Bargeldlos zahlen: Möglichkeiten, Vorteile und Sicherheit.

Bargeldloses Bezahlen setzt sich immer mehr durch. Deutschland gilt im Gegensatz zu vielen anderen EU-Mitgliedstaaten als das Land der Barzahler. Die Deutschen tun sich ein wenig schwer, bargeldlos mit Karte oder Smartphone zu bezahlen. Viele fürchten um die Sicherheit Ihrer Daten, insbesondere beim Mobile Payment. Dabei ist bezahlen mit dem Smartphone mindestens so sicher wie mit der Kreditkarte. Der Beitrag stellt Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens vor, nennt die Vorteile und Sicherheitsaspekte.

Bezahlen mit dem Smartphone ist mindestens so sicher wie mit der Karte / pixabay.com © viarami (CC0 Creative Commons)

Möglichkeiten, bargeldlos zu bezahlen

Wenn vom bargeldlosen Bezahlen die Rede ist, ist die Übertragung von Zahlungsmitteln gemeint, die ohne Bargeld auskommt. Es geht allein um das Buchgeld, also um den Geldbetrag, der von einem Konto auf das andere Konto gebucht wird. Um den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu bewerkstelligen gibt es verschiedene Optionen.

1. Kartenzahlung

Die Zahlung per Karte ist der Klassiker im bargeldlosen Zahlungsverkehr und wird üblicherweise mit einer EC-Karte, Giro- oder Geldkarte oder mit einer Kreditkarte vorgenommen. Wie die Abrechnung im Einzelnen erfolgt, ist abhängig von der Art der Karte. Betriebe benötigen ein entsprechendes Lesegerät, um eine Kartenzahlung akzeptieren zu können.

2. Lastschrift oder Überweisung

Beim Lastschriftverfahren ziehen Verkäufer eine Forderung vom Konto des Käufers ein. Es handelt sich um eine klassische Buchgeld-Übertragung. Gleiches gilt für die Überweisungen, wobei bei der Überweisung die Übertragung des Buchgeldes auf das Händlerkonto vom Käufer angestoßen wird.

3. Mobile Payment

Beim Mobile Payment erledigt eine entsprechende App auf dem Smartphone, der Smartwatch oder einem Tablet die unbare Zahlung. Die App arbeitet im Hintergrund entweder mit digitalisierten Daten der Debit- oder Kreditkarte oder Nutzer laden vor dem Einkauf Guthaben auf und rufen es beim Bezahlen ab. Damit Mobile Payment funktioniert, benötigen die mobilen Endgeräte meistens (aber nicht immer) Zugriff auf das Internet. In jedem Fall muss das mobile Endgerät betriebsbereit sein. Außerdem muss es über einen NFC-Chip verfügen. Was das ist, wird im Abschnitt „Wie sicher ist Mobile Payment“ erklärt.

Beim Onlineshoppen ist bargeldloses Bezahlen Standard / pixabay.com © Mariakray (CC0 Creative Commons)

4. Online-Bezahlsysteme

Wer online einkauft, benötigt immer eine Alternative zur Barzahlung. Neben Lastschrift oder Überweisung bieten sich dritte Zahlungsanbieter an, die die sichere Abwicklung übernehmen. Paypal ist ein solcher Zahlungsanbieter. In der Praxis läuft es so, dass Verkäufer ihr Geld von Paypal erhalten und PayPal das Geld vom Kunden einzieht. Prinzipiell lassen sich Online-Bezahlsysteme aber auch in Geschäften vor Ort verwenden. Voraussetzung dafür ist, dass Kunden entsprechend registriert sind und die Verkaufsstellen den Service ebenso nutzen. Per QR-Code erfolgt dann die Bezahlung vor Ort über das Online-Bezahlsystem.

5. Kryptowährungen

Eine weitere Möglichkeit bargeldlos zu bezahlen, ist die Verwendung von Kryptowährungen. Allerdings handelt es sich nicht um gesetzliche Zahlungsmittel, sondern um eine digitale und selbstorganisierte Online-Währung. Klassische Banken sind in die Bezahlvorgänge mit Kryptowährungen nicht involviert. Kryptowährungen spielen zumindest aktuell keine nennenswerte Rolle beim alltäglichen Bezahlen. Wichtig zu wissen: Kryptowährung ist großen Schwankungen unterworfen und Einnahmen lassen sich nicht zutreffend kalkulieren.

Kartenlesegerät für Händler vor Ort unverzichtbar

Die gängigste bargeldlose Zahlungsart vor Ort ist die Kartenzahlung. Zusätzlich kommt Mobile Payment dazu. Im Geschäft vor Ort sind Kartenlesegeräte unverzichtbar, um unkompliziertes Bezahlen zu ermöglichen und es ist empfehlenswert, sich darüber hinaus über Payment-Trends auf dem Laufenden zu halten.

