18. Mobilisten-Talk: Spannende Einblicke ins App-Marketing großer App-Publisher.

von Fritz Ramisch am 19.Mai 2016 in App Business, Mobile Marketing, Mobilisten-Talk, News

Ben Jeger (AppsFlyer) beim 18. Mobilisten-Talk

Ben Jeger (AppsFlyer) beim 18. Mobilisten-Talk

„App-Marketing hat nicht zum Ziel, Geld zu verbrennen, sondern Geld mit Apps zu verdienen“, sagte Ben Jeger von AppsFlyer am Mittwochabend im Telefónica BASECAMP in Berlin. Bei unserem 18. Mobilisten-Talk lieferten dort große App-Publisher wie MyTaxi, Kitchen Stories und Shopkick interessante Einblicke in ihre App-Marketing-Strategien. Während die Koch-App Kitchen Stories vor allem organisch durch Features im App Store und bei Google Play gewachsen ist und weltweit schon 10 Mio Downloads erreicht hat, setzt die Shopping-App Shopkick stark auf einen Mix aus TV-Werbung und Marketing am Point of Sale. „POS-Marketing ist zwar auf den ersten Blick teuer, ist aber eine der Maßnahmen mit der höchsten Customer Lieftime Value und den qualitativ wertvollsten Nutzern“, so Stefanie Lüdecke. Die Deutschlandchefin von Shopkick warnte aber zugleich davor, sich bei der Neukunden-Akquise nur auf einige wenige Kanäle zu verlassen: „Vor lauter Effizienz-Getriebenheit hatten wir uns zwischenzeitlich auf zu wenige Kanäle fokussiert. Als dort die Preise gestiegen sind, mussten wir auf andere Kanäle ausweichen und hatten zunächst keine Erfahrung damit.“

Chris Jungwirth (MyTaxi)

Chris Jungwirth (MyTaxi)

Bei MyTaxi funktionieren laut Marketing-Chef Chris Jungwirth dagegen Gutschein-Aktionen (in Deutschland mittlerweile verboten) und „Freunde werben Freunde“-Aktionen besonders gut. Die größte Herausforderung besteht aber noch immer darin, Neukunden auch zu Nutzern zu machen: „Wir haben die ganze Stadt mit Plakaten vollgehängt. Das hat bis zum App-Download auch gut funktioniert, doch danach war oft Schluss, weil der App-Nutzer mit dem Login oder dem Registrierungsprozess konfrontiert wurde.“ Der sei in Deutschland immer noch ein Conversion-Killer. Eine offenbar ebenfalls gut funktionierende Maßnahme ist die frühe Integration von neuen Funktionen des jeweiligen Betriebssystems. Kitchen Stories hat diese Early-Adopter-Strategie bereits eine kurze Erwähnung in einer Keynote von Apple-Boss Tim Cook für die Apple Watch eingebracht, plauderte Gründerin Verena Hubertz aus dem Nähkästchen. Eine enge Beziehung zu Apple und Google sei ein wesentlicher Bestandteil ihrer Erfolgsformel.

Verena Hubertz (Kitchen Stories)

Verena Hubertz (Kitchen Stories)

Jonas Thiemann von der App-Marketing-Plattform AppLike gab Einblicke, wie das dahinterstehende Verlagshaus Gruner + Jahr an der Verbreitung von Apps partizipierten will: Bei AppLike liegt der Fokus vor allem auf einem Belohnungssystem, das Apps neue Nutzer bringen soll. Daneben gewinnt aber vor allem Video im App-Marketing an Bedeutung. Videos ließen sich für ein schmales Budget produzieren, würden sich aber für App-Publisher in jedem Fall lohnen, so Thiemann. Die größte Herausforderung im App-Marketing sieht er darin, qualititativ gut funktionierende und skalierbare Kanäle zu identifizieren, um neue Nutzer für die eigene App zu generieren. Dafür sei aber viel Fleißarbeit nötig: „30 bis 40 Prozent der Arbeitszeit unserer Marketing-Manager geht allein für Tracking, Attribution und Kennzahlen drauf.“ Wieviel Geld App-Publisher verbrennen müssen, um den idealen Vermarktungskanal zu identifizieren, variiert laut Ben Jeger stark von der App-Kategorie. Bei Gaming-Apps könne man das früher beurteilen, als beispielsweise bei Reise-Apps.

Barbara Horak-Struggl (Funstage)

Barbara Horak-Struggl (Funstage)

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des App-Marketings ist es, bestehende App-Nutzer bei der Stange zu halten, im Fachsprech „Retention“ genannt. Dort setzen viele Publisher vor allem auf einen Mix aus Push-Nachrichten und E-Mail-Marketing. Seit kurzem gibt es auch erste Dienstleister wie Remerge aus Berlin, die sich voll auf Retention fokussieren: Remerge-Gründer Pan Katsukis lieferte bei seiner Keynote in Form eines Q&A mit Barbara Horak-Struggl (Head of Marketing Services beim Wiener Games-Publisher Funstage) spannende Einblicke. Das Unternehmen Shopgate will Unternehmen dagegen überhaupt erst einmal einen Platz auf dem Smartphone der Kunden verschaffen. Shopgate-Gründer Andrea Anderheggen stellte alarmierende Studienergebnisse vor, wonach deutsche Händler Mobile ziemlich verschlafen. Demnach hätten sage und schreibe 40 Prozent der deutschen Händler noch nicht einmal eine mobile Webseite, geschweige denn eine eigene App: „Eine App ist für Händler der wichtigste Zugang zum Internet“, so Anderheggen in seiner Keynote.

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