Köpfe der Mobilbranche: Sven Lubek von WeQ.

von Kay Ulrike Treiß am 22.Oktober 2018 in Fragebögen, News

Sven Lubek (Foto: Anna Wasilewski)

Sven Lubek ist seit September 2018 Managing Director beim Mobile-Advertising-Spezialisten WeQ. Er kümmert sich um die Weiterentwicklung der mobilen Werbetechnologie und Entstehung neuer Mobile-Advertising-Produkte für WeQ. Lubek ist Serial Entrepreneur und hat in seiner Laufbahn bereits über 25 Unternehmen aus 15 verschiedenen Branchen gegründet, darunter WeQ, Browsergames, AdEx und Onlineversicherung.de. Lubek baute außerdem eines der größten deutschen Internet-Domain-Portfolios auf sowie digitale Marktplätze, von denen einige erfolgreiche Exits hatten. Browsergames.de beispielsweise wurde von ProSiebenSat.1 Media SE akquiriert. In unserem Fragebogen verrät er, dass er „leidenschaftlicher Unternehmer ist“ und schon einmal kurz davor war sein Lieblingscafé zu kaufen, „weil ich das Gefühl hatte, es besser machen zu können.“

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Motorola MicroTAC (Bild: Ross Padluck / Redrum0486 at English Wikipedia)

Sven Lubek: Mein erstes Handy war das Motorola MicroTAC Anfang der 90er. Damit war ich der totale Nerd. Wenn ich auf der Straße telefonierte, schauten mich die Menschen entgeistert an. Es gab alle möglichen Reaktionen, angefangen bei Müttern, die ihre Kinder wegzogen, bis hin zu Typen, die mir einen Vogel zeigten. Und ja, es lag allein am Telefon.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Sven Lubek: Ich bin schon lange Apple-Fan und auch beim Telefon war ich von Anfang an begeisterter iPhone-Nutzer, daher liegt meine persönliche Wahl auf iOS. Generell sind beide Systeme vom Umfang der Features her sehr ähnlich, lediglich hat man bei Android deutlich mehr Freiheit, wie man das Betriebssystem für sich anpasst und nutzt. Allerdings ergeben sich dadurch auf dem Android-Handy auch Sicherheitsprobleme.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Sven Lubek: Slack ist für meine Firma WeQ das wichtigste Kommunikationsmittel geworden und daher unverzichtbar, wie es für mich Whatsapp privat ist. Als Musikfan liebe ich Spotify und für die abendlichen Besuche in den tollen Berliner Restaurants hilft mir Opentable.

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Sven Lubek: Ich mag Werbung, die mich persönlich anspricht und die eher als Information daherkommt. Machine Learning hat für WeQ den großen Durchbruch gebracht, indem wir unseren Kunden das für sie passende Produkt als Werbung anzeigen. Aktuell mag ich Playable Ads, also Werbung für Spiele, die mich ein Spiel testen lässt, bevor ich mich entscheide, ob ich die App herunterlade. Im Hinblick auf Mobile Advertising finde ich besonders das stetige Wachstum von AR und VR aufregend. Werbungtreibende sollten Native Ads kreieren, die speziell auf diese Formate ausgerichtet sind, anstatt sie auf Banner oder Display Ads anzupassen. Ich nutze Instagram sehr viel und beobachte immer wieder mit Begeisterung die Entwicklung der Video Ads und die Kreativität vieler Unternehmen.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Sven Lubek: Ich finde es immer noch schlimm, dass es andere nicht hinbekommen, Werbung im Kontext der Seite auszuspielen. Wenn es im Content der Seite um eine Umweltkatastrophe im Ausland geht und daneben ein Reiseanbieter für das gleiche Land wirbt, ist das sehr unglücklich. Wichtig ist außerdem, dass Stil und Grafiken der Werbung an die beworbene App angepasst sind. Oft kommt es vor, dass der Übergang nicht konsistent genug ist, was irreführend sein kann.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Sven Lubek: Ich glaube eher an das Konzept des Vorbilds des Moments. Ich folge unterschiedlichen Influencern und je nachdem, wofür ich gerade Rat brauche, suche ich mir die passende Person auf Instagram, Youtube oder auch gern als Hörbuch.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Sven Lubek: Eine sehr lange Zeit hieß es, der „Junge“ macht irgendetwas mit Computern. Dies führte dazu, dass mich meine komplette Verwandtschaft bei PC-Herausforderungen anrief. Das war aber auch immer ein guter Aufhänger, um mal wieder mit ihnen zu plaudern. Da ich nun seit Jahrzehnten Unternehmen im Performance-Marketing aufbaue, konnte ich mittlerweile das Konzept von Performance-Marketing meiner Mutter vermitteln.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Sven Lubek: Unternehmer zu sein, ist schon immer meine Leidenschaft gewesen, und ich liebe es, die Herausforderungen anderer unternehmerisch zu lösen. Ich muss mich da auch manchmal vor mir selbst schützen, denn ich neige dazu alles in meiner Umgebung optimieren zu wollen. Ich war schon einmal kurz davor mein Lieblingscafé zu kaufen, weil ich das Gefühl hatte, es besser machen zu können. Das hat glücklicherweise nicht geklappt. Völliger Wahnsinn :-).