Das Kartenlesegerät sollte möglichst flexibel sein und verschiedene Kreditkarten, EC-Karte und Mobile Payment akzeptieren. Stationäre Zahlungssysteme sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Hausbanken etwa stellen üblicherweise ein stationäres System zur Verfügung, das fest in das Kassensystem integriert wird. Dafür werden allerdings recht hohe Kosten fällig, zunächst einmal für die Einrichtung und später für die monatliche Nutzung. Damit der monatliche Grundpreis wirtschaftlich ist, ist eine recht hohe Anzahl von bargeldlosen Bezahlvorgängen nötig. Dies schreckt vor allem kleine Geschäfte ab, sich mit bargeldlosen Bezahlsystemen auszustatten, sie scheuen die hohen Kosten.

Doch es gibt Alternativen zu teuren stationären Kartenlesegeräten, welche alle Vorteile bargeldloser Zahlung mit sich bringen. Es sind die mobilen Kartenleser. Sie vereinen die Vorteile der Kartenlesegeräte zur bargeldlosen Zahlung mit fairen Preisen. Welche Vorteile dies im Einzelnen sind, zeigt die folgende Aufstellung.

Der NFC-Standard ist am Wellensymbol erkennbar. Es reicht, einfach die Karte aus kurzer Distanz zu präsentieren, um zu bezahlen / pixabay.com © AhmadArdity (CC0 Creative Commons)

Vorteile bargeldloser Zahlungsmittel für Händler und Käufer im Überblick

Konsumenten wissen vor allem einen Vorteil bargeldloser Zahlungsmittel zu schätzen: Sie müssen nicht dafür sorgen, bei einem Einkauf ausreichend Bargeld mitzuführen. Eine Kreditkarte oder eine Debitkarte verschafft Zugriff auf das gesamte Guthaben bzw. den gesamten Kreditrahmen des dahinter liegenden Kontos. Spontankäufe sind möglich und unerwartete Ausgaben lassen sich unkompliziert mit bargeldlosen Zahlungsmitteln unabhängig vom mitgeführten Geld bewerkstelligen. Darüber hinaus ist das Geld auch bei einem Diebstahl sicher. Ein Anruf bei der Bank reicht aus, um die Karten sperren zu lassen. Weitere Vorteile für Konsumenten sind diese:

  • Einfaches Bezahlen in Geschäften vor Ort möglich.
  • Die Suche nach Geldautomaten entfällt.
  • Kreditkartenabrechnung bzw. Kontoauszüge helfen dabei, Ausgaben zu überprüfen und im Griff zu behalten
  • Es besteht nicht die Gefahr, Falschgeld als Wechselgeld zu erhalten, was insbesondere im Ausland nützlich ist.
  • Manche Kreditkartenanbieter gewähren Vergünstigungen oder Bonuspunkte.

Für Händler stellen sich die Vorteile bargeldloser Zahlung wie folgt dar:

  • Bezahlvorgang ist schnell und unkompliziert.
  • Es ist weniger Geld in der Kasse, was mehr Sicherheit bringt.
  • Das zeitaufwendige Bargeldhandling fällt weg.
  • Die Zeitersparnis beim Kassiervorgang verschafft mehr Spielraum für die Kundenbetreuung
  • Der schnelle Kassiervorgang ist effizient. Schlangen an der Kasse werden schneller abkassiert. Dies spart auch Personal und die damit im Zusammenhang stehenden Personalkosten.
  • Die Buchhaltung ist einfacher zu erledigen, weil die Bezahlvorgänge bereits im Kassensystem erfasst sind.

Wie sicher ist Mobile Payment?

Mobile Payment erfordert die NFC-Technologie, die übrigens nicht nur für Smartphones oder Smartwatches bzw. Tablets geeignet ist, sondern etwa auch bei Giro- oder Kreditkarten funktioniert. Erkennbar ist die verfügbare Funktion an dem Wellensymbol auf der Karte.

Hinter der Abkürzung NFC steht der Begriff Near Field Communication, der ein oft eingesetzter Funkstandard ist, vergleichbar mit WLAN oder Bluetooth. Mithilfe von NFC können kleine Datenmengen über eine kurze Distanz übertragen werden. Eine kurze Distanz bedeutet, dass das Smartphone oder die Karte höchstens 10 cm vom Terminal entfernt sein darf. Beim Bezahlvorgang wird ein sogenannter Token mit einer hohen Verschlüsselung übertragen. Dieser Token gilt nur für diesen einen Bezahlvorgang. Es handelt sich dabei um einen Code, der die Daten des Kontos und des Käufers verschlüsselt überträgt (Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI).

Das BSI stuft Mobile Payment als sehr sichere Zahlungsmethode ein und geht davon aus, dass es sehr schwierig sei, die Daten abzugreifen. Damit dies gelingt, müssten die Datendiebe buchstäblich in die Transaktion eingreifen und dem Opfer sehr nahekommen. Zudem kommt ein Umstand hinzu, der für ein Plus an Sicherheit sorgt: Mehrere NFC-fähige Karten oder Geräte blockieren einander. So blockiert z. B. der neue Personalausweis mit NFC eine NFC-Kreditkarte oder das NFC-fähige Smartphone. Es ist somit praktisch unmöglich, Daten einfach „im Vorbeigehen“ abzugreifen.

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