 4G.de, auf dem ausgewählte News zum Thema und eine exklusive LTE Verfügbarkeitsabfrage angeboten werden. Der Wahl-Hamburger ist Online-Pionier der ersten Stunde und hat seit dem Jahr 1998 im Rahmen seiner Literatur-Community Leselupe.de bereits diverse Anthologien veröffentlicht.

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