Interview: Marcel Etzel über den Start von API O MAT.

von Florian Treiß am 22.Oktober 2012 in Interviews

Neuer Baukasten für Entwickler: Heute geht API O MAT, eine Entwicklungsumgebung speziell für das Backend, also den „unsichtbaren“ Teil von Apps,  in den öffentlichen Beta-Betrieb. Marcel Etzel, Mitgründer des Startups aus Jena, stellt den API O MAT im mobilbranche.de-Interview näher vor: Er hält bei der Backend-Entwicklung eine Zeitersparnis von bis zu 95 Prozent für realistisch, weil Entwickler mit dem API O MAT dank vieler vorgefertigter Module ihr Backend in kürzester Zeit individuell „zusammenklicken“ können. So lässt sich beispielsweise Facebook-Connect in Windeseile in das Backend integrieren, während es zugleich auch einen Klasseneditor gibt, der dem Entwickler eigene Datenmodelle ermöglicht. Dabei lassen sich SDKs für Objective-C, Android, Java, PHP und Python generieren.

mobilbranche.de: Marcel, Du und Dein Team starten heute den API O MAT. Was kann man sich darunter vorstellen?

Marcel Etzel: API O MAT ist eine Entwicklungsumgebung, die sich seit heute in der Public Beta befindet und über das Web öffentlich zugänglich ist. Innerhalb des Browsers unter apiomat.com können Entwickler, die mobile Apps oder mobile Webseiten entwickeln, das Backend in kürzester Zeit individuell „zusammenklicken“. Neben vorgefertigten Modulen wie z.B. Facebook-/Twitter-/Wordpress-Anbindung, Chat-Modul, Import/ Export etc. bietet die Entwicklungsplattform die Möglichkeit individuelle Datenstrukturen objektorientiert zu modellieren. Nach dem Deploy wird das Backend in der API O MAT Cloud freigeschaltet. Durch das generierte SDK kann der Entwickler anschließend Frontend- und BackendDaten extrem einfach verknüpfen. Momentan ist die SDK Generierung in folgenden Sprachen möglich: Objective-C, Android, Java, PHP und Python.

Wir nennen das Backend as a Service. Der Erstellungsprozess des Backends mit API O MAT ist aktuell vierschrittig. Zum besseren Verständnis der einzelnen Schritte empfehlen wir unser Videotutorial. Die Public Beta ist natürlich kostenlos.

mobilbranche.de: Mittlerweile gibt es diverse Baukasten-Lösungen für Apps. Wie unterscheidet sich der API O MAT von denen?

Marcel Etzel: Zunächst bieten wir einen Baukasten, der sich auf das Backend von mobilen Apps und mobilen Webseiten konzentriert. Das ist schon ein großes Unterscheidungskriterium, da wir der Meinung sind, dass ein Baukastensystem für das Frontend die Ästhetik und die Usabilty stark einschränken würde. Ich habe als ehemaliger Projektmanager nun schon vier Jahre mit App-Entwicklern Hand in Hand gearbeitet und erfahren, was den Entwickler bei der Nutzung eines Backends besonders wichtig ist: Einerseits soll die Backend-Funktionalität, die die Entwickler für ihre Frontends benötigen, einfach erstellbar und unkompliziert nutzbar sein. Andererseits soll sie jedoch so mächtig sein, dass der Kreativität des Entwicklers nur geringe Grenzen gesetzt sind. Genau dieses Ziel verfolgen wir mit API O MAT. Ein weiteres Entscheidungskriterium für den API O MAT ist sicherlich der Mix aus fertigen Modulen, der beispielsweise einen Facebook-Connect mit einem Click in das Backend integrieren, und der Klasseneditor, der dem Entwickler eigene Datenmodelle ermöglicht. Wir arbeiten intensiv daran, in naher Zukunft die Individualität des Service deutlich zu erhöhen, zum Beispiel durch das Hinzufügen von eigenem Code bzw. eigener Logik . Unsere SDKs, welche die Verbindung zwischen Frontend und Backend darstellen sind ebenfalls einfach zu nutzen, da sie nicht generisch sind sondern individuell generiert werden. Der Frontend-Entwickler bekommt das SDK in seiner gewünschten Programmiersprache. Schlussendlich glauben wir auch das deutsche Server in deutschen Rechenzentren und unser Datenschutzgesetz ein Differenzierungsmerkmal sein können. Alles in Allem ist es unser Ziel uns dadurch zu differenzieren, dass wir Funktionalität im Backend einfach, schnell aber ohne Einschränkungen zur Verfügung stellen. Es liegt uns am Herzen, den Prozess der App-Entwicklung noch besser und effizienter zu machen.

mobilbranche.de: Wie schnell kann man mit Hilfe des API O MAT eine App entwickeln? Oder anders gefragt: wie groß ist die Zeitersparnis demgegenüber, ein Backend komplett selbst zu entwickeln?

