Wie FinTechs die Kreditaufnahme erleichtern.

FinTechs haben den Finanzmarkt deutlich aufgewirbelt und viele Finanzanwendungen deutlich vereinfacht. Ein simples Beispiel sind moderne Zahlungsmethoden, die heute ganz bequem vollständig kontaktlose Zahlungen in Shops oder auch bei ausländischen Anbietern ermöglichen. Die Vereinfachung hat jedoch auch nicht vor Krediten Halt gemacht. Auch sie werden stets einfacher und mitunter sogar deutlich schneller.

FinTechs erzeugen nicht nur Lösungen im Bereich der Zahlungsmöglichkeiten oder bei der Geldanlage, sondern auch bei Krediten. Bildquelle: @ William Iven / Unsplash.com

Standardisierte Kredite vollständig digital

Einst wurden Kredite stets händisch berechnet, geprüft und auf den Einzelnen abgestimmt. Heute gibt es diese Kredite natürlich weiterhin, doch bei der simpelsten Form von Krediten handelt es sich praktisch um Tarife:

  • Standardkredite – ähnlich eines Handytarifs bieten Kreditanbieter heute fixe Kreditpakete an. Sie sind in ihrer Höhe, der Laufzeit und somit auch in den monatlichen Raten festgeschrieben. Die einzige Variable ist der persönliche Zinssatz des Kunden, wobei die Kreditangebote schon auf den Zinssatz der Masse zugeschnitten ist.
  • Für wen gedacht? – diese Kredite sind für den Durchschnittskunden gedacht. Sonderwünsche wie eine längere oder kürzere Laufzeit, ein zweiter Kreditnehmer oder eine Bürgschaft sind in diese Angebote nicht eingearbeitet.
  • Vorteile – Standardkredite können mitunter sehr schnell vergeben werden, da der gesamte Ablauf digital stattfindet. Statt Unterlagen wird über den Kontoblick das Konto des eventuellen Kreditnehmers selbst geprüft, die Verifizierung findet auch rein digital statt.

Gerade in den typischen Standardhöhen von bis zu 5.000 Euro kommen diese Kredite sehr häufig vor. Einige Anbieter vergeben auch höhere Kreditsummen auf diesem Weg.

Kredite auch in schwierigen Fällen

Es gibt Menschen, die es von Haus aus schwer haben, einen Kredit zu erhalten. Diese Misere hat sich durch die FinTechs durchaus verbessert, denn mitunter wagen sich nun auch Kreditgeber an die problematischen Gruppen heran:

  • Selbstständige – zumindest im Privatbereich hatten und haben es Selbstständige wesentlich schwerer, einen Kredit zu erhalten. Der Grund befindet sich meist im nicht festgelegten und oft schwankenden Einkommen. Mittlerweile gibt es jedoch gezielte Angebote für Selbstständige, die den Ist-Wert mit als Grundlage nehmen. Dieser wird bei üblichen Angeboten oft gar nicht erst bewertet, da sogleich von einem nicht gesicherten Einkommen ausgegangen wird.
  • Bonitätsprobleme – wer eine schwache Bonität hat, der wurde von Krediten nahezu ausgeschlossen. In den vergangenen Jahren sind aber immer mehr Angebote auf den Markt gekommen, die sich gezielt an diese Gruppe richten. Oft steckt das Wissen dahinter, dass die Bonität zwar laut Auskunft aufgrund alter Verfehlungen schwach wirken kann, die Finanzen jedoch hervorragend sind und somit ein Kredit vergeben werden kann. Es wird immer mal die Geschichte von dem Lottogewinner im kleineren Rahmen erzählt, der eine schlechte Bonität auf dem Papier hat, aktuell aber eine gute Summe auf dem Konto und alle Schulden beglichen hat. Da die Löschung der Einträge in der Auskunft jedoch erst nach drei Jahren erfolgt, steht folglich auch ein Lottogewinner als bonitätsschwach in den Karteien.