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Sven Lubek: Ich warte sehnsüchtig auf ein funktionierendes Mobile-Payment-System in Deutschland. Mein Bruder lebt in den USA und zahlt dort schon seit langer Zeit mit Apple Pay. Wie herrlich einfach ist es, sein Handy hinzuhalten und der Kauf ist abgeschlossen. In Deutschland habe ich in der gleichen Zeit noch nicht mal meine Karte aus dem Portemonnaie gefummelt.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: Wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Sven Lubek: Entwicklungspotenzial gibt es noch in allen Bereichen. Viele Apps haben uns in den letzten Jahren das Leben vereinfacht und diese Reise wird weitergehen. Künstliche Intelligenz wird uns immer mehr unterstützen und unseren Alltag simplifizieren. Die nächsten großen Bereiche, auf die ich hoffe, sind die digitale Medizin und die Digitalisierung unserer Behörden. Ich denke, dass sich auch hierzulande die marktführenden Messenger Chats bald zu „Super Apps“ entwickeln werden, ähnlich wie Kakao und WeChat in Asien, die als Verkaufs- und Buchungsplattform genutzt werden. Für Werbungtreibende wird das neue und interessante Möglichkeiten eröffnen. Einige Unternehmen nutzen dieses Prinzip schon jetzt, um ihren Kunden noch mehr bieten zu können.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: Was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Sven Lubek: In fünf Jahren wird die mobile Unterstützung durch Apple und Google in unserem Alltag so weit fortgeschritten sein, dass alltägliche Abläufe komplett übernommen werden. Die Sprachsteuerung wird auf menschlichem Niveau sein und somit wird jeder seinen persönlichen Assistenten haben. Diese künstliche Intelligenz wird für uns Termine ausmachen, in Kalender eintragen und wenn wir ins Auto steigen, die Zieladresse schon in das Navigationssystem eingegeben haben. Die ständige manuelle Bedienung der Telefone wird verschwunden sein, da wir Brillen tragen werden, die alle nötigen Funktionen visuell in die Umgebung einbinden. Durch Blicke und Gesten werden wir diese dann steuern können. Ich freue mich darauf.

Mit dem Wachstum von KI wird zukünftig der Dialog zwischen Unternehmen und Konsumenten mehr und mehr in Echtzeit erfolgen. Außerdem sollten wir die Vorteile von Blockchain in der Werbebranche nicht unterschätzen. Immer mehr Marken werden diese Technologie verwenden, um eine direkte Kommunikation zwischen Media-Verkäufern und -Käufern zu ermöglichen und damit die Transparenz in der Branche zu verbessern.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.


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