Marcel Etzel: Wenn man das Konzept und das Datenmodell bereits vor Augen hat kann man durchaus in zehn Minuten ein einfaches Backend konfigurieren, in unsere Cloud deployen, das SDK herunterladen und testen. Das zeigt auch unser Tutorial Video. Bei realen Projekten hängt das Einsparpotential von der Komplexität ab. Ein maximales Einsparpotential von 95 Prozent ist jedoch realistisch, vor allem bei Prototyping-Projekten. Dies begründet sich allein schon darin, dass viele Aufgaben des Backend-Entwicklungszyklus bereits mit API O MAT gelöst sind. Der Entwickler muss sich keine Gedanken, über Architektur, Technologien und Tools machen. Auch die Frage nach der Skalierbarkeit stellt sich nicht und das Coden fällt natürlich auch weg. Jeder kann sich an dieser Stelle selbst fragen, wieviel Zeit durchschnittlich mit diesen Aufgaben verbracht wird und wie hoch das Einsparpotential ist, wenn diese Tätigkeiten obsolet werden. Zudem spart man nicht nur Zeit, vielmehr gewinnt man Produktivität, Felxibilität und reduziert finanzielle Risiken.

mobilbranche.de: Wie groß schätzt Du den Markt für Euer Produkt ein?

Marcel Etzel: Laut der aktuellen Studie von MarketsAndMarkets wird geschätzt, dass der weltweite BaaS Markt von 216,5 Mio Dollar in 2012 auf 7,7 Mrd Dollar in 2017 wächst. Das ergibt eine jährliche Wachstumsrate von 104 Prozent. Neben Nordamerika glauben wir, dass Zentraleuropa eine entscheidende Rolle auf dem BaaS Markt spielt und Europa im Ganzen schlussendlich auch das Potential hat, mit Nordamerika gleich zu ziehen.

mobilbranche.de: Wen wollt Ihr als Kunden gewinnen?

Marcel Etzel: Wir freuen uns über Jeden, der unseren Service testet. API O MAT ist gezielt so konstruiert, eine große Bandbreite von Apps abzudecken. Aktuell liefern wir schon einen Mehrwert für Apps im Social-Media-Bereich. Also Apps die Content aggregieren, die Möglichkeiten von Smartphones (z.B. Ortsbezug, Push, Echtzeit) mit einbeziehen und den Content somit veredeln. Im B2B-Bereich haben wir bereits erste Erfolge erzielen können. Bezüglich der Zielgruppe sind für uns Freelancer, Newcomer im App-Markt und die Softwareschmieden interessant, die Kundenprojekte machen oder eben mit einer neuen App im Markt Fuß fassen wollen. Wir freuen uns auch über den Informatikstudenten oder den passionierten Entwickler, der unseren Service testet, uns Feedback gibt oder weiterempfiehlt. Bei der Kontaktaufnahme sind wir sehr unkompliziert. Einfach ansprechen, anrufen, anmailen, Google+, Facebook, Twitter… Und wo wir eben sonst noch so zu finden sind.

mobilbranche.de: Wer steckt eigentlich hinter dem API O MAT?

Marcel Etzel: Gegründet wurde API O MAT von Andreas Fey, Dr. Lutz Kohl und mir in Jena. Wir drei sind seit mehr als 4 Jahren in der Branche als CTO, Berater und Projektleiter tätig und haben bisher im B2B Umfeld Großkundenprojekte umgesetzt. Die Idee zu API O MAT entstand im Juli 2011 und ist das Resultat der Erfahrungen, die wir während der vier Jahre gesammelt haben. Uns wurde immer klarer wie kompliziert sich Backend-Entwicklung bei mobilen Apps gestaltet. Seit Juli 2011 ist das Team um einen weiteren Apinauten gewachsen. Philipp Michel macht als Entwickler unser Team vorerst komplett.

mobilbranche.de: Marcel, vielen Dank für das Interview!

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