Briten diskutieren über Nutzen und Gefahren des Machine Learnings.

von Samuel Held am 16.Mai 2017 in Künstliche Intelligenz, News

Nutzen und Gefahren: Briten wissen wenig über Machine Learning und künstliche Intelligenz (KI), stehen der Technik aber in vielen Punkten offen gegenüber. Das sind die Ergebnisse einer umfassenden Befragung der Londoner Royal Society. Neben vielen Vorteilen erkennen die Studienteilnehmer aber auch Gefahren und Grenzen. Unternehmer bemängelten in einer weiteren Umfrage, dass sie häufig nicht wüssten, wann und wie sie mit Machine Learning einen Mehrwert schaffen können.

Die Royal Society kam im Zuge eines Public Dialogues mit etwa 1000 Briten aus allen sozialen und ökonomischen Klassen in Kontakt. Dafür wurden Menschen in vier Städten an sechs Tagen befragt. Teil der Studie waren Diskussionen mit Experten und Wissenschaftlern zum Thema Machine Learning. Gefunden wurden also quantitative und qualitative Ergebnisse, die einen guten Eindruck zum Wissen und Denken über die Technik geben.

Demnach ist das konkrete Wissen über Machine Learning zwar gering, dennoch haben die Befragten aber eine detaillierte Erwartungshaltung an eine solche Technologie. Gerade einmal neun Prozent der Befragten wussten was sich hinter dem Begriff verbirgt, obwohl ein großer Teil der Briten regelmäßig mit solchen Anwendungen in Kontakt kommt.

Vorteile sehen die Befragten vor allem in einer effizienteren und genaueren Arbeitsweise der Technik. So vertrauten sie in genauere Diagnosen im medizinischen Bereich und sehen mögliche Vorteile im öffentlichen Dienst. Lehrer und Polizisten könnten bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Auch bei größeren Problemen wie dem Klimawandel erwarten sich die Briten Hilfe von Maschinen. Eine weitere Studie von Ipsos Mori fand heraus, dass Briten der KI grundsätzlich optimistisch gegenüberstehen.

Angst haben die Befragten vor etwas, dass sich als Verlust des Menschlichen und Persönlichen beschreiben lässt. Neben den vielen medizinischen Vorteilen von künstlicher Intelligenz möchten Patienten nicht auf das persönliche Gespräch mit dem Arzt verzichten. Auch beim Autofahren oder Gedichteschreiben sollte ein menschlicher Faktor erhalten bleiben. Sorge macht auch eine mögliche Stereotypisierung, von der viele Nachteile befürchtet werden. Generell zeigt sich das Bild, dass Lösungen mit einem großen sozialen Nutzen aber geringen sozialen Risiken gesellschaftlich akzeptiert sind. Healthcare-Verbesserungen finden daher eine größere Unterstützung als automatisierte Shopping-Empfehlungen.

Neben der Nutzerbefragung beleuchtete die Royal Society auch die Unternehmerseite. Workshops zu verschiedenen Industriezweigen zeigten, dass sich gerade kleinere Unternehmen schwer tun mit KI-Anwendungen. Sie sind sich häufig unsicher, ob und wann sie dadurch einen Mehrwert schaffen könnten.

Aufklärung über Machine Learning ist also wichtig, um die Akzeptanz und Verbreitung zu steigern. Dabei ist es durchaus sinnvoll, Kunden mit einzubinden, die meist eine genaue Vorstellung von Nutzen und Grenzen solcher Anwendungen haben. Überall dort, wo ein sozialer Mehrwert entsteht, sollten Unternehmen und die öffentliche Hand offensiv an passenden Lösungen arbeiten.

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