DPD mit neuer App – mit elektronischem Paketschein und viel Personalisierung.

von Stephan Lamprecht am 12.Juli 2017 in App Business, News, Trends & Analysen

Nach einem Jahr Entwicklungszeit hat DPD seine App für Android und iOS einer Runderneuerung unterzogen. Besonderes Highlight ist sicherlich der Versand mit digitalem Paketschein, der auch Warenrückgaben besonders bequem macht.

Etwas Stolz schwingt schon mit, wenn Peter Steil, für Digitale Services bei DPD verantwortlich, in unserem Hintergrundgespräch erzählt, dass DPD Deutschland die Federführung bei der Entwicklung der neuen App innerhalb der Unternehmensgruppe DPDgroup übernehmen durfte. Und so ist Deutschland auch der erste Markt, auf dem die neuen Funktionen ausgerollt werden.

Mehr Komfort, mehr Personalisierung

Gleich mehrere Ziele hatte sich das Logistikunternehmen beim Relaunch seiner App gesetzt. Der Kunde sollte noch mehr Möglichkeiten erhalten, seine persönlichen Vorlieben für den Paketempfang zu hinterlegen und stets darüber informiert sein, wo sich die Sendung gerade befindet. Das Versenden von Paketen und auch das Zurückschicken von Waren an einen Händler sollte möglichst bequem sein. Und Spaß machen soll die Benutzung der App auch noch.

Versenden – ganz ohne Paketschein

Mit der neuen Version ist es erstmals möglich, Pakete direkt aus der App heraus zu versenden. Ein wichtiger Schritt für das Unternehmen. „50 Prozent aller Anfragen auf unseren Seiten erfolgen inzwischen per mobilen Geräten“, so Steil. Und dieser Kundengruppe wurde bisher kein optimales Angebot gemacht. Paketscheine konnten schon längere Zeit online vorbereitet werden. Allerdings funktionierte das bisher nur über den Desktop und die Seiten waren nicht für mobile Geräte optimiert. Mit der Versandfunktion in Verbindung mit dem mobilen Paketschein in der App ändert sich das.

Die rein digitale Funktion spiegelt auch die Situation in vielen deutschen Haushalten wider, wie Peter Steil erläutert. So hätte die Analyse aktueller Statistiken ergeben, dass in immer weniger privaten Haushalten überhaupt ein Drucker steht. Aber genau den brauchte man eben bisher, wenn man einen Paketschein für seine Sendung erstellen will. Der mobile Paketschein löst das Problem und macht den Versand sehr bequem. Die Sendung wird in der App erfasst. Am Ende des Prozesses steht ein 2D-Code. Diesen zeigt man in der Mail der Auftragsbestätigung (oder im eigenen Wallet gespeichert) einfach im gewünschten Paketshop vor. Hier wird er gescannt und die Sendung erhält einen Barcode. Wird das Paket dann vom Fahrer in das Depot mitgenommen, wird dort später ein vollständiges Etikett ausgedruckt. So, als hätte man es selbst getan. Schiefgehen kann dabei nichts. Denn in jedem Arbeitsschritt wird mit Scannern und Barcodes gearbeitet.

Als Zielgruppe für den mobilen Paketschein nennt Steil in erster Linie Privatkunden. Doch auch wer nur nebenbei einen Onlineshop bei Amazon oder Ebay betreibt, dürfte sich über die Funktion freuen. Besonders schnell geht das Anlegen einer neuen Sendung, wenn die eigene Adresse im Profil hinterlegt wurde und der Empfänger im Adressbuch des Smartphones enthalten ist.

Sendungen ganz nach Wunsch empfangen

Die Kunden wollen heute beim Empfang von Paketen möglichst flexibel sein. Das belegen Umfragen des Versandhandels immer wieder. Und das bildet auch die DPD-Anwendung ab. Bereits in den Voreinstellungen kann der Nutzer eine Lieferpräferenz dauerhaft hinterlegen. Neben der Zustellung an die eigene Adresse sind sowohl in den Voreinstellungen als auch individuell für jede Sendung zahlreiche Verfügungen möglich.

  • Ganz neu ist der Wunsch-Paketshop als dauerhafte Präferenz im persönlichen Profil der App. Wer täglich auf dem Weg zur Arbeit an einem DPD-Paketshop vorbeikommt, kann sich seine Sendungen dorthin schicken lassen und einfach mitnehmen
  • Umleitung an einen Wunschnachbarn
  • Umleitung an eine andere Adresse
  • Verschieben des Zustelltage.
  • Abstellen eines Pakets an einem sicheren Ort (zum Beispiel Garage). Das kann ebenfalls als dauerhafte Präferenz hinterlegt werden.

Die Umleitung kann auch noch bei Sendungen eingerichtet werden, die bereits auf dem Weg sind. Ein definiertes Zeitfenster gibt es dafür nicht, aber „der Fahrer muss natürlich noch die Chance haben, dass die Änderung ihn auf dem Weg erreicht“, so Steil. Änderungen sieht der Zusteller auf seinem mobilen Multifunktionsgerät, das permanent online ist.

Wer seine Pakete stets abstellen oder beim Nachbarn abgeben lässt, wird den zuständigen Paketzusteller wohl kaum einmal zu Gesicht bekommen. Daran wurde bei der Entwicklung auch gedacht. „Mit der Online-Trinkgeldfunktion kann man seine Zufriedenheit mit dem Service und dem Mitarbeiter aber trotzdem ausdrücken,“ so Peter Steil. „Im Vorfeld der Entwicklung haben wir uns natürlich auch andere Apps angesehen. Und ganz bewusst nicht nur solche aus der Logistik-Branche. Die Trinkgeld-Funktion, die es ja etwa auch bei Taxi-Apps gibt, fiel uns da als nette Geste auf“.

Wissen, was läuft. Paketverfolgung in Echtzeit

Nach wie vor bietet die DPD-App die Ankündigung des einstündigen Zustellfensters und das Live-Tracking. Teilt DPD dem Empfänger mit, dass die Sendung zugestellt wird, kann er nahezu in Echtzeit den Weg der Sendung verfolgen. Da beim Beladen des Wagens vom zentralen DPD-System bereits die Reihenfolge der Auslieferung festgelegt ist, ermittelt das System somit, wie lange es noch ungefähr dauern wird, bis die Sendung eintrifft. Auf einer kleinen Landkarte lässt sich so der Wagen direkt verfolgen.

Was die Position betrifft, darf ein solches System nicht völlig exakt sein, auch wenn das technisch sicherlich machbar wäre. Aber das erlaubt der Datenschutz nicht, wie Peter Steil erläutert. Würde die exakte Position angegeben, könnte man über die Adresse natürlich herauskriegen, wer da gerade eine Sendung erhalten hat. Und das geht ja nun wirklich niemanden etwas an.

Die Funktion macht mit ihrer Zoom-Funktion Spaß, erfüllt aber noch einen weiteren Zweck. Denn so kann man sehen, ob es noch sinnvoll ist, die Verfügung über das Paket noch kurzfristig zu ändern, weil man eben doch schnell losmuss, und keine Chance hat, die Sendung persönlich in Empfang zu nehmen. „Das Live-Tracking ist die Funktion, die mir persönlich in der neuen App am meisten Spaß bringt“, so der DPD-Mann.

Die neue App steht ab sofort in den Stores zur Verfügung.


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