Köpfe der Mobilbranche: Nicolaus Berlin von Podimo.

“In Berlin versuche ich bei jeder Gelegenheit mit Google Pay zu zahlen, aber werde meist von meiner Freundin ausgelacht”, sagt Nicolaus Berlin, Head of Germany von Podimo. Die 2019 gelaunchte Podcast-App finanziert sich über Abos und spielt eine personalisierte Auswahl von Podcasts aus. Nicolaus Berlin ist dem Thema Podcast seit Jahren verbunden: Er gründete die Podcast-App BesserFM, die von Podimo 2019 aufgekauft wurde. Im Fragebogen von mobilbranche.de verrät er, welches Unternehmen es schafft, ihn mit seiner Werbung zum Lachen zu bringen.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Nicolaus Berlin: Mein erstes Handy war das Nokia 5110, das habe ich damals von meiner Großmutter bekommen. Als ich ins Gymnasium kam, hat sie es mir geschenkt, damit ich im Notfall Zuhause anrufen kann. Im Vergleich zu heute war es ein echter “Ziegelstein” – aber es war mein ganzer Stolz. Man konnte damit sogar schon “Snake” spielen, was fast schon das Wichtigste war.

Nokia 5110 (Bild: By Soltys0 – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=970343)

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Nicolaus Berlin: Da bin ich absolut zwiegespalten! Einerseits bin ich absoluter Apple-Fan, liebe die Marke und die schön designten Produkte. Als Mac-User genieße ich zudem das angenehme Zusammenspiel der verschiedenen Geräte. Aber auch Android hat mit seiner großen Gestaltungsfreiheit seine Vorteile. Ich kann diese Frage nicht beantworten, denn am liebsten hätte ich verschiedene Handys mit beiden Systemen.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Nicolaus Berlin: Da ich kein Auto besitze, sondern immer mit Fahrrad, Scooter, CarSharing oder Bahn unterwegs bin, habe ich diverse Ride-Sharing-Apps installiert. Ohne diese wäre ich sehr aufgeschmissen. Ansonsten bin ich großer Alexa-Fan und habe natürlich auch die App installiert. Zuhause habe ich fast alles mit Alexa verbunden und freue mich wie ein Kind, wenn ich die Lampen via Sprache an- und ausschalten kann. Als drittes habe ich die ProCamera-App installiert. Ich fotografiere wahnsinnig gerne mit dem Handy und ProCamera erlaubt mir viel mehr Flexibilität bei den Kameraeinstellungen. Leider gibt es sie nicht für Android. Über Empfehlungen einer ähnlichen App würde ich mich freuen!

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Nicolaus Berlin: Für mich ist die beste Werbung relevant und kreativ gut gemacht. SIXT macht das in letzter Zeit besonders gut. Sie fassen aktuelle Ereignisse unglaublich schnell auf, sind humorvoll und scheuen sich nicht zu provozieren. Sie haben mich schon oft zum Lachen gebracht, was dazu führt, dass ich die Werbung auch mit Freunden teile. Somit schaffen sie mit ihrer Werbung Mehrwert und hinterlassen positive Gefühle und Assoziationen mit ihrer Marke. Über die Markenbildung hinaus nutzen sie auch diverse Social-Media-Kanäle exemplarisch um potentielle Kunden in einen Funnel zu leiten und für neue Produkte wie ihre Ride-Sharing-App oder für Leasing-Angebote zu gewinnen.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Nicolaus Berlin: Ich bin generell kein großer Fan von disruptiver Werbung jeder Art, die den Medienfluss unterbricht und mir aufgezwungen wird – sei es bei Musik, in Videos oder Podcasts. Da zahle ich meistens lieber, um die werbefreie Version zu nutzen. Außer sie begeistert mich durch ihre Kreativität so wie Sixt oder andere – dann gerne.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Nicolaus Berlin: Ich habe das große Glück, dass ich durch meinen Job und in der Berliner Startup-Szene fast täglich spannende und inspirierende Menschen treffe. Ich gewinne hier viel Energie und neue Ideen. Letzte Woche hat mich Dan Harvey von Passion.io nachhaltig beeindruckt, als er mir und einer Gruppe von Studenten ihren Marketing- und Sales Funnel vorgestellt hat. Seine Leidenschaft für sein Unternehmen, sein konsequent kundenorientiertes Handeln und der akribisch geformte Funnel, haben mich beeindruckt.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Nicolaus Berlin: Mein Vater sagt immer, ich arbeite im Internet. Meine Mutter ist bei den Vokabeln schon etwas weiter: sie sagt, ich mache eine Podcast-App, und hofft, dass niemand zu genaue Fragen stellt. 🙂 Beide haben Podimo schon installiert, aber zum Hören zwingt sie noch meine jüngere Schwester auf langen Autofahrten.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Nicolaus Berlin: Ich habe das große Glück, dass der Job für mich absolut in die Kategorie Berufung fällt. Es macht mir unheimlich viel Spaß, jeden Morgen aufzustehen und gemeinsam mit dem Team Podimo aufzubauen. Das liegt einerseits an unserem Team voller passionierter, smarter und toller Menschen; andererseits auch an der spannenden Aufgabe in diesem dynamischen Markt.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Nicolaus Berlin: Ich bin ein großer Fan und habe Apple Pay und Google Pay sofort installiert, als ich schon vor ein paar Jahren die Gelegenheit hatte, es in den USA zu verwenden. Aktuell lebe ich zwischen zwei Fronten: Bei meinen vielen Besuchen in unserem Headquarter in Kopenhagen habe ich noch nie Bargeld abgehoben und meist alles mit Apple bzw. Google Pay bezahlt, jeden Kaffee, jeden noch so kleinen Kaugummi. In Berlin versuche ich bei jeder Gelegenheit mit Google Pay zu zahlen, aber werde meist von meiner Freundin ausgelacht, da die Infrastruktur dafür nicht immer funktioniert.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Nicolaus Berlin: Mit den Apps und Dienstleistungen bin ich größtenteils zufrieden, aber in Deutschland hapert es an der notwendigen Infrastruktur. Mobiles Internet ist oft langsam und sobald man in den Zug steigt, muss man dankbar sein, wenn man überhaupt Empfang für ein simples Telefonat hat. Ich finde es auch ein Phänomen, wie selten man in Berlin mit Karte zahlen kann.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Nicolaus Berlin: Verschwunden ist hoffentlich störende Werbung, die tollen Content ruiniert. Ich bin davon überzeugt, dass in fünf Jahren noch mehr Menschen bereit sind für gute Inhalte zu zahlen und Creator dadurch unabhängiger von Werbeeinnahmen werden. Das wird das Niveau an Werbung in und um Content erhöhen und dafür sorgen, dass Werbung auch ein echter Mehrwert für die Konsumenten wird.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

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