Mobilisten-Talk Special: Smartphones und Wearables auf dem Weg zum First Screen.

von Philipp von Roeder am 16.September 2015 in Geräte, Mobilisten-Talk, News, Wearables

Mobilisten-Talk-Köln-2015

Florian Treiß, Julian Riedlbauer, Simone Richter, Michael Reuter und Matthias Schrader (von links nach rechts)

Die dmexco (heute und morgen in Köln) hat sich zum globalen Treff der Digitalen Marketingbranche entwickelt. Offiziell dauert die Kongressmesse in Köln weiterhin nur zwei Tage, aber längst gehört der Vorabend zum festen, wenn auch inoffiziellen Programm. Bereits eine Institution ist dabei der Mobilisten-Talk Special von mobilbranche.de und der Kanzlei CMS, der gestern Abend nun schon zum dritten Mal im Kranhaus 1 mit Blick über den Rhein stattfand. In diesem Jahr ging es um den Aufstieg des Smartphones zum wichtigsten Bildschirm im Leben eines jeden Einzelnen.

Gafa, User Experience und interne Trigger

Matthias-Schrader

Matthias Schrader (CEO Sinner Schrader) bei seiner Keynote

Matthias Schrader, CEO und Mitgründer von SinnerSchrader führte in seiner Keynote ins Thema ein. Wichtigster Punkt war dabei, dass die großen vier Digitalunternehmen Google, Apple, Facebook und Amazon – kurz „Gafa“ – alle massiv in „Mobile“ investieren. Damit sind sie voll auf Zukunftskurs, denn die Internetnutzung von Smartphones und Tablets ist schon längst an der PC-Nutzung vorbei gezogen. Ein Hauptgrund ist die einfachere Nutzbarkeit der mobilen Endgeräte – die User Experience ist schlicht viel besser. Zugleich verstehen es App-basierte Dienste wie Uber, interne Trigger zu bedienen, um sich ins Alltagsverhalten der Nutzer einzuklinken und ihre Bedürfnisse sehr schnell zu befriedigen.

In der anschließenden Diskussionsrunde ging es darum, wie Unternehmen mit Mobiles und Wearables umgehen können und welche Herausforderungen es zu meistern gilt. Auf dem Podium saßen neben Matthias Schrader auch Michael Reuter (Datarella), der sich intensiv mit von Wearables erhoben Daten beschäftigt, Simone Richter, lange Zeit bei Axel Springer und seit kurzem bei der Digitalberatung DG-i.net, sowie  Julian Riedlbauer, Partner bei der Investment-Bank GP Bullhound und einer der wichtigsten M&A-Berater Deutschlands.

App Economy: Zweite Chance für Gründer

Julian Riedlbauer sieht die Zukunft in mobilen Endgeräten, die in absehbarer Zeit den klassischen PC ersetzen werden, und sieht das Smartphone weniger als „First Screen“, denn als „First Device“. Matthias Schrader ergänzt, der einzige Grund für einen PC sei heute noch der große Bildschirm und die Akkulaufzeit. Für Michael Reuter ist der Reiz von Mobile, dass man jederzeit seine Daten dabei hat. Matthias Schrader findet es dabei besonders spannend, dass jedermann eine zweite Chance erhält, ein völlig neues Unternehmen zu bauen, der es in der ersten Internetwelle um 1995 herum verpasst hat, ein Amazon oder eBay aufzubauen. Das geht heute  sogar mit sehr kleinen Teams von nur zehn Mann, da man zum Beispiel sehr günstig externe Dienste wie Amazon Web Services für die Skalierung nutzen kann. Und jedermann hat dadurch die Chance, „einen Service aufzubauen, der den Alltag von Millionen von Menschen verbessert“, so Matthias Schrader. Dabei sollte allerdings niemals der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet werden – denn gerade Konzerne entwickeln oftmals neue Produkte, die nie ein Mensch nutzen würde, da sie keine Probleme lösen. Auch Simone Richter sieht Probleme bei der „Old Economy“, wie zum Beispiel Banken. Hier müsse ein Mentalitätswandel stattfinden und Firmen müssten außerhalb der vorhandenen Strukturen und Prozessen denken.

Mobilisten-Talk-Köln-2015bZur Macht von Mobile zitiert Matthias Schrader den Chaos Computer Club, der bereits 1984 sagte „nach den Daten reisen die Menschen“ – das ist heute Realität und die Menschen kommen aus vielen Ländern auf der Suche nach einer besseren Welt, die sie von ihren Smartphones kennen. Umgekehrt erleben Menschen in Europa nun hautnah mittels Apps wie Periscope, wie die gefährlich die Flucht nach Europa ist. Auch im kleineren hat Mobile das Zeug dazu, den Alltag der Menschen zu verbessern: Michael Reuter nennt als Beispiel Afrika, wo Mobile dabei hilft, Marktpreise in weiter entfernten Orten abzufragen um einschätzen zu können, ob sich der Weg dorthin lohnt. Julian Riedlbauer fasst zusammen: „Das Smartphone demokratisiert das Internet, mit Apps kann man die ganze Welt erreichen.“

Bei der Bedeutung von Wearables gehen die Experten-Meinungen dagegen auseinander: Für Michael Reuter sind Smartwatches wie die Apple Watch durchaus hilfreich. In 10 Jahren werden wir fast nur noch smarte Uhren haben, ist er sicher. Matthias Schrader findet die diversen Möglichkeiten, die die Sensoren bieten, sehr spannend. Simone Richter glaubt nicht an smarte Watches, sondern sieht die Zukunft irgendwann in Nanotechnologie-Implantaten. Julian Riedlbauer hat seine Apple Watch wieder abgelegt, weil er sich davon in Meetings zu sehr abgelenkt fühlte.

Fazit des Mobilisten-Talks: Mobile wird immer wichtiger, weil es relevant und einfach nutzbar für Menschen ist. Daher muss jedes Unternehmen eine Strategie entwickeln, mit dabei zu sein, weil es sonst früher oder später abgehängt werden wird.


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