Bye bye, Portmonee: Wann startet Mobile Payment richtig durch?

von Gastautor am 10.September 2015 in Mobile Payment

beaconsmind Principal Anna LangenbachVon Anna Langenbach

Mobile-Payment-Lösungen gibt es auch in Deutschland wie Sand am Meer. Und genau das ist das Problem: Ein fehlender Standard und, zugegebenermaßen, wenig Nutzervertrauen bremsen den Trend komplett aus. Im Connected-Life-Panel „When will mobile wallet finally take off?” der CTIA Super Mobility in Las Vegas sagen die Experten Sarab Sokhey (Verizon Wireless), Imran Hayder (Wells Fargo), Will Graylin (Samsung Pay) und Jason Oxman (Electronic Transaction Association) den unmittelbaren Durchbruch von Mobile Payment voraus.

Der Durchbruch der Mobile Wallet steht unmittelbar bevor, wenn man den Experten glauben darf. 2015 wird in den USA das Jahr für die Smartphone-Geldbörse. „Wir stehen unmittelbar vor dem zweiten Turn in der S-Kurve“, betonte Imran Hayder, Head of Digital Payment bei Wells Fargo. Der Stillstand der Technologie ist bislang vor allem damit zu begründen, dass eine flächendeckende Verbreitung als Zahlungsmöglichkeit bei Händlern ausbleibt. Denn um das Wachstum von Mobile Payment anzutreiben, müssen Kunden erst einmal mobil bezahlen. Und hier genügen Incentives und Loyalitätsprogramme nicht. Der beste Weg, sie zur Nutzung zu bewegen, ist, ihnen eine einfache und weitverbreitete Bezahlmethode anzubieten.

Die Bereitschaft der Händler ist gegeben, denn jede angebotene Bezahlweise ist ein Service am Kunden, der ihnen Geld in die Kassen bringt. Es scheitert vielmehr an den bestehenden POS-Bezahlsystemen: Entweder geht der Händler den Weg, die neue Bezahlfunktion in das bestehende System zu integrieren, oder er lizensiert eine komplett neue Technologie. Beides sind bislang sehr aufwendige und dadurch teure Verfahren gewesen.

Samsung Pay - Bezahldienst Mobile Payment MPaymentSamsung hat daher im August 2015 ein neues Verfahren vorgestellt, dass in der amerikanischen Mobile-Payment-Szene schon als der heimliche Favorit um die Rolle als Bezahlstandard gilt. Samsung Pay ermöglicht das Bezahlen via Near-Field Communication (NFC), Barcode und Magnetstreifen – und kommt damit den Kassensystemen auf eine Weise entgegen, die andere Lösungen noch nicht leisten. Barcodes lassen sich mit bestehenden Kassensystemen scannen und Magnetstreifen sind in den USA bereits anerkannt. Beide Verfahren sind also schon jetzt an nahezu jedem Bezahlterminal in den USA möglich, nehmen so den Druck von der Implementierung des NFC-Standards und schieben die Verbreitung von Mobile Payment an.

Als Testmarkt für die Technologie zeigt derzeit Südkorea vielversprechende Tendenzen: Bereits jetzt nutzen die Südkoreaner die Mobile-Wallet-Lösung häufiger als die Kreditkarte, berichtet Will Graylin, Global Co-GM von Samsung Pay.

Was Hayder, Sokhey, Oxman und Graylin gleichermaßen vernachlässigten, ist, dass eine Vielzahl an Anbietern wie MCX, Apple Pay und Google Pay mitunter völlig unterschiedliche Lösungen vorantreiben. NFC, Bluetooth und QR-Codes sind nur drei Verfahren, die sich um den Platz als Payment-Standard kabbeln. Ein entscheidender Schritt wird sein, genau diesen Standard zu definieren, der vom Handel getragen und vom Nutzer akzeptiert wird. Samsung Pay ist mit drei Bezahl-Lösungen in einem dafür ein vielversprechender Kandidat.

Im nächsten Schritt geht es darum, auch Kreditkarten, Führerscheine, Ausweise, Versicherungskarten und Co. in die Mobile Wallet zu überführen. Hier ist viel Spielraum für neue Ideen – und folglich für Start-ups.

Über Anna Langenbach

Anna Langenbach ist als Principal bei der beaconsmind AG für die strategische Entwicklung des Beacon-Fullservice-Dienstleisters verantwortlich. Zuvor entwickelte sie für die Unternehmensberatung eviom zukunftsweisende Geschäftsstrategien. Auf der CTIA Super Mobility am 9. und 10. September 2015 in Las Vegas scoutet sie spannende neue Mobile-Ansätze und -Trends.


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