Smartphone-Labor erkennt Coronavirus.

Mobiles Mini-Labor für das Smartphone mit Teststreifen für Speichelproben. Foto: Joseph Fuqua II/UC Creative Services

Forscher der University of Cincinnati (UC) haben ein Mobiles Mini-Labor entwickelt, dass direkt an das Smartphone angeschlossen wird und Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV oder den Coronavirus diagnostizieren kann. Die Ergebnisse sind dabei genau und preiswert.

Das tragbare Laborgerät kann außerdem bei Bedarf über eine App mit einer Arztpraxis verbunden werden und die ermittelten Daten direkt übertragen. UC-Professor Chong Ahn und sein Forschungsteam verwendeten das Smartphone-Labor zuletzt, um auf Malaria zu testen. Das Gerät kann aber auch für Tests bei zahlreichen anderen chronischen oder infektiösen Krankheiten verwendet werden. Über die Malaria-Studie wurde im Januar in der Zeitschrift Nature Microsystems & Nanoengineering berichtet.

Ahn ist Professor für Elektro- und Biomedizintechnik am College of Engineering and Applied Science an der UC. Sein Forschungsteam hat einen neuartigen Einweg-Laborchip aus Plastik entwickelt, der die Kapillarwirkung nutzt, um eine Speichel- oder Blutprobe durch zwei Kanäle zu ziehen. Ein Kanal mischt die Probe mit gefriergetrockneten Nachweisantikörpern. Der andere enthält ein gefriergetrocknetes lumineszierendes Material, um die Ergebnisse ablesen zu können, wenn sich die geteilten Proben wieder auf den drei optischen Sensoren verbinden.

Die Ergebnisse des Smartphone-Labors sind genau und preiswert

„Die Innovation dieses Geräts besteht in der Verwendung eines kapillargesteuerten mikrofluidischen Laborchips“, sagt UC-Doktorand Sthitodhi Ghosh, der Hauptautor der Studie. „Der gesamte Test findet also automatisch auf dem Chip statt.“ Dabei sei die Leistung mit Labortests vergleichbar, aber gleichzeitig deutlich billiger. In der Malaria-Studie zeigte sich der Test empfindlich genug, um eine Infektion mit den Parasiten verlässlich zu erkennen. Die Wissenschaftler betonen, dass neben Viren auch Hormone und andere Biomarker erfasst werden können, wodurch sich das Verfahren auch potentiell zur Erkennung von psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen eignet.

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