Köpfe der Mobilbranche: Jan Wolter von Applause.

von Florian Treiß am 01.April 2019 in Fragebögen, News

„Ich reise viel und merke leider immer noch, dass die Hotellerie noch Nachholbedarf bei mobilen Angeboten hat“, sagt Jan Wolter zu Entwicklungspotenzialen im Bereich Mobile. Der Europachef von Applause wünscht sich deshalb auch bei kleineren Hotels schlanke Buchungsprozesse und einen mobilen Check-in. Schließlich sind Qualität und Kundenzufriedenheit sein Steckenpferd: Sein Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, digitale Produkte wie Apps und Websites auf Herz und Nieren zu testen, um diese für ihre Nutzer besser zu machen. Welche Apps Jan Wolter selbst gern nutzt, welche mobile Werbekampagne er für besonders gelungen hält und wie er zu Mobile Payment steht, lesen Sie in unserem Fragebogen.

Nokia 5110 (Bild: Soltys0 / Wikipedia, CC BY-SA 2.5)

mobibranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Jan Wolter: Ein Nokia 5110.

mobibranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Jan Wolter: Beide Systeme habe ihre Vor- und Nachteile. Bei iOS kommt alles aus einer Hand, Hard- und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt, die strengen Regeln bei iTunes sorgen dafür, dass Apps für iOS-Geräte besonders angenehm und intuitiv zu bedienen sind. Auch bei den Themen Verschlüsselung und Datenschutz sowie dem Thema Updates gilt Apple als vorbildlich.

Android bringt auf der anderen Seite eine deutlich größere Flexibilität mit. Das System läuft auf Smartphones zahlreicher Hersteller von Smartphones, Tablets, Smartwatches und Wearables. Da es sich um ein offenes Betriebssystem handelt, profitiert Android nicht nur von Googles Innovationskraft. Auch die Hardware-Hersteller tragen ihren Teil dazu bei. Diese Offenheit ist es auch, die zu mehr Individualität bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche und der Einstellungsmöglichkeiten der Geräte führt. Aufgrund der lockereren Bestimmungen im Google Play Store herrscht außerdem eine größere Vielfalt an Apps. Und natürlich sind Android-Smartphones in der Regel günstiger als die Geräte von Apple.

mobibranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Jan Wolter: Eine ganze Bandbreite an “Klassiker-Apps” wie Gmail, Slack, Audible, Browser für News, Whatsapp, Uber, MyTaxi, Banking App, Maps.

mobibranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Jan Wolter: Eine Kampagne von BMW auf der Apple Watch ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Um die BMW 3er-Limousine innovativ und stylish zu präsentieren, setzte das Unternehmen sowohl auf die Samsung- als auch auf die Apple-Smartwatch. Die Herausforderung war nicht nur die vergleichsweise kürzere Aufnahmebereitschaft der Nutzer gegenüber anderen Endgeräten, sondern auch das kleinere Display, das eine kreative Werbelösung notwendig machte. Mit dem cleveren Einsatz mobiler Ads der n-tv-App auf der Samsung- und Apple-Smartwatch zeigte BMW, dass Smartwatches und BMW kompatibel sind. Beide stehen für Innovation, Dynamik und Geschwindigkeit.

mobibranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Jan Wolter: Was macht eine gute Kampagne aus? Zum Beispiel das richtige Format. Mobile ist nicht gleich Desktop. Dennoch werden oft Desktop-Inhalte im selben Format auf Smartphone-Displays übertragen. Mit der Konsequenz, dass diese entweder völlig überladen wirken oder zu stark vereinfacht werden müssen. Ebenso wichtig ist ein hochwertiges Werbeumfeld. Werbung und Branded Content können ihre volle Wirkung erst im passenden redaktionellen Umfeld entfalten. Bei Mobile-Kampagnen sollte zudem die besondere Nutzungssituation bedacht werden: Bei Smartphones und Smartwatches kommt es mehr denn je auf ein hochwertiges redaktionelles Umfeld an.

mobibranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Jan Wolter: Kein Kommentar.

mobibranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Jan Wolter: Ich leite das Europageschäft eines Unternehmens, das digitale Produkte wie Apps, Websites und Smartphones testet, um diese für die Nutzer besser zu machen.

mobibranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Jan Wolter: Ich würde meinen Job vor allem als mein Hobby beschreiben, da er mir viel Spaß macht und ich das Gefühl habe, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Sachen dazuzulernen.

mobibranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Jan Wolter: Mobile Payment gehört die Zukunft, es ist aber noch ein weiter Weg. Und gerade jetzt zu Beginn ist der erste Eindruck für die bestehenden Angebote umso entscheidender. Andernfalls ist der Anreiz für die Kunden zu gering, die vertrauten Zahlgewohnheiten abzulegen und auf Handyzahlungen umzusteigen. Die Lösungen müssen die Endnutzer in puncto User Experience überzeugen, gleichzeitig den hohen Sicherheitsanforderungen standhalten. Nicht nur um Vertrauen aufzubauen oder Feedback zu fördern, sondern auch, um sicherzustellen, dass die App oder Plattform über alle Geräte hinweg – sowohl on- als auch offline – bestmöglich funktioniert.

mobibranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Jan Wolter: Ich reise viel und merke leider immer noch, dass die Hotellerie noch Nachholbedarf bei mobilen Angeboten hat. Zum Beispiel beim mobilen Check-in: Hier geht es darum, dass die Gäste im Hotel nicht erst an die Rezeption müssen, sondern vorab via Smartphone einchecken können. Schlanke und automatisierte Prozesse bei der Buchung und Zahlung und eine schnelle Bestätigung der Reservierung. Gerade bei kleinen Hotels sehe ich bei diesen Basics noch Nachholbedarf.

mobibranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Jan Wolter: Ich sehe trotz der Startschwierigkeiten enormes Potenzial bei Sprachassistenten. Künftig werden Alexa und Co. in jedem Gerät stecken. Momentan übernehmen die Smart Speaker eher einfache Aufgaben und Befehle, simple Anwendungen, die am Anfang gut funktionieren und bei denen die Interaktion auch nicht allzu komplex ist. Zukünftig, wenn die Spracherkennung besser wird, wenn man auch komplexere Anwendungen abbilden kann, ist es durchaus vorstellbar, dass wir letztendlich alles, was wir bisher mit dem Smartphone steuern über einen Sprachassistenten erledigen – egal ob Essen bestellen, Informationssuche oder einen Flug buchen.

mobibranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

Lesetipp

Jan Wolter schreibt auch regelmäßig Gastbeiträge für mobilbranche.de. Zuletzt schilderte er seine Mobile Trends für 2019. Dazu zählen für Jan Wolter der Wandel von Single- zu Multi-Purpose-Apps, ein erstarkender B2B-App-Markt sowie Apps mit Augmented Reality.


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