Wie wir durch das Internet viel einfacher an medizinische Informationen kommen.

Die Gesundheit der Benutzer ist ein Bereich, der sich durch das Internet dramatisch verändern könnte. Es gibt dabei eine Reihe von Aktivitäten, die dazu führen sollen, dass die Menschen eine aktivere Rolle bei ihrer medizinischen Betreuung spielen. Das reicht von Tools für die Selbsteinschätzung von Gesundheitsrisiken bis zur Dokumentation chronischer Krankheiten. Das Internet macht es einfacher, medizinische Leistungen direkt zu den Patienten zu bringen und sie etwa ambulant zu betreuen. Auch eine medizinische Fern-Konsultation, sozusagen durch einen Online Arzt, ist längst Realität. Ein weiterer Trend besteht darin, dass die Betroffenen sich über Krankheiten austauschen und auf Informationsseiten und in Foren selbstständig nach Informationen suchen.

Der Trend zu mehr Selbstverantwortung

Alle diese Entwicklungen im Gesundheitswesen führen zu einer Ausrichtung der Gesundheitsinformation auf Laien. Schon seit den 1960er Jahren wurden Patienten ermutigt, eine aktivere Rolle bei ihrer medizinischen Betreuung zu spielen. Die Anbieter von Pflegeleistungen haben längst begriffen, dass alle Beteiligten davon profitieren, wenn die Patienten stärker in ihre Betreuung eingebunden werden. Das führt auf der Seite der Anbieter zu mehr Effizienz und geringeren Kosten, sowie zu kürzeren Krankenhausaufenthalten.

Konsumentenorientierte Gesundheitsinitiativen verlassen sich auf das Internet. Sie könnten zur Triebfeder für einen Umbau des ganzen Gesundheitswesens werden. Die durchschnittliche Dauer der einzelnen Arztbesuche nimmt heute immer noch ab. Das hat den Nachteil, dass die Ärzte immer weniger für ausführliche Gespräche mit den Patienten verfügbar sind. Online-Services könnten diese Lücke füllen.

Dem stehen Patienten gegenüber, die immer besser informiert sind und selbstständig agieren. Initiativen für Konsumentengesundheit versuchen, die Patienten stärker in medizinische Entscheidungen und Entscheidungen bezüglich ihrer Pflege einzubinden. Die Patienten werden von Empfängern von Leistungen immer mehr zu Partnern. Das könnte sogar dazu führen, dass die Patienten selbst Einsicht in ihre medizinischen Daten bekommen und diese verändern können, oder dass Pflege im eigenen Heim zum Normalfall wird.

Konsumentenorientierte Webseiten

Schon seit Jahrzehnten wissen die Anbieter von Gesundheitsinformationen längst, dass das Internet zum wichtigsten Medium geworden ist, um die Patienten zu erreichen. Das sieht man deutlich daran, dass viele Webseiten sich auf Patienten als Zielgruppe ausrichten und sich bemühen, für Laien verständlich zu sein. Inhaltlich haben sie sich auf Informationen zur Diagnose und zum Management verbreiteter Krankheiten ausgerichtet. Außerdem propagieren sie einen gesünderen Lebensstil und schnelle Diagnosen, sobald sich erste Symptome einer möglichen Erkrankung zeigen.

Technische Voraussetzungen

Diese Revolution in der Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten hat vergleichsweise bescheidene technische Voraussetzungen. Das könnte sich aber im Laufe der Zeit ändern, wenn außer Texten und Bildern mit niedriger Auflösung vermehrt Videos zum Einsatz kommen. Momentan lässt sich auch die Sicherheit bei den Informationen leicht gewährleisten, weil noch kaum sensible Patienteninformationen übertragen werden. Aber auch das könnte sich ändern und zum Austausch von Informationen könnten mehr elektronische Zahlungen kommen.

Die Qualität der Informationen

Genauso wichtig wie die Sicherheit ist die Qualität der medizinischen Informationen und ihre laufende Evaluierung. Auf den ersten Blick wirkt die schiere Menge der online verfügbaren medizinischen Informationen überwältigend. Eine einfache Suche nach „Diabetes mellitus“ bringt zum Beispiel Zehntausende von Ergebnissen zutage. Wer bei dieser Menge nach den besten Informationen sucht, braucht effektive Techniken, um sie zu filtern. Heute liegt es bei den Patienten selbst, die Qualität und Seriosität der Informationen einzuschätzen. Jeder kann heute im Internet Informationen publizieren. Studien haben gezeigt, dass die Online-Informationen zu einer Art Krebs, die Ewing-Sarkom heißt, oft fehlerhaft waren.

Es gibt deshalb Bestrebungen, Webseiten zu Gesundheitsthemen nach ihrer Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit und Verständlichkeit zu klassifizieren. Momentan liegt diese Präsentation der Ergebnisse noch bei den Suchmaschinen. Das World Wide Web Konsortium arbeitet aber gerade an einer Plattform für die Auswahl von Internet-Inhalten (PICS).

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