Köpfe der Mobilbranche: Jonas Thiemann von AppLike.

„Gut gemachte Werbung definiert sich ja nicht nur durch ein gutes Creative – sondern auch den Fit zur Zielgruppe“, sagt Jonas Thiemann, CEO und Co-Founder von AppLike. Die App-Marketing-Plattform, die inzwischen in 30 Ländern aktiv ist, hilft App-Publishern dabei neue Nutzer zu akquirieren. Mit 22 Jahren gründete der heute 28-Jährige mit Carlo Szelinsky die Gutscheinplattform coPAY, die allerdings bereits ein Jahr nach Start wieder eingestellt wurde. Im März 2018 gründeten die AppLike-Co-Founder gemeinsam mit Gruner+Jahr die adjoe GmbH, die Monetarisierungslösungen für Apps anbietet. Im Fragebogen von mobilbranche.de erzählt Thiemann, dass er ein „unverbesserlicher Optimist“ ist und warum er „eine wichtige App“ bewusst gelöscht hat.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Jonas Thiemann: Das muss ein Siemens ME45 gewesen sein, das Display hatte einen leicht orangenen Hintergrund. Damit war ich als 11-Jähriger in der Schule total cool.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Jonas Thiemann: Android das Operating System, bei iOS die Hardware. Ich nutze selbst Apple, mit iPhone und MacBook im täglichen Gebrauch. Android ist gerade aus Entwickler-Sicht aber sicherlich das offenere und damit spannendere OS. Wenn ich mich festlegen müsste, eher Android.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Jonas Thiemann: Google Chat, Immoscout (suche gerade eine Wohnung), und Linkedin. Eine wichtige App habe ich aber wieder gelöscht, denn mittlerweile bin ich seit vier Jahren in einer glücklichen Beziehung – dank Tinder 😉

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Jonas Thiemann: Es gab mal so ein Ad für das Mobile Game „Clash of Clans“, in der mit Paint manuell eingezeichnet war, dass ein Dorf angegriffen werden muss. Das fand ich ziemlich lustig. Die allerbesten Creatives kommen ansonsten natürlich alle aus dem AppLike-Design-Studio! Unsere Kreativköpfe sind da wirklich stark und machen einen fantastischen Job!
Gut gemachte Werbung definiert sich ja nicht nur durch ein gutes Creative – sondern auch den Fit zur Zielgruppe! Und genau daran arbeiten wir tagtäglich 😉

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Jonas Thiemann: Ich finde (ausnahmslos) alle Video Interstitials, die mir in News- oder Gaming-Apps für zehn Sekunden gezwungenermaßen angezeigt werden, zu 100% nervig. Damit bin ich, glaube ich, aber nicht allein.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Jonas Thiemann: Ich bin inzwischen seit fünf Jahren in der Industrie, und habe doch einige Leute kennengelernt. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass mein Co-Founder Carlo zu den besten Leuten der Industrie zählt – weltweit. Soviel Vision, Technologie und Businessverständnis findet man selten in einem Kopf.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Jonas Thiemann: Meine Mutter ist Lehrerin – und ziemlich schlau! So ungefähr: „Jonas hat zusammen mit seinem besten Freund Carlo eine Firma gegründet, die Empfehlungs-Apps für Smartphones entwickelt. Mit diesen Apps bekommt jeder Nutzer die für ihn passendsten Applikationen vorgeschlagen und wird auch noch für die Nutzung der Spiele oder anderer Apps, die ihm eh gefallen, mit kleinen Gutscheinen belohnt. Und jetzt macht er noch so eine reine B2B-Firma mit Apps, das weiß ich aber nicht so genau.“

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Jonas Thiemann: Mein Job als Co-Founder von zwei Firmen nimmt logischerweise weit mehr Zeit in Anspruch als ein klassischer Nine-to-five-Job. Das kann man nicht über Jahre durchziehen, wenn nicht auch ein Stück weit Berufung drinsteckt. Es ist schon erfüllend, inzwischen fast 100 Mitarbeitern einen sicheren Job zu bieten, trotzdem beständig weiter zu wachsen und bei allem Stress auch noch Spaß an der Arbeit zu haben. Mir hat der analytische, zahlengetriebene Teil des Geschäfts immer schon enormen Spaß gemacht. Ich mag es auch zu verkaufen, selbst zu pitchen und Kunden aus verschiedenen Ländern von den Vorzügen unseres Modells zu überzeugen.
Wenn du mich fragen würdest: „Warum machst du das eigentlich alles?“ ist die Antwort dann aber doch simpel: Im Kern finde ich es einfach toll, Arbeitsumfelder zu schaffen, in denen junge Leute über Kreativität und Brainpower in kurzer Zeit viel erreichen können, ohne dabei den Spaß im Büro und das Privatleben aus den Augen zu verlieren.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Jonas Thiemann: In Schweden im Wanderurlaub habe ich mit Apple Pay bezahlt, da kommen alte und neue Welt zusammen. In Deutschland sind wir noch etwas hinterher, ich bin mir aber sicher, dass Mobile Payment in ein paar Jahren die Bezahlmethode Nummer eins sein wird. Aber ehrlich gesagt: Je nach Umfeld zahle ich aber anders: Online mit Kreditkarte, im Supermarkt mit Apple Pay und in der Bar – natürlich bar! Da möchte ich den persönlichen Touch von Trinkgeld einfach nicht missen.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Jonas Thiemann: Das größte Entwicklungspotential liegt gerade in Deutschland im flächendeckenden schnellen Internet. Es gibt immer noch Funklöcher oder Edge-Empfang sobald man die Ballungszentren verlässt, in weitaus weniger entwickelten Ländern ist das viel besser. Heute nutzt jeder unter 30-Jährige sein Smartphone vier Stunden und mehr täglich – da muss die Geschwindigkeit und Verfügbarkeit gesichert sein.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Jonas Thiemann: Da ich ein unverbesserlicher Optimist bin: Funklöcher und gedrosseltes, mobiles Internet sind verschwunden. Durchgesetzt und professionalisiert hat sich personenbezogene Werbung, und zwar so, dass User ihre Daten kontrollieren können – aber nicht auf jeder Website und in jeder App einen Opt-In- oder Cookie-Text wegklicken müssen. Ich kenne niemanden, der das gut findet.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die interessanten Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

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