Google will in den USA Handyverträge verkaufen.

von Fritz Ramisch am 22.Januar 2015 in Mobile Technology, Netzbetreiber, News

Matthew Vascellaro

Bild: Matthew Vascellaro

Google wird zum virtuellen Mobilfunker. Medienberichten zufolge bereitet der US-Konzern den Start einer eigenen Mobilfunkmarke vor. Google könnte demnach bald eigene Handytarife über die etablierten US-Mobilfunker T-Mobile US und Sprint anbieten. Zu diesem Zweck soll sich der Suchmaschinengigant bereits Netzkapazitäten gesichert haben. Für Netzbetreiber kann die Vermarktung ungenutzter Kapazitäten ein lukratives Geschäft sein. Allzu große Konkurrenz müssen Mobilfunker kurzfristig wohl aber nicht befürchten. Google selbst sieht das Projekt zunächst als Experiment. Überraschend sind die Ambitionen von Google aber keineswegs. Mit dem Ausbau seines Glasfasernetzes in den USA und diversen Beteiligungen hat Google unmissverständlich klar gemacht: Wir wollen selbst zum Internetanbieter werden. Google bestimmt längst einen Großteil der digitalen Wertschöpfungskette und macht mit seinem mobilen Betriebssystem Android einen nicht geringen Marktanteil aus. Bereits im April des vergangenen Jahres spekulierte die Newsplattform The Information über einen möglichen Einstieg ins Mobilfunkgeschäft. Damals hieß es, dass der Suchmaschinengigant für sein Mobilfunkprojekt lediglich mobile Webzugänge anderer Anbieter anmieten will. In den USA stattet Google im Rahmen seines Glasfaser-Projekts Fiber bereits eine Reihe von Großstädten mit Highspeed-Internet aus. Highspeed-Internet wünschen sich auch die Europäer. „Wir brauchen u.a. die 700-Megahertz-Frequenzen, um die Internetgeschwindigkeit im Mobilfunk in den kommenden Jahren schrittweise erhöhen zu können“, forderte Bitkom-Präsident Dieter Kempf kürzlich für den Breitbandausbau in Deutschland. Europas Mobilfunk-Unternehmen sehen Google und Apple aber sehr wohl als Konkurrenz. Sie stellen sich entschlossen gegen die Monopolstellung von Apple und Google und setzen sich gegen steuerpolitische Regulierungen der europäischen Behörden und ungleiche Investitionsbelastungen zur Wehr. Teure Subventionsinvestitionen für Mobilgeräte, zu großer Wettbewerb und die Herausforderungen, die der notwendige Ausbau der Mobilfunknetze und die Entwicklung neuer Technologien mit sich bringen, setzen die europäischen Mobilfunk-Unternehmen zunehmend unter Druck.
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