Huawei mit HarmonyOS in die Zukunft.

Huawei hat auf seiner Entwicklerkonferenz das neue und eigene Betriebssystem Harmony OS vorgestellt. Es soll nicht nur eine Android-Alternative für Smartphones sein, sondern auch für andere Gerätekategorien eingesetzt werden. Das erste Gerät mit dem hauseigenem Betriebssystem ist ein vernetzter Fernseher der Tochtermarke Honor.

Huawei droht der Android-Lizenz-Entzug, nachdem das Unternehmen von US-Präsident Donald Trump wegen Sicherheitsbedenken auf eine schwarze Liste gesetzt wurde. Bis zum 19. August wurde das Verfahren ausgesetzt, ohne das man weiß, wie es weiter geht.  Schon im Mai fragten wir uns, ob dies nicht auch eine Chance für die Verbraucher ist, wenn das quasi US-Monopol bei Betriebssystemen von Google und Apple dadurch fallen würde.

HarmonyOS soll für jede Gerätekategorie verwendet werden können, vom Spitzen-Smartphone über Tablets, Lautsprecher bis hin zum Fernseher. Dabei ist es ein „microkernel-based distributed OS for all scenarios“, also eine Art Mikroarchitektur für alle Anwendungsmöglichkeiten, was etwas an Googles Fuchsia oder Samsungs Tizen erinnert. Huawei-Manager Richard Yu betonte außerdem auf der Konferenz, dass ein globales und quelloffenes Betriebssystem etabliert werden soll, dass nicht nur von Huawei genutzt wird. Selbstbewusst fügte er hinzu, dass es außerdem schneller, flexibler und sicherer als Android sei.

Yu sagte weiter, dass ein Problem für Entwickler die Fragmentierung von Android und iOS sei. Bei Google kommen etwa Chrome OS für Notebooks und Tablets zum Einsatz und Android für Smartphones, Wear OS für Smartwatches und Android Things für IoT-Geräte. Bei Apple sind es iOS, watchOS, tvOS und iPadOS. Mit Harmony OS wird nur noch eine App benötigt, die auf allen Gerätekategorien ausgeführt werden kann. Unterstützt werden sollen für die Entwicklung über den eigenen Ark-Compiler unter anderem Java, Kotlin und Javascript, C und C++.

Auf Smartphones ist der Einsatz erst ab 2020 geplant, man sei aber durchaus in der Lage, bei Bedarf in kürzester Zeit zu reagieren und den Start entsprechend vorzuziehen. Huawei bestätigte heute nochmal sein Zukunftsversprechen, dass sich auch nach dem 19. August nichts für die Kunden ändern werde. Alle Smartphones, Tablets und PCs, die verkauft wurden und aktuell auf dem Markt verkauft werden, werden demnach weiterhin Sicherheitspatches, Android-Updates und Microsoft-Support erhalten.

Für Google könnte die Entwicklung jedenfalls gefährlich sein, denn Huawei kann auf dem riesigen chinesischem Markt seine Vorteile ausbauen und Erfahrungen sammeln. Gut vorstellbar, dass auch andere chinesische Smartphone-Anbieter schon aus Patriotismus auf HarmonyOS zurückgreifen wollen und eine internationale Ausweitung damit vorantreiben.

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