Mit einer App die Kommunikation an Schulen digitalisieren.

Digitalpakt hin oder her: Wie umständlich, langwierig und altmodisch an Schulen kommuniziert wird, wissen alle Eltern schulpflichtiger Kinder. Ob Grundschule oder weiterführende Einrichtung spielt keine Rolle. Die Macher einer App wollen das ändern.

Es ist ja nun nicht so, als sei die Digitalisierung noch gar nicht in den Schulen angekommen. Aber als Vater und Kommunalpolitiker weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es aber nur selten Ansätze gibt, die ineinandergreifen. Als Fachjournalist weiß ich allerdings auch, dass es besser gehen könnte. An vielen Schulen kommen zwar spezielle Schulserver zum Einsatz, mit denen Dokumente getauscht und auch bearbeitet werden könnten. Wenn die Lehrer sie denn einsetzten. Es gibt Systeme zur Verwaltung von Stundenplänen, in denen sich Lehrer und Schüler gleichermaßen über Änderungen informieren können. Nur automatische Benachrichtigungen fehlen dann. Lehrer sind per E-Mail erreichbar, lassen sich die Nachrichten aber an private Benutzerkonten weiterleiten. Und die Schüler kommunizieren klassen- und kursweise via WhatsApp. Schließlich gibt es da noch die klassischen Elternbriefe und Rundschreiben. Halt immer dann, wenn die Schule gern einen Nachweis über den Empfang hätte oder eine Unterschrift eines Erziehungsberechtigten benötigt. Diese parallelen Systeme schreien ja nun schon fast nach Missverständnissen.

Die Macher von Sdui wissen um diese Schwächen und bieten mit ihrer App eine zentrale Plattform für alles, was rund um den Unterricht passiert: Stundenpläne, Elternbriefe, Dateien & mehr. Vor fünf Jahren hatten Daniel Zacharias und Jan Micha Kroll die Idee für ihre Anwendung. Aus einem Projekt für „Jugend forscht“ wurde ein Startup, das inzwischen 30 Mitarbeiter beschäftigt. Nach eigenen Angaben ist Sdui bereits an 1.000 Einrichtungen im Einsatz, im Test oder ersten Gesprächen. Ein beachtlicher Erfolg, angesichts der Zielgruppe von 32.000 Bildungseinrichtungen.

Rein funktional wäre die App ein enormer Fortschritt, denn neben den Kernfunktionen, die auf Kommunikation setzen, lassen sich auch bereits vorhandene Anwendungen der Schule integrieren, beispielsweise Stundenplansysteme. Lehrer können beispielsweise den Nachrichtenkanal für bestimmte Zeiten vollständig oder für Antworten sperren, um nicht 24 Stunden am Tag reagieren zu müssen.

Ein direkter Konkurrent für die Kommunikation via App ist naturgemäß WhatsApp, dessen Nutzung aber aus Sicht einer Schule und ihrer Verpflichtung, die DSGVO einhalten zu müssen, problematisch ist. Sowohl Schüler als auch Lehrer von der Plattform zu lösen dürfte eine der großen Herausforderungen für das junge Unternehmen sein. Die zweite besteht ohne Zweifel darin, das Budget für die gewünschten Lizenzkosten zu erhalten. Frei verfügbare finanzielle Mittel sind an Schulen nur in sehr geringem Maß vorhanden. Mit 1,45 Euro pro Schüler und Lehrer pro Jahr, sind die Kosten für Sdui zwar moderat. Am Ende müssen die Schulträger oder Fördervereine dieses Geld aber dennoch aufbringen. Viel Erfolg mit dem auf den ersten Blick sehr überzeugenden Ansatz darf man aber trotzdem wünschen.

– Anzeige –

Kein Agile Development ohne Agile-Test-Integration
Unternehmen können den Anspruch von Agile Development erst dann erfüllen, wenn TesterInnen von Anfang an mit in den Prozess integriert werden. Dementsprechend sollten TesterInnen, wie auch der Rest des Teams, bei den täglichen Meetings dabei sein, ihre Fortschritte kommunizieren, sich über den Fortschritt der Entwicklung informieren und in den Sprints klare Aufgaben übernehmen.
Mehr dazu im Blog von Appmatics

Diesen Artikel teilen

Kommentare sind geschlossen.

Mobilbranche.de Newsletter

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.