31. Mobilisten-Talk zu Voice Commerce: Experimentierfeld mit riesigem Potenzial.

Stephan Tromp (HDE) sprach das Grußwort beim 31. Mobilisten-Talk „Voice Commerce“

„Voice ist das spannendste Thema, das wir derzeit im Handel haben“, betonte Stephan Tromp vom Handelsverband Deutschland bei unserem 31. Mobilisten-Talk im Berliner BASECAMP die riesige Relevanz von Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistent oder Siri für Händler. Grundstein für den Erfolg von Sprachsteuerung bei der Bestellung und Bezahlung von Waren seien aber vor allem Sicherheit und das Vertrauen der Verbraucher.

Ruppert Bodmeier von disrooptive.com begeisterte mit seiner Keynote das Publikum

Alexa & Co bieten für Händler die einzigartige Möglichkeit, direkt im Wohnzimmer, Auto oder Küche der Endverbraucher präsent zu sein. Ruppert Bodmeier von Disrooptive – einer Beratungsagentur für disruptive Innovationen – zeigte in seiner spannenden Keynote, wie kundenorientierte Sprachanwendungen die einmalige Chance bieten, den immer teurer werdenden Kampf um den Kunden gegen Amazon & Co wieder ausgeglichener zu gestalten und mit innovativen Inhalten über Sprache so natürlich wie nie zuvor im Online-Handel mit Kunden zu kommunizieren. So könnten aus Daten wie Dialekt, Rhetorik, Gemütszustand und Emotionen nützliche Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten gezogen und daraufhin noch besser zugeschnittene Kaufempfehlungen platziert werden. Auch Storytelling bekäme mit intelligenten Sprachassistenten eine ganz neue Dimension, so Bodmeier. Eine stimmige Geschichte zu einem Produkt Ebene für Ebene von der Produktherstellung bis hin zur Beschreibung der Materialien und Use Cases zu erzählen, sei nie einfacher gewesen. Als Best-Practice-Beispiel lieferte Bodmeier u.a. den Musikequipment-Händler Thomann.

Nils Beyer von Amazon Alexa sprach über Monetarisierungsmöglichkeiten von Skills

Sprachassistenten sind längst nicht mehr nur in smarten Lautsprechern, sondern in Fernsehern, Musikanlagen, Autos und Küchengeräte integriert, was sie potenziell zum Helfer in sämtlichen Alltagssituationen macht. Allein Amazons Alexa verfügt über weltweit über 90.000 Sprachanwendungen von externen Entwicklern (Alexa Skills), sagte Nils Beyer, Marketing-Chef für Amazon Alexa Skills in Deutschland und Österreich. Wie bei Apps können auch Sprachanwendungen Umsätze durch Direktkäufe, Abos oder Gaming-Addons wie Coins, Extraleben/Levels generieren. Händler können zudem auch Waren über eigenen Alexa Skills verkaufen, wenn sie das Zahlungssystem Amazon Pay nutzen. Einen entscheidenden Unterschied zu Apps sieht Beyer in der Entwicklung. Sein Rat: „Schreib keinen Code, bevor das Voice User Interface steht, erst mit Menschen durchspielen und testen und erst dann entwickeln.“

Expertendiskussion zu Voice Commerce beim 31. Mobilisten-Talk

In der anschließenden Talkrunde diskutierten Experten von Otto Group, MediaMarktSaturn, VUI.agency und 169 Labs mit Moderator Florian Treiß u.a. darüber, wie es um Voice Commerce im deutschen Handel steht und welche Potenziale Sprachanwendungen bieten.

Robin Cumpl von MediaMarktSaturn

Die Otto Group und MediaMarktSaturn halten große Stücke auf die Technologie und sehen in Voice Commerce das nächste große Ding für den Handel: „Es ist eine Evolution, die wir erleben und es ist wichtig, dabei zu sein“, so Robin Crumpl von MediaMarktSaturn. Roboter mit intelligenter Sprachsteuerung sind bereits testweise bei Saturn im Einsatz, ein sprachgesteuerter TV-Produktberater von MediaMarkt soll Kunden über Google Assistant den nächsten neuen Fernseher aufschwatzen. Service-Leistungen und Content Marketing ließen sich über Sprachassistenten in Zukunft ebenfalls bestens platzieren, so Crumpl. Otto verkauft ebenfalls über Google Assistant, bald soll das komplette Otto-Sortiment auf Sprachbefehl kaufbar sein, kündigte Daniel Krantz von der Otto Group Holding an. Pro Woche kämen bei Otto zwar erst eine Handvoll Sprachbestellungen mit bis zu dreistelligen Bestellwert zustande, das Potenzial von Voice Commerce sei aber groß genug, irgendwann getippte Online-Bestellungen abzulösen.

Daniel Krantz von der Otto Group

Ein häufiger Kritikpunkt an Sprachassistenten: Wieder kommen diese Plattformen vorrangig aus den USA. Zwar gibt es mit dem neuen Telekom-Sprachassistenten Hallo Magenta und dem französischen Snips durchaus europäische Alternativen, jedoch laufen die aktuell unter dem Radar vieler Nutzer und Unternehmen.

Laura Dreesen von VUI.agency

Größte Herausforderung sei immer noch das Verkaufsgespräch zwischen Mensch und Maschine, weshalb Linguisten wie Laura Dreessen für Tech-Unternehmen zu wichtigen Experten werden. Dreessen treibt als Voice-Architektin der VUI.agency die Entwicklung und Umsetzung möglichst natürlicher Mensch-Maschine-Konversationen im deutschsprachigen Raum voran und sieht vor allem „unfassbar viele Daten, Kategorisierung durch Menschen und schlaue Antworten“ als Erfolgsrezept für zielführende Dialoge zwischen Mensch und Maschinen. Die Wachablösung im Online-Handel durch Voice Commerce sieht Dreessen aber noch lange nicht: „Wir bleiben visuelle Menschen, deshalb glaube ich, es dauert noch, bis Sprache Tippen ablöst.“ Es müsse bei Voice kundenfreundlichere Nutzungsszenarien geben, als dass bei Mobile der Fall ist, forderte Tim Kahle von der Voice-Agentur 169 Labs. Kahle weiß, wie man mit Sprach-Apps ein Millionenpublikum erreicht: Seine Tiergeräusch-Skill für Alexa wurde bereits millionenfach genutzt. Derzeit sehen Otto und MediaMarktSaturn Voice als Experimentierfeld, das beackert werden muss aber auch Kreativität und Innovationen ja sogar Unternehmenswandel im gesamten Konzern vorantreiben.

Tim Kahle von 169 Labs

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