Interview: paydirekt-Chef Christian von Hammel-Bonten über Payment-Lösungen für die Omnichannel-Welt.

„Egal, über welchen Kanal der Kunde kauft, wird es für ihn darauf ankommen, möglichst unkompliziert zu zahlen. Payment muss sich in diesen Kontext einordnen, friktionslos und mobil sein, woraus sich entsprechende Anforderungen an Payments und ihre Funktionalitäten ergeben“, sagt Christian von Hammel-Bonten. Er ist ist seit Dezember 2017 Vorsitzender der Geschäftsführung von paydirekt, einem Bezahlverfahren deutscher Banken und Sparkassen. Unser Partner GS1 Germany hat im Vorfeld der Mobile in Retail (29./30. Oktober 2019 in Berlin) mit Christian von Hammel-Bonten gesprochen. Dort wird der paydirekt-Chef am Panel „Game of Phones – wessen Zepter hält König Kunde am Ende in der Hand?“ teilnehmen.

Payment bzw. der richtige Mix ist zu einem Erfolgsfaktor im E-Commerce geworden. Studien zeigen, dass mit der Anzahl der angebotenen Bezahlverfahren die Kaufabbruchquote sinkt. Wie finden Onlineshops die richtige Auswahl an Bezahlmethoden für Ihre Kunden?

Christian von Hammel-Bonten: Payment hat im E-Commerce mittlerweile eine strategische Rolle eingenommen. Der Grund ist ganz einfach, Payment ist der Moment, in dem die Kosten für die Kundenakquisition zu Umsatz werden. Entscheidend ist aber nicht nur die Anzahl der Zahlverfahren als solche, sondern die Auswahl der ‚richtigen‘ Zahlverfahren. Also solcher Zahlverfahren, die sich nahtlos in die Prozesse des Händlers einbinden lassen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Kunden erfüllen. Das hängt wiederum sehr stark von den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen ab. Im Fashion-Bereich ist die Rechnung zum Beispiel noch immer das Verfahren mit der höchsten Verbreitung, bei digitalen Gütern und Dienstleistungen wie Streaming- oder Mobilitätsdiensten überzeugen Zahlverfahren, die schnell und am besten im Hintergrund die Zahlung durchführen.

Und grundsätzlich gilt: um Kunden nicht im Checkout zu verlieren, ist ein einfacher, schneller Bezahlprozess entscheidend. Dabei wird ‚mobile first‘ immer wichtiger. Laut bitkom kauft schon fast jeder Zweite online mit dem Smartphone ein. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar schon rund 80 Prozent.

Customer Centricitiy ist jedoch nur ein Aspekt. Bei der Auswahl ihrer Zahlverfahren sollten Händler auch weitere Faktoren berücksichtigen, wie die Möglichkeiten der Payment-Steuerung oder die Gesamtkosten eines Payments, denn indirekte Kosten beispielsweise für Bonitätsprüfungen, Adressverifizierungen oder das Risiko- und Debitorenmanagement sind enorme Kostentreiber.

Das Girokonto (und damit die girocard) nutzt in Deutschland nahezu jeder Shopper. Im E-Commerce zahlt die Mehrheit weiterhin am liebsten per Rechnung. Welche Vorteile kann paydirekt den Nutzern bieten? Welchen Mehrwert bietet es Händlern?

Christian von Hammel-Bonten: Letztendlich zahlen wir immer vom Girokonto, der Heimat unseres Geldes. Auch unsere Rechnungen per Überweisung. Also warum Umwege gehen? paydirekt ist – wie der Name verrät – direkt. Zahlungen erfolgen direkt vom Girokonto des Käufers auf das Konto des Händlers. Als Endkunde erspare ich mir den Umweg der Zahlung über die Kreditkarte, der Überweisung einer Rechnung oder des Einzugs einer Lastschrift von einem Wallet. Weniger Umwege über andere Zahlmethoden oder -anbieter bedeutet auch, weniger Unternehmen, die meine Daten haben.

paydirekt verbindet Einfachheit mit Privatsphäre beim Bezahlen. Meine sensiblen Daten wie Kontonummer, Einkäufe oder andere persönliche Daten bleiben da, wo auch mein Geld ist, beim Girokonto, in der sicheren Umgebung meiner Bank oder Sparkasse. Durch die direkte Verbindung mit dem Girokonto habe ich als Nutzer außerdem maximale Transparenz und volle Ausgabenkontrolle, denn jede mit paydirekt abgewickelte Zahlung erscheint klar erkennbar im Kontoauszug.

