HP stellt die Produktion von Geräten mit WebOS ein.

von Florian Treiß am 19.August 2011 in Geräte, News, Ökosysteme

Drastischer Kurswechsel: Léo Apotheker, ehemaliger Chef von SAP und heute Boss von Hewlett-Packard (HP), stellt die Produktion von Smartphones und Tablets mit dem hauseigenen System WebOS ein, will das PC-Geschäft aus dem Konzern herauslösen und kauft zudem für 10,3 Mrd Dollar den Softwareanbieter Autonomy. Damit beugt sich Apotheker nur 16 Monate nach dem Kauf von Palm durch HP für 1,2 Mrd Dollar der Übermacht von Apples iOS und Googles Android und gibt ein von Experten hochgelobtes Betriebssystem faktisch auf, das HP überhaupt erst dank der Akquistion von Palm auf den Markt bringen konnte. Laut „Handelsblatt“ wäre es denkbar, dass der Konzern nun WebOS nun an HTC oder Samsung verkauft – als schlüsselfertige Alternative zu Android, das für HTC und Samsung durch Googles Kauf von Motorola nicht mehr so attraktiv sein dürfte. Bei HTC oder Samsung wäre das System wohl in besseren Händen, schreibt die Wirtschaftszeitung, denn schließlich hätten sie anders als HP bereits jahrelange Erfahrung mit Smartphones. Léo Apotheker beugt sich mit den Plänen offenbar dem Druck von Investoren, die HP in einen Business-orientierten Bereich und eine Consumer-Sparte aufspalten wollen. Erstaunlich dabei ist u.a. auch, dass HP offenbar Markenunternehmen dafür bezahlt hat, dass sie sich Apps für WebOS entwickeln lassen. So sollte die Attraktivität von WebOS schnell steigen. Dass WebOS nun komplett aufgibt, ist unwahrscheinlich – vielmehr soll es weiter verbessert werden, wie WebOS-Manager Stephen DeWitt betont, der davon redet WebOS an andere Firmen zu lizensieren. Aber ein kompletter Verkauf an einen Gerätehersteller wäre wohl die konsequentere Lösung.
handelsblatt.com, ftd.de, intomobile.com, thisismynext.com, ftd.de (Kommentar)

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