App-Kritik: Tobias Hallermann von komoot findet bei Kitchen Stories das Haar in der Suppe.

von Gastautor am 29.September 2015 in App Business, App-Kritik, News

Kitchen Stories_App IconIn unserer Rubrik App-Kritik testen App-Macher andere Apps und schreiben dazu einen unterhaltsamen Erfahrungsbericht. Wer kritisieren kann, muss auch einstecken. Deshalb müssen unsere App-Kritiker ihre App ebenfalls zur Kritik stellen. Tobias Hallermann, Mitgründer bei der Wander- und Fahrrad-App komoot, hat für uns Fahrrad-Helm gegen Kochlöffel getauscht und mit Hilfe der App Kitchen Stories das perfekte Dinner gekocht. Die Koch-App macht insgesamt eine gute Figur, Tobias Hallermann hat trotzdem ein paar Haare in der Suppe gefunden.

Unter dem Motto “anyone can cook” verspricht die Koch-App Kitchen Stories dem Nutzer nicht weniger, als ein einmaliges Kocherlebnis in die heimische Küche zu bringen. Und bereits der Play Store Auftritt inklusive seiner sehr hochwertigen Rezept-Fotos macht richtig Lust, die App einmal auszuprobieren. Neben spannenden Rezepten will die App dabei laut Beschreibung vor allem mit hilfreichen Videos und Schritt-für-Schritt Anleitungen punkten. Die Nutzer-Bewertungen zeichnen jedenfalls schon mal ein sehr gutes Bild.

Für meinen ersten App-Test musste es dann schnell gehen. Ich hatte versprochen, zu Hause etwas mit Fisch zu kochen, war spät dran und musste auch noch einkaufen. Und genau hier konnte die App das erste mal voll Punkten: Denn der Card-Feed, der nach dem Start der App die Rezepte präsentiert, lässt sich nach allen möglichen Kriterien filtern: In meinem Fall zum Beispiel nach “Meerestieren” in max. 30 Minuten (Kleiner Haken: Die App berücksichtigt hier nur die Arbeitszeit, nicht die gesamte Zubereitungszeit) . Unter den mit diesem Filter immerhin ca. 20 verbleibenden Rezepten entscheide ich mich gleich für das erste: “Gedämpften Lachs aus dem Päckchen auf Gemüsebett” – wobei auch alle anderen sehr lecker klingen!

App-Kritik Kitchen Stories 2

Sehr nützlich: Der Card-Feed lässt sich nach Kategorien, Zutaten und Dauer filtern.

Die benötigten Zutaten lassen sich bequem auf die gewünschte Personenzahl umrechnen und auf die App-eigene Einkaufsliste setzen. Hier kommt der erste, wenn auch nur kleine Kritikpunkt: Zwar lässt sich die Einkaufsliste per App Intent in alle möglichen externen Apps exportieren. Mit Wunderlist klappte das leider nicht so gut und die gesamte Liste landet dort in einem einzigen Eintrag. Aber auch die App-eigene Check-Liste ist brauchbar und ich hab schnell alle Zutaten zusammen.

App-Kritik Kitchen Stories

Die Videos sind etwas langwierig, die Rezepte aber sehr gut beschrieben.

Zuhause angekommen geht es dann direkt in die Küche. Das Rezept lässt sich sehr gut nachkochen. Die viel beworbene Videoerklärung zu den einzelnen Arbeitsschritten fand ich persönlich dabei allerdings etwas zu langwierig. Zumal sie, wahrscheinlich zugunsten einer einfacheren Internationalisierung, mit Bauchbinden anstelle von Sprache produziert wurden. Ich bleibe also lieber gleich beim herkömmlichen Rezept. Dort sind die Arbeitsschritte knapp aber sehr gut verständlich beschrieben. Das größte Manko der App zeigte sich dann ebenfalls beim Nachkochen: Die Entwickler verpassten es, die Beschreibung der einzelnen Schritte während des Kochens vor den Lockscreen zu legen. Zumindest auf Android ist das technisch eigentlich kein Problem und würde dem Koch ein dutzend Mal Händewaschen und abtrocknen ersparen, um den Bildschirm wieder zu entsperren.

Nun aber zum wichtigsten Kriterium für meinen Test: Das Rezept ist perfekt gelungen und war super lecker! Auch ein zweiter Test, diesmal “Enchiladas mit Huhn” für insgesamt 12 Personen, brachte mir und der App viel Lob ein. Kitchen Stories hat also insgesamt gehalten, was es versprochen hat und wird sicher noch öfter zum Einsatz kommen. Neben den sehr guten Rezepten ist der Filter dabei mein Lieblings-Feature.

In den folgenden Tagen flatterte dann jeweils ein neues Rezept per Push Notification herein. Das dürfte für die nötige Retention sorgen und ich habe es keineswegs als störend empfunden. Allerdings lädt die App beim Öffnen der Notification sehr lange. Bei schlechtem Netz dürften viele Nutzer die App schon wieder verlassen haben, bevor das Rezept ganz da ist. Hier lässt sich sicher noch was optimieren.

Mein Gesamtfazit zu Kitchen Stories fällt sehr positiv aus. Ich habe neue, sehr leckere Rezepte entdeckt und konnte in der Küche punkten. Ich hab die App schon mehrfach weiterempfohlen und werden sie selbst auch in Zukunft nutzen. Guten Appetit!

tobias-hallermann-komootTobias Hallermann ist einer der Gründer von Komoot, Europas führender Outdoor-App. Als CMO kümmert er sich dort unter anderem um die App Store Optimierung, Retention Kampagnen und das Analytics Framework. Mit mehr als 2 Millionen Downloads ist Komoot die beliebteste App unter Wanderern und Fahrradfahrern und liefert topografische Karten, punktgenaue Sprachnavigation, personalisierte Empfehlungen und Offline-Karte.

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