Withings setzt Apple bei E-Health unter Druck.

Viele Herzerkrankungen sind tückisch, weil sie über viele Jahre überhaupt keine Beschwerden verursachen. Man weiß also gar nicht, dass man krank ist oder das Risiko für eine ernstzunehmende Erkrankung besteht. Wenn es dann plötzlich zu Atemnot oder Brustschmerzen kommt, kann es zu spät sein. Withings hat auf der CES in Las Vegas ein neues Modell seiner smarten Uhren vorgestellt, die sogar der Apple Watch überlegen ist.

Zu den tückischen Herzfehlern gehört das sogenannte Vorhofflimmern, das völlig unentdeckt bleiben kann. Patienten, die unter dieser Rhythmusstörung des Herzens leiden, haben indes ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Was Apple kann, können wir besser, dürfte sich Withings gesagt haben und stellt auf der CES seine neue „ScanWatch“ vor. Die orientiert sich vom Design am seit Jahren erhältlichen Modell „Steel HR“, die auch mein Handgelenk schmückt. Es ist also neben der analogen Zeitanzeige ein kleines Display integriert, das über zurückgelegte Schritte, eingehende Nachrichten und optional die Herzfrequenz informiert.

Das soll die Scan Watch auch alles können. Sie bietet aber zwei weitere Finessen. Da ist zum einen die integrierte EKG-Funktion. Diese wurde gemeinsam mit Medizinern entwickelt, die Uhr wird deshalb wohl über eine entsprechende Zulassung für medizinische Geräte verfügen. In nur 30 Sekunden kann die Uhr ein EKG aufzeichnen. Dazu muss die Funktion gestartet werden, der Anwender berührt währenddessen die Krone und deren abgewandte Seite der Uhr. Dabei sollen Vorhofflimmern, verlangsamte Herzschlag (Bradykardie) und Herzrasen (Tachykardie) erkannt werden.

Wo Apple dann mit seiner Watch nicht mehr mitkommt, ist die Schlafanalyse mittels des Sp02-Sensors der Uhr. In regelmäßigen Abständen wird die Sauerstoffsättigung gemessen. Dank der Pulsüberwachung und KI werden die bei Schnarchern gefürchteten Apnoen (Atemaussetzer) aufgedeckt. Das Wort KI deutet es bereits an. Die Analysefunktionen stehen gar nicht bzw. nur eingeschränkt ohne die Nutzung eines Smartphones und der Withings-Cloud zur Verfügung. Wer also Sorge davor hat, solche Informationen auf einem Server verarbeiten zu lassen, sollte sich die Uhr nicht kaufen.

Ich selbst verwende seit einiger Zeit den klinisch validierten Blutdruckmesser BPM Core des gleichen Herstellers. Dieser besitzt ebenfalls eine EKG-Funktion und kann durch die akustische Analyse ebenfalls Klappenfehler bzw. Herzrhythmusstörungen erkennen. Auch hier läuft ohne die Cloud nichts. Erste Analysen der KI stehen dann auch in der notwendigen Health-App erst nach fünf Messungen zur Verfügung. Als problematisch sehe ich das nicht. Offen gestanden traue ich Withings in dieser Hinsicht sogar mehr als Google und anderen Cloudanbietern.

Die Uhr wird voraussichtlich im zweiten Quartal des Jahres zu Preisen ab 249 Euro in Deutschland zu bekommen sein.

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