Appgefragt: Carsten Frien von madvertise.

von Florian Treiß am 31.Oktober 2012 in Appgefragt

Carsten Frien ist Gründer und Geschäftsführer von madvertise und Veteran der Mobile Advertising Welt. Er kann auf mehr als zehn Jahre Erfahrung aus Startups, Werbung, mobiler und digitaler Industrie zurückgreifen. Im Vorfeld des 4. Mobilisten-Talks zu Mobile Advertising am 15. November im BASE_camp in Berlin, bei dem Carsten Frien einer der Speaker sein wird, hat er unseren Appgefragt-Fragebogen ausgefüllt. Carsten Frien erzählt darin nicht nur, was seine Lieblings-Apps sind und wie seine Mutter seinen Job beschreiben würde, sondern gibt zugleich auch einen visionären Ausblick auf die Zukunft mobiler Werbung.

Das war mein erstes Handy:

Die Nokia „Banane“.

So kam ich erstmals mit dem Mobile Web in Kontakt:

2000 im Rahmen meiner Tätgigkeit bei Digital Rum.

Diese App hätte ich gern selbst erfunden:

  1. als Entrepreneur: Instagram (no brainer): – für eine Milliarde Dollar an Facebook.
  2. als User: Runkeeper – dann hätte ich endlich Zeit wieder laufen zu gehen. Als CEO von Runkeeper muss ich ja beruflich das Produkt testen.

Das ist mein App-Insidertipp:

(Aus Gründen der Fairness werde ich einmal all die hervorragenden Apps aus dem madvertise Partnernetzwerk außen vor lassen)

  1. Soundcloud, WhaWah Radio und Figure Propellerhead (Musik)
  2. Pulse (News)
  3. Photosynth, Loopcam, eyeem (Foto)
  4. Klash und Amen (Büro-Spaß)

So beschreibt meine Mutter meinen Job:

Das Unternehmen meines Sohnes bringt Werbung aufs Mobiltelefon – sie haben Technologie die macht, dass direkt am Mobiltelefon Anzeigen geschaltet werden können. So werden kostenlose Anwendungen durch Anzeigen finanziert.

Das war meine bislang beste Mobile-Idee:

madvertise – eigens entwickelte Mobile Adserving Technologie ermöglicht hervorragende Produkte für Werbungtreibende – in Kombination mit bestem Kunden-Service.

So sieht mobile Werbung in 5 Jahren aus:

5 Jahre sind eine Ewigkeit in unserer Branche. Das erste iPhone wurde vor 5 Jahren im Juni 2007 herausgebracht. Es ist unglaublich, wie weit Mobile seitdem gekommen ist. Mehrere Dinge wird jedoch mobile Werbung in 5 Jahren im Stande sein zu leisten:

  1. Heutzutage sind viele mobile Werbekampagnen immer noch einfache Verlängerungen der TV-, Print- oder Onlinekampagne in den mobilen Kanal hinein. Einzigartige Merkmale von mobile werden daher noch nicht ganz ausgeschöpft. In 5 Jahren wird die Branche gelernt haben, diese besonderen Charakteristiken zu nutzen. (Beispiel: Es existiert ein Trend zum „user generated content“. Das Smartphone ist mit seiner Kamera, Anrufmöglichkeit, Aufnahmegerät, Bild und Tonbearbeitung etc. immer mit dabei am Punkt des kreativen Impulses. Der Raum für kreative und interaktive mobile Kampagnen ist also groß. In 5 Jahren wird die Technik und die Bereitschaft der Advertiser/User so weit sein ihn auch voll zu nutzen.)
  2. In 5 Jahren werden Smartphones ein eingebautes Bezahlsystem haben. Im Onlinebereich benötigt man dafür externe Dienste wir PayPal. Mobile wird wie eine Kreditkarte/auf Rechnung funktionieren. Nicht nur im e-commerce, sondern auch in der mobilen Werbung wird diese mobile-only Charakteristik neue kreative performanceorientierte Kampagnen hervorbringen.
  3. Eine noch niemals dagewesene Minimierung von Streuverlust (Audience Targeting) – mobile Werbung wird für den jeweiligen Empfänger relevanter sein als jemals zuvor. Da die richtige Werbung den richtigen Empfänger findet, wird der Nutzen/Mehrwert von Werbung daher groß wie nie zuvor.
  4. Das Tracking und die Messbarkeit verschiedener Parameter wird genauer werden als Online. Der Computer wird von mehreren Personen genutzt. Das Telefon meist nur von einer.
  5. Es werden jetzt schon mehr Smartphones als Computer verkauft. Schwellenländer überspringen die Phase des stationären Internets und gehen direkt über ihr Smartphone ins Internet. In 5 Jahren wird mobile das reichweitenstärkste Massenmedium sein. Werbebudgets folgen der Reichweite. Diese Budgets werden die Werbekampagnen in nicht absehbarer Weise verändern.
  6. Endgeräte werden ihre Bedeutung verlieren. Die Grenzen zwischen den einzelnen Massenmedien/Kommunikationskanälen verschwinden. Der User in 5 Jahren wird den gleichen Zugang zu Online Content über alle Kanäle hinweg erwarten. Egal über welches Gerät er darauf zugreift. Dies wird mobile Kampagnen vor neuen Herausforderungen, jedoch auch großen Möglichkeiten stellen.
  7. Und wer weiß was Smartphones in 5 Jahren alles können? Temperatur messen = der User bekommt Werbung für Winterreifen, wenn es kalt wird; Blutdruck messen = der User bekommt Werbung von der Apotheke, wenn sein Blutdruck zu hoch ist etc etc. Das spannende an Mobile ist das ungeheure Potential.

Das ist mein größter Mobile-Trend für 2013:

Audience Targeting; Real Time Bidding; Multi Screen; Augmented Reality; More Rich Media und Tracking, Tracking, Tracking

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