App-Tipp: Wie Zalando mit Personalisierung das Spotify für Mode werden will.

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Mit „Wir wollen das Spotify für Mode werden“, hatte Moritz Hau (Zalando-Chef in Deutschland) vor einigen Jahren die ehrgeizigen Ziele des Moderiesen Zalando formuliert. Mittlerweile gehört Zalando in Europa zu den größten Playern im digitalen Modegeschäft und steht dank Mobile-First-Strategie und satter Umsatzsteigerung im 2. Quartal trotz Corona-Krise bestens da.

Zalando erzielt mittlerweile rund 48 Prozent seines GMV-Umsatzes per App (Quelle: Roadshow-Präsentation)

Dass Zalando ein wahrer Mobile Player ist, zeigt auch ein Blick in die aktuelle Roadshow-Präsentation von Zalando: Vergangenes Jahr konnte das Unternehmen seinen App-basierten Umsatz um 56 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro steigern – der App-Anteil am Gesamtumsatz von 8,2 Milliarden Euro lag somit bei fast 48 Prozent (Umsatzzahlen auf GMV-Basis). Dabei hat Zalando nicht nur eine App, sondern gleich vier Apps im Portfolio: Die Nischen-Apps Zalando Wardrobe (siehe unser App-Tipp aus dem April), Zalandon Lounge, Zalon Modeberatung sowie die Haupt-App, um die es hier gehen soll.

Die App für iOS und Android setzt voll auf Personalisierung. Nutzer*innen können ein Modeprofil u.a. mit Lieblingsmarken, Kategorien und Styles anlegen und erhalten im eigenen Home Feed personalisierte Empfehlungen und Push-Nachrichten – quasi einen individuellen Online-Shop. Stilikonen – Mode-Influencer, denen Nutzer*innen folgen können – geben die Modetrends vor und sind Wegweiser zum neuen Outfit, das sich natürlich mit wenigen Klicks nachkaufen lässt. Ähnlich wie About You greift Zalando somit den Influencer-Trend geschickt auf, der durch dessen Boom auf Instagram ausgelöst wurde. Auch die Produktsuche ist up to date: Wer keinen Barcode scannen kann, um Infos für ein gesichtetes Outfit abzurufen, kann sich per Fotoabgleich ähnliche Outfits in der App anzeigen lassen. Die Outfit-Empfehlungen lassen sich per WhatsApp mit Freund*innen teilen, um sich rückzuversichern, dass einem das Outfit stehen würde.

Das App-Design besticht durch Struktur, Klarheit und eine tolle Produktschau mit großen Bildern, Lookbooks und Videos. Kleinigkeiten wie ein Farbrädchen, mit dem man bei Artikeln die verfügbaren Farben auswählen kann, runden die gute User Experience ab. Flexible Zahlung, kostenlose Rücksendung und Nachverfolgung der Bestellung per App machen den Einkauf unkompliziert. Wer es ganz eilig hat, kann sich bei Zalando Plus – einer Art Amazon Prime – anmelden und Blitzlieferungen und andere Mitgliedsvorteile nutzen. Ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zum Spotify für Mode könnte das Geschäft mit Second-Hand-Mode sein, der Zalando ab Herbst eine eigene Kategorie namens „Pre-Owned“ widmen will.

Mit unseren täglichen App-Tipps wollen wir Denkanstöße für App-Macher und Retailer liefern, wie sie ihr Business für das neue Mobile-Jahrzehnt fit machen können. Alle App-Tipps finden Sie hier.

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