Grundlage ist, dass bei all den Angeboten das Gesamtpaket des Selbstständigen oder bonitätsschwachen Kunden bewertet wird. Oft ist es zwar so, dass nur geringere Kreditsummen vergeben werden, doch die Kreditaufnahme ist durchweg möglich. Kann der Kredit zudem noch anderweitig abgesichert werden, sind auch höhere Summen denkbar. Auch wenn bei einer herkömmlichen Bank ein Kredit abgelehnt wurde, können professionelle und seriöse Vermittler oft trotzdem helfen.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Hierfür muss der gesamte Zahlungsverkehr beleuchtet werden, denn dieser gibt die Anhaltspunkte. Vor gut zwanzig Jahren waren Papierüberweisungen und Schecks noch an der Tagesordnung. Beide Varianten sind heute fast ausgeschlossen, zudem gibt es kaum noch Banken mit echten Schaltern. Der Zahlungsverkehr hat sich ins Internet verlagert und was einst die Bank übernahm, ist heute Aufgabe des Kunden. Das hat sicherlich hin und wieder Nachteile, doch dürften die Vorteile überwiegen. Bezüglich der Kreditaufnahme könnte es sein, dass:

  • Online-Kreditbanking – letztendlich werden Kredite heute schon online verglichen und viele greifen hierfür auf das Smartphone zurück. Es ist durchaus denkbar, dass es schon bald eine App rein für das Kreditbanking gibt. Einmal angemeldet und legitimiert, reichen wenige Klicks aus, um einen Kredit aufzunehmen. Die App wäre wohl direkt mit dem Bankkonto verknüpft.
  • Vollständige Onlineverwaltung – es gibt längst Programme und Smartphone-Apps, über die schon Konten und Sparbücher zusammengefasst werden können. Vollständig ist die Integration jedoch nicht, da nicht alle Banken die jeweiligen Schnittstellen freigeben. Es wäre denkbar, dass künftig eine vollständige Verwaltung stattfindet, die wiederum auch Kreditverträge oder Kreditvergleiche samt Anfragen mit einbezieht. Oder auch digitale Haushaltsbücher und weitere Details.
  • Digitale Zahlung – die digitale Zahlung hat in dem vergangenen Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht, selbst die EU will ihren digitalen Euro einführen. FinTechs werden wohl in Zukunft besonders dazu führen, dass noch mehr digital bezahlt wird und weniger auf Bargeld zurückgegriffen wird. Diesbezüglich ist zumindest Deutschland noch nicht allzu weit, denn auch heute ist es in vielen Geschäften nicht möglich, nur mit Karte, geschweige denn mit Smartphone zu zahlen. Gerade die skandinavischen Länder sind hier deutlich weiter, denn nicht nur unterhält der Staat eine eigene Digitalwährung, die Apps sind auch so weit verbreitet, dass selbst in den Klingelbeutel der Kirche per App eingezahlt wird.

FinTechs werden sicherlich noch viele Veränderungen mit sich bringen und neue Ideen zur Verfügung stellen. Was letztendlich angenommen wird und sich durchsetzt, ist oft ein Glücksspiel. Vereinfachte Kredit- und Finanzaktionen dürften jedoch mit dabei sein.

In der Zukunft könnte eine Kreditaufnahme fast so einfach werden, wie eine kontaktlose Zahlung per Smartphone. Bildquelle: @ Jonas Leupe / Unsplash.com

Fazit – Vieles wird leichter

Schon jetzt ist Vieles durch die technischen Möglichkeiten leichter geworden. Musste früher bis zur Auszahlung eines Kredits durchaus 14 Tage gewartet werden, ist das Geld heute teilweise schon nach einem Tag auf dem Konto. Dank Spezialkredite und besondere Angebote für einzelne Nutzergruppen werden auch diese nicht länger von Darlehen ausgeschlossen. Was die Zukunft noch bringt, dürfte interessant sein. Vermutlich wird das Bankgeschehen noch einfacher und natürlich noch digitaler.

 

Diesen Artikel teilen

Kommentare sind geschlossen.

Mobilbranche.de Newsletter

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.
Technologiepartner