Ericsson meldet Korruptionsverdacht, Amazon Echo Buds machen Airpods Pro Konkurrenz, Refurbished iPhones direkt von Apple.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nicht nur bei mir in Brandenburg fehlt es akut an Hausärzten, von Fachärzten gar nicht erst zu reden. Da könnte Telemedizin einen kleinen Teil der Probleme lösen. Nach Angaben des Telemedizinunternehmens Medgate Deutschland GmbH stieg die Zahl der Videosprechstunden 2020 um das 900-fache auf über 2,9 Millionen. Bisher leider nur für Privatversicherte. Per Smartphone-App wurden vor allem Infektionskrankheiten behandelt und eRezepte ausgestellt. Auch Covid-Patienten in Quarantäne nutzten den Dienst oft.  Wird Zeit, dass die 73 Millionen Kassenpatienten auch Zugang zu diesem Angebot bekommen. Das würde bei kleineren Sachen nicht nur den Patienten, sondern auch den an der Belastungsgrenze arbeitenden Ärzten vor Ort helfen.

Einen schönen Wochenstart wünscht
Ihr Wolfgang Starke vom Team mobilbranche.de

Ericsson meldet Korruptionsverdacht in Irak-Geschäft, App Annie wird zu data.ai, Techniker-Krankenkasse schickt Fax aus der App.

Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson hat einen Korruptionsverdacht in seinem Irak-Geschäft gemeldet. Dabei geht es nach internen Untersuchungen der Jahre 2011 bis 2019 möglicherweise um Schmiergeldzahlungen, wobei auch eine Verbindung  zum Islamischen Staat nicht ausgeschlossen ist. „Wir haben herausgefunden, dass man Transportrouten durch Gebiete gekauft hat, die von Terrororganisationen, darunter dem IS, kontrolliert wurden“, wird Ericsson-Vorstandchef Börje Ekholm zitiert.

App Annie wird zu data.ai und damit nach eigenen Angaben zum ersten ganzheitlichen Data-AI Unternehmen weltweit. Auch wir bei mobilbranche.de berichten regelmäßig über die Insights und Reports der Daten- und Analyseexperten von App Annie für tiefergehende Einblicke in die Generation Mobile. Wurden bisher die meisten Zahlen aus App-Stores und den jeweiligen Anwendungen gezogen, sollen künftig ganzheitlichere Datensätze mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Künftig soll eine einheitliche Ansicht über alle Kanäle – Mobile, Web, OTT und Gaming – angeboten werden. Die jeweilige digitale Leistung wird an einem Kontrollpunkt gemessen, der ungleichartige Datensätze vereinheitlicht und daraus geschäftskritische Metriken wie Kundenakquisitionskosten, Lebenszeitwert und ROI ableitet.

Wer den Stand der Digitalisierung in Deutschland beschreiben will, dem wird diese Überschrift gefallen: Techniker Krankenkasse führt Fax-Funktion in App ein. Das soll helfen, wenn der Versicherte seine TK-Karte vergessen hat um über die App „blitzschnell eine Bescheinigung über Ihre Mitgliedschaft bei uns anzufordern.“ Die TK faxt dann eine Bescheinigung in die Arztpraxis – sofern der Krankenkasse die Fax-Nummer bekannt ist. Ist das nicht der Fall, kann man sich die Bescheinigung auch als PDF sichern. Wow!

Amazon Echo Buds machen Airpods-Pro-Konkurrenz, Bilibili jagt Influencer, dm mit Live-Shopping.

Amazon bringt mit den Echo Buds der zweiten Generation erstmals eine echte Airpods-Pro-Konkurrenz auf den deutschen Markt. Die True-Wireless-Ohrstöpsel verfügen laut Amazon über Active Noise Cancellation (ANC), um störende Hintergrundgeräusche auszublenden. Alternativ kann auch der Transparenzmodus gewählt werden, um bewusst Außengeräusche, etwa Durchsagen am Bahnhof, durchzulassen. Die Akkulaufzeit beträgt 5 Stunden und das Ladecase bietet Saft für zwei weitere Ladungen. Die Echo Buds sind in Schwarz oder Weiß erhältlich und werden mit einem kompakten Etui geliefert, das optional auch kabelloses Laden ermöglicht. Die neuen Echo Buds sind aktuell für einen Einführungspreis ab 79,99 Euro statt der regulären 119,99 Euro erhältlich. Uns gefallen die schwarzen Amazon Echo Buds (*) für Qi-zertifizierte kabellose Ladepads am besten.

