Köpfe der Mobilbranche: Tim Seithe von Tillhub.

„Ich liebe es, mit einem tollen Team Meilensteine zu erreichen und tolle Produkte zu bauen, die für möglichst viele Menschen einen Mehrwert bringen und ihnen das Leben leichter machen“, sagt Tim Seithe. Gemeinsam mit seinem Vater Frank Seithe und Oliver Mickler gründete er im November 2015 Tillhub. Die All-in-one-Kassenlösung für iPads unterstützt Einzelhändler und Dienstleister bei ihrem Weg in eine digitale Zukunft. „Wir setzen uns als Ziel, Prozesse und Workflows im Einzelhandel so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten. Unsere Nutzer sollen sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren können: ihre Kunden. Von der Umsetzung der Fiskalvorschriften bis zur Einbindung von Gutscheinsystemen kümmern wir uns um den Rest“, sagt Tim Seithe. Bereits während seines Medizin-Studiums rief er sein erstes Startup viomedo, einen Online-Marktplatz für klinische Studien, ins Leben. In unserem Fragebogen verrät er, warum er ein „Riesenfan“ von Mobile Payment ist und dass „Mobile sämtliche Desktop-Anwendungen verdrängen wird“.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Tim Seithe: An mein erstes Handy kann ich mich tatsächlich noch sehr gut erinnern, denn es war mein ganzer Stolz: ein Siemens ME45. Als das Handy 2001 auf den Markt kam, galt es als das Oberklasse-Modell. Besonders cool fand ich damals, dass es möglich war, Klingeltöne über die Tastatur selbst zu komponieren.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Tim Seithe: Das ist Geschmackssache. Ich persönlich bin iOS-User und habe alle privaten Geräte im Apple-Ökosystem. Ich finde vor allem die UX bei Apple sehr intuitiv und gut. Bei Tillhub haben wir unser Kassensystem für iOS entwickelt, weil es gegenüber Android einfach weniger anfällig für Störungen und sicherer ist.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Tim Seithe: Für mein Leben als Geschäftsführer und Gründer ist die Messaging-App Slack gerade unabdingbar. Hier organisieren wir bei Tillhub unsere gesamte Kommunikation. Wenn ich mir einen schnellen Überblick über aktuelle Fragen verschaffen will, dann schaue ich einfach bei Slack rein. Ich bin zur Zeit ziemlich viel unterwegs. Wenn ich im Zug oder im Flieger sitze, liebe ich es, mir bei Audible Podcasts anzuhören. Besonders inspirierend fand ich zuletzt „Principles“ von Ray Dalio. Der US-amerikanische Unternehmer und Hedgefondmanager erklärt hier, wie er Unternehmensentscheidungen fällt und diese erfolgreich umsetzt. Außerdem nutze ich bereits seit einiger Zeit die App Headspace. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, jeden Tag 15 bis 20 Minuten Zeit zu meditieren. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch präsenter bin und sich meine Schlafqualität verbessert hat.

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Tim Seithe: Mir ist besonders eine Kampagne von IKEA im Gedächtnis geblieben. Hier konnte man ein Möbelstück aufbauen. Zuerst konnte man virtuell einen Karton auspacken. Danach öffnete sich eine Anleitung zum Aufbau und anschließend konnte man per Mausklick ein Bettgestell zusammenbauen. Das war für mich einfach ein großartiges Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten der neuartigen Mobile-VR-Technologie.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Tim Seithe: Hier fällt mir jetzt kein konkretes Beispiel ein, aber ich würde sagen, dass ich Werbung immer dann nicht überzeugend finde, wenn sie einfach nur wie Werbung wirkt, unkreativ ist und keinen Entertainment-Faktor bietet. Bringt mich eine Kampagne aber beispielsweise zum Lachen oder hat einen echten Aha-Effekt, dann rückt das natürlich auch die Marke dahinter in ein positives Licht.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Tim Seithe: Ich nutze besonders gerne HotelTonight von Sam Shank und die App von Airbnb. An beiden Anwendungen gefallen mir Aufbau und Design und dass man mit nur wenigen intuitiven Schritten eine Buchung abschließen kann.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Tim Seithe: Das ist eine gute Frage! Da ich Tillhub unter anderem mit meinem Vater gegründet habe, hat meine Mutter ein relativ genaues Bild davon, womit ich mich Tag für Tag beschäftige. Freunden und Verwandten erzählt sie in der Regel stolz, dass ich „das Leben eines jeden Einzelhändlers vereinfache“.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Tim Seithe: Gründen ist für mich auf jeden Fall eher Berufung. Ich habe ja schon vor Tillhub viomedo gegründet und muss sagen, dass ich es einfach liebe, mit einem tollen Team Meilensteine zu erreichen und tolle Produkte zu bauen, die für möglichst viele Menschen einen Mehrwert bringen und ihnen das Leben leichter machen.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Tim Seithe: Ich bin ein Riesenfan von Mobile Payment, denn ich finde es praktisch, immer nur ein Gerät dabei zu haben. Bislang galten die Deutschen ja immer als sehr „bargeldtreu“. Interessanterweise ist das jedoch seit diesem Jahr nicht mehr so und erstmalig wird auch mehr mit Karte gezahlt – daher bin ich der Überzeugung, dass in den nächsten Jahren die Akzeptanz von Mobile Payment noch mehr zunehmen wird.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Tim Seithe: Ich finde, dass Berlin noch sehr viel Entwicklungspotenzial – besonders im Bereich Mobile Payment – hat. Mitunter nervt es mich, wenn ich mich in der Mittagspause in ein Restaurant setze, das keine Kartenzahlung anbietet und ich jedes Mal erstmal checken muss, ob ich denn auch noch genug Bargeld bei mir habe.
In anderen Ländern wie beispielsweise China gibt es Apps wie WeChat, mit denen man nicht nur chatten oder bezahlen kann, sondern auch ein Taxi rufen, Essen bestellen oder Kinotickets reservieren kann. Ich kann mir vorstellen, dass sich Apps, die in Europa häufig genutzt werden, auch in diese Richtung entwickeln.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Tim Seithe: Ich glaube, dass das ganze Thema Mobile sich komplett durchsetzen und sämtliche Desktop-Anwendungen verdrängen wird. Auch wird dem ganzen Thema Vernetzung ein noch viel größerer Stellenwert zukommen. Anwendungen wie Sprachassistenten, über die sich die verschiedensten Apps ansteuern lassen, werden sich immer mehr in unser Leben drängen und uns noch mehr Bequemlichkeit bringen. Ich glaube auch, dass der Siegeszug von E-Commerce weitergehen wird. Amazon als Produktsuchmaschine wird quasi zum Google für Produkte. Instagram als zweiter Big Player prägt Instant Checkout für sich: inspirierende Produkte, die man beim Scrollen durch den eigenen Instagram-Feed entdeckt, kann man direkt in der App kaufen. Das ganze Thema Immersion sehe ich ebenfalls ganz groß. Apps, die auf AR setzen, werden den Markt zunehmend erobern.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

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