Facebook sammelt Informationen über Psyche der Nutzer.

von Samuel Held am 02.Mai 2017 in News

Facebook SocialSchlechte Stimmung wegen Werbung: Facebook testet angeblich ein Tool, das die Stimmung der Nutzer erkennen kann, berichtet eine australische Zeitung. Werbetreibende könnten damit gezielt Kunden mit Problemen ansprechen. Facebook bestreitet, dass solche Daten personalisiert erhoben oder genutzt worden sind. Die Auswertung der Psyche der Nutzer könnte sich dennoch zum Trend entwickeln. Auch Amazons Echo hat in diesem Bereich Potenzial.

Eine australische Zeitung berichtet von der großangelegten Auswertung von Nutzerprofilen für eine australische Bank. Dafür nutzte Facebook offenbar ohne deren Wissen Profile von 1,9 Mio Schüler, 1,5 Mio Studenten und 3 Mio jungen Arbeitern. Anhand besprochener Themen wie „Abnehmen“ oder „Selbstvertrauen“, Beziehungsstatus, Standort, Anzahl der Freunde und Zugriffszahlen zog das Unternehmen Rückschlüsse auf die Psyche der Nutzer und erkannte, ob sich gestresst, niedergeschlagen, besorgt, überwältigt, nutzlos oder dumm fühlten.

Stimmungsbezogenes Marketing bietet für Werbetreibende einige Möglichkeiten. Damit könnten Nutzer mit schlechter Stimmung oder gewichtsproblemen gezielt angesprochen und für bestimmte Produkte begeistert werden. Facebook bestreitet aber, dass es Werbetreibenden solche Informationen zur Verfügung stellt. Vielmehr seien die nötigen Daten anonym erhoben worden, um Unternehmen zu zeigen, wie sich Nutzer im sozialen Netzwerk ausdrücken.

Die Psyche der Nutzer lesen könnten bald auch andere Plattformen. Amazons Echo Look ist beispielsweise zunächst darauf konzipiert, Nutzern modische Beratung zu geben. Das Produkt könnte aber auch Menschen mit Schnupfen erkennen und ihnen gezielt Medikamente empfehlen. Selbst von Depressionen könnte Amazon bald wissen, lange bevor der Nutzer klassische Symptome zeigt.

Noch ist die Auswertung der Stimmung von Nutzern nicht salonfähig und Datenschutz-Bedenken überwiegen. Bei den Chancen, die diese Form des Marketings bietet, dürfte das Interesse von Unternehmen an der Nutzung solcher Daten für das Marketing aber wachsen. In der immer personalisierter werdenden Werbewelt ist das stimmungsbezogene Marketing wohl ein nächster, logischer Schritt. Der großangelegte Test von Facebook dürfte also wohl nur der Anfang gewesen sein.

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Autor und New Economy-Kritiker Steven Hill (u. a. New York Times, Washington Post, The Guardian) diskutiert im Telefónica BASECAMP den Einfluss von KIs und Algorithmen auf unsere Arbeitswelt und soziale Sicherheit. Moderiert wird die Debatte von Malte Lehming, Autor beim Tagesspiegel.
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