China-Super-App jagt europäische Influencer! Ach, ich wollte einfach mal ne schmissige Schlagzeile. „Overseas influencer recruitment program“ nennt die chinesische App Bilibili ihre Kampagne, mit der internationale Influencer ohne Chinesisch-Kenntnisse von Youtube und Tiktok angeworben werden sollen. Für 100.000 Follower zahlt die App, die auf Platz zwei der meistbesuchten Webseiten Chinas rangiert, 140 Euro. Wer innerhalb von 30 Tagen weitere 100.000 Follower generiert bekommt 1.400 Euro. Interessant ist das Angebot vor allem deshalb, weil alleine 2020 gut 184 Milliarden Euro im chinesischen Influencer-Markt umgesetzt wurden. Fitness-Influencerin Pamela Reif folgen bei Bilibili bereits über sieben Millionen Follower.

dm startet sein Live-Shopping per App. dm-Mitarbeiter und Experten melden sich ab sofort regelmäßig per Livestream zu Themen wie Schönheit, Pflege, Gesundheit und Wohlbefinden. Teleshopping-Queen Judith Williams machte dabei in der vergangenen Woche den Anfang.

Refurbished iPhones direkt von Apple – oder von Swappie, Apple schon bei 20-Millionen-Euro-Strafe in den Niederlanden.

Apple bietet im deutschen Refurb Store erstmals iPhones an. Das Besondere an den gebrauchten iPhones aus dem Apple Store gegenüber Angeboten auf Ebay oder von speziellen Refurbished-Händlern ist, dass bei allen Geräten die Akkus und Gehäuse komplett neu sind sowie ein Jahr Herstellergarantie gegeben wird. Optisch und Akku-seitig bekommt man also quasi ein fabrikneues Gerät. Auch bei iPads werden Akku und Gehäuse getauscht.

Auch der finnische Smartphone-Refurbisher Swappie bietet generalüberholte iPhones an. Nach einer neuen Finanzierungsrunde über 108 Millionen Euro soll zunächst das Geschäft im deutschen Business-Markt ausgeweitet werden. Geplant ist außerdem eine Erweiterung der Payment- und Finanzierungsmöglichkeiten beim Kauf der Geräte. Lag der Umsatz von Swappie 2019 noch bei 31 Millionen Euro, waren es 2020 bereits 97 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bisher über eine Million generalüberholte Smartphones verkauft.

Der Streit um Apples App-Store-Provision erreicht in den Niederlanden die nächste Stufe. Die von der niederländischen Kartellbehörde verhängte Strafe beläuft sich auf inzwischen 20 Millionen Euro. Apple muss Entwicklern von Dating-Apps in den Niederlanden alternative Zahlungsmöglichkeiten außerhalb des App-Stores ermöglichen (wir berichteten). Apples daraufhin eingeräumte Offerte sah anstelle der 30 Prozent App-Store-Provision eine 27-prozentige Beteiligung vor. Die Kartellbehörde akzeptiert dies nicht, da Entwickler entsprechende Apps komplett neu schreiben müssten. Die Nutzer müssten die alte App erst löschen um dann die neue zu installieren. Aufwand und Nutzen stehen somit in keinem Verhältnis zum angestrebten Nutzen für die Entwickler.

Veranstaltungstipps

Immer donnerstags empfehlen wir Ihnen an dieser Stelle spannende Veranstaltungen für Mobile-Enthusiasten. Unsere aktuellen Tipps:

Das Mobile Internet wird zum Metaverse (24.02.22, online)
Mobile World Congress (28.02. – 03.03.22, Barcelona)
Scaling Digital Health Apps in Europe: German DiGA goes France (02.03.22, online)
Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Eventkalender.

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