Der deutsche Video-Streamingmarkt fünf Jahre nach dem Netflix-Start.

Heute vor fünf Jahren startete Netflix sein Angebot in Deutschland und Österreich. Seit dem hat sich die Zahl der weltweiten Nutzer der Plattform von 50 auf 152 Millionen mehr als verdreifacht. Und auch in Deutschland ist Netflix der Platzhirsch mit 5,3 Millionen Kunden, gefolgt von Sky und Amazon Prime. Apple TV+ steigt ab dem 1. November mit einem Kampfpreis in das Geschäft ein.

Das ist ungewöhnlich, weil gerade Apple zumindest in Sachen Hardware eher eine hochpreisige Herangehensweise hat. Während das Standard-Abo bei Netflix 11,99 Euro kostet, will Apple TV+ mit monatlich 4,99 Euro starten. Das Interesse an dem für Apple neuen Markt ist verständlich, weil sich gerade bei den Smartphones seit Jahren nichts wirklich Innovatives mehr tut. Die Entwicklung ähnelt der bei PCs und neue Geschäftsfelder müssen erschlossen werden.

Zudem soll Apple TV+ ein Jahr lang kostenlos bei allen neu gekauften Apple-Geräten enthalten sein. Analysten gehen für 2020 von 190 Millionen verkauften iPhones, MacBooks etc. aus. Damit hätte man aus dem Stand mehr potentielle Kunden als Netflix, nur dass diese halt auch erst einmal nichts zahlen.

Während Netflix ein riesiges Angebot an Filmen und Serien hat, sieht die Apple Bibliothek ausschließlich Eigenproduktionen vor. Am Ende hängt also alles von der Qualität des eigenen Stoffs ab und ob der Nerv der Kunden getroffen wird. Mit Disney+ wird ab dem 12. November 2019 zumindest in den USA ein weiterer namhafter Anbieter mit neuen Produktionen und dem bereits vorhandenen Portfolio an den Start gehen. Wann das Angebot nach Deutschland kommt ist noch nicht bekannt, in den Niederlanden gibt es aber schon erste Testversionen per App. Auch HBO und NBC wollen sich zunächst nur in den USA mit einem eigenen Angebot am Markt platzieren.

100 Minuten Online Videonutzung pro Tag im Jahr 2021

Die Konkurrenz ist also groß. Mit Joyn gibt es auf dem deutschen Markt einen kostenfreien Streamingdienst von ProSiebenSat.1 und Discovery. Bei Videoload gibt es kein Monats-Abo, sondern es werden einzelne Filme und Serien zum Abruf angeboten. Auch Maxdome spielt noch mit und nicht zu vergessen Youtube, wo es auch einzelne Kinofilme auf Abruf gibt. Mit den steigenden Angeboten wächst der Video-Streamingmarkt.

Nach dem aktuellen Zenith Online Video Forecasts 2019-Report wird weltweit ein Durchschnittskonsument im Jahr 2021 jeden Tag 100 Minuten damit verbringen, Online-Videos anzusehen, verglichen mit 84 Minuten in diesem Jahr. Über das ganze Jahr 2021 betrachtet entspricht das 25 Tagen Videokonsum am Stück. Seit 2013 liegt die Steigerungsrate bei jährlich 32 Prozent, was zum Großteil den Verbesserungen bei der Größe und Qualität der Displays mobiler Geräte, den schnelleren mobilen Datenverbindungen und speziellen Streaming-Tarifen der Mobilfunkbetreiber zu verdanken ist.

In Deutschland sind die Zahlen mit 35 Minuten täglichem Online-Video-Konsum in 2019 und erwarteten 44 Minuten in 2021 zurückhaltender. Laut GfK nutzten in Deutschland im ersten Quartal 2019 22,7 Millionen Menschen kostenpflichtige Video-Streamingdienste, ein Zuwachs von neun Prozent allein gegenüber dem Vorquartal. In allen Altersgruppen gibt es dabei Zuwächse. 60 Prozent der Nutzer sind zwischen 14 und 39 Jahren alt, der Anteil der Über-50-Jährigen liegt inzwischen bei 19 Prozent.

 

 

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