Die Messenger-App Signal will WhatsApp ablösen.

WhatsApp-Mitbegründer Brian Acton engagiert sich für die Messenger-App Signal und will sie mit dem Signal-Gründer Moxie Marlinspike massentauglich machen. Jeder sollte eine sichere Alternative zu WhatsApp haben können. Dafür hat er 50 Millionen Dollar investiert und bringt sein Wissen in die Leitung der Signal Foundation ein.

Signal gilt als besonders sichere App, die vor allem bei Journalisten, Hackern und Edward Snowden beliebt ist. Die App ist frei für alle und ein quelloffenes, von Zuwendungen und Spenden unterstütztes Projekt ohne Werbung, Affiliate-Marketing und Tracking. Entwickelt wurde die App vor fünf Jahren von Moxie Marlinspike, der auch das Protokoll für WhatsApp schrieb. Mit Hilfe von Brian Acton soll es nun gelingen, die App aus der Insider-Ecke herauszuholen und unter die Massen zu bringen. Dafür hat Acton zunächst einmal tief in die Taschen gegriffen: 50 Millionen Dollar investierte er in den Messenger, der seiner eigenen Schöpfung, WhatsApp, Konkurrenz machen soll. Außerdem ist er geschäftsführender Vorsitzender der Signal Foundation, die den Messenger betreibt.

Nach dem man jahrelang mit nur drei Mitarbeitern auskam, hat die Signal Foundation heute 20 Mitarbeiter. Über Jahre hinweg war Signal eine einfache Text- und Telefonanwendung, die sich zunehmend zu einer vollwertigen, etablierten Kommunikationsplattform entwickelt hat. Inzwischen gibt es auch Features, die sich in anderen Anwendungen bewährt haben und die die Nutzer offenbar verlangen. Dazu zählen Emojis, Sticker, aber auch Bilder und Videos, die nach einmaliger Betrachtung verschwinden sowie Gruppenchats. Damit soll bewusst die Masse derer angesprochen werden, die all dies bei WhatsApp oder dem Facebook-Messenger schätzen und eben nicht darauf zu Gunsten der Sicherheit verzichten wollen.

Andy Greenberg hat die Geschichte von Marlinspike und Acton für Wired lesenswert aufgearbeitet.

Die EU-Kommission hat unterdessen ihren Mitarbeitern Signal als Messenger empfohlen. Das verwundert deshalb, weil den EU-Abgeordneten die Nutzung untersagt wurde und stattdessen WhatsApp als Messenger des Hauses Verwendung findet. Das führt dazu, dass die Kommissions-Mitarbeiter nicht mit den Mitarbeitern der Abgeordneten via Messenger kommunizieren dürfen.

Nach Auskunft des Online-Magazins Politico könnte die Empfehlung für Signal bei Sicherheitsbehörden Unmut auslösen. Beamte aus Brüssel und Washington üben immer wieder Druck auf Unternehmen wie Apple oder Facebook aus und fordern, Hintertüren für Sicherheitsbehörden in die Apps einzubauen. Dabei gibt es verschiedene Wege durch Politik und Verwaltungen, diese Forderungen mit Drohungen zu untermauern. Das dürfte für die Behörden beim Konzept von Signal deutlich schwieriger werden.

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