Die Verbindung mit dem Girokonto bringt auch dem Händler Vorteile. Zum Beispiel die sofortige Zahlungsgarantie, weil der Kaufbetrag direkt am Konto autorisiert wird und weil jeder Nutzer als Girokonto-Kunde von seiner Bank oder Sparkasse automatisch legitimiert ist. Der Kaufbetrag kann sofort an den Händler ausgezahlt werden. Der große Vorteil für den Händler ist also eine optimale Liquidität durch die schnelle Verfügbarkeit der Umsätze, ohne dass er zusätzliche Kosten tragen muss, die ihm durch Identitätsbetrug, Zahlungsstörungen oder gar Zahlungsausfälle entstehen. In der Gesamtkostenbetrachtung ist paydirekt damit auch das mit Abstand günstigste Zahlverfahren am Markt.

Eins für alles: Shopper wünschen sich ein nahtloses Einkaufserlebnis, bei dem die Kanäle verschmelzen. Wie können sich Payment-Angebote sinnvoll in die heutige Omnichannel-Welt integrieren?

Christian von Hammel-Bonten: Letztlich steht die Customer Convenience im Vordergrund – im Laden und auch online. Egal, über welchen Kanal der Kunde kauft, wird es für ihn darauf ankommen, möglichst unkompliziert zu zahlen. Payment muss sich in diesen Kontext einordnen, friktionslos und mobil sein, woraus sich entsprechende Anforderungen an Payments und ihre Funktionalitäten ergeben.

Genau hierfür haben wir paydirekt oneKlick entwickelt, dank dem die Zahlung komplett in den Hintergrund rückt, ‚seamless‘ wird. Einmalig hinterlegt, können Käufer so noch schneller und noch komfortabler über alle Kanäle bezahlen. Händler profitieren von höheren Conversion Raten, da die Zahlung in den Hintergrund rückt.

Vom klassischen Bezahlen im Internet über mobile Applikationen, bis hin zu Lösungen für den stationären POS, Payments, die diese Bandbreite abdecken, verfügen über das größte Omnichannel-Potential – paydirekt gehört dazu.

Veranstaltungstipp

Der Digital-Kongress Mobile in Retail bringt am 29. und 30. Oktober 2019 in Berlin Top-Entscheider aus Retail, Brands und Finance zusammen. Interviewpartner Christian von Hammel-Bonten nimmt am ersten Konferenztag um 16 Uhr am Programmschwerpunkt „Game of Phones – wessen Zepter hält König Kunde am Ende in der Hand?“ teil und spricht zum Thema „Payment verdient mehr Vertrauen! Vom Bargeld bis zur PSD2“.

Lesetipp

Kennen Sie schon das Whitepaper „Payment-Trends für Händler, Marken & Finance: Zahlungssysteme und Mehrwertdienste für eCommerce und POS“ von GS1 Germany, Location Insider und mobilbranche.de, das aktuelle Herausforderungen der wichtigsten Stakeholder beleuchtet? Lesen Sie in dem Whitepaper folgende Themen:

  • Ba-Bing! Mobile Payment auf dem Vormarsch
  • Wallet-Apps: Digitale Brieftaschen fürs Smartphone.
  • Self Checkout & Self Scanning: Das Selbstkassieren nimmt Fahrt auf
  • Digital Identity: Mit einem Account auf diversen Websites einloggen
  • Kurzinterviews mit Experten von Adyen, CCV und NCR

Das Whitepaper „Payment-Trends für Händler, Marken & Finance“ können Sie hier kostenlos herunterladen!

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Eine Antwort zu “Interview: paydirekt-Chef Christian von Hammel-Bonten über Payment-Lösungen für die Omnichannel-Welt.”

  1. Paydirekt kam viel zu spät und mit einem viel zu schlechtem Service. Halbherzige Rabattaktionen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Banken ePayment nicht können und man bei den etablierten Anbietern (paypal, apple- und google pay) wesentlich besser aufgehoben ist.
    Paydirekt ist ein Millionengrab für Beiträge der Bankkunden…

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