Köpfe der Mobilbranche: „Mr. Mobile“ Mark Wächter.

„Mittlerweile bin ich oft in Asien und Afrika unterwegs und sehe die extrem positiven ökonomischen Auswirkungen von Mobile Payment“, sagt Mark Wächter. Der Diplom-Ökonom hat langjährige Marketing-Kommunikations-Expertise in den Bereichen Consumer Goods, Internet und Mobilfunk. Im Mai 2005 gründete er die weltweit agierende Management-Beratung MWC.mobi mit einer Spezialisierung auf das innovative Segment der Mobile Strategy Entwicklung und betreute in den letzten Jahren Klienten in über 30 Ländern auf vier Kontinenten. Mark Wächter ist Vorsitzender der Fokusgruppe Mobile im BVDW, Co-Founder von MobileMonday und Mitglied im EMEA Board of Directors der Mobile Marketing Association. In unserem Fragebogen verrät Wächter: „Wenn ich aus Asien zurückkomme, fühle ich mich immer wie im Museum.“

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Mark Wächter: Das war im Oktober 1997 ein Siemens S11 mit Tri-Color-Bildschirm, Stummelantenne und einer Woche Batterielaufzeit!

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Mark Wächter: Ich schätze die Datenintegrität, Homogenität und Intuitivität der iOS-Plattform. Android leidet auch im Jahr 2020 immer noch unter einer immensen Fragmentierung. Technologisch sind beide Plattformen gleichauf, wobei Android die gefühlt innovationsfreudigere ist.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Mark Wächter: Meine Apple Wallet, Feedly und LinkedIn.

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Mark Wächter: Da fallen mir in der Tat einige Kampagnen ein und vor allem, es ist ein echter Fortschritt in den letzten Jahren zu beobachten. Mobile First ist auch in der Kampagnen-Kreation angekommen. Hervorheben möchte ich hier die zu Instagram-Stories, sogenannten Insta Novels verarbeiteten Literaturklassiker der New York Public Library.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Mark Wächter: Hier verbietet sich eine Aussage meinerseits; das würde den Beteiligten im Markt nicht gut tun 😉

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Mark Wächter: Hm, als jemand, der die Branche in den letzten 20 Jahren stark mitgeprägt hat, habe ich nicht wirklich Vorbilder im Ökosystem Mobile, aber ich schätze eine Menge meiner Weggefährten im In- und Ausland und zusammen haben wir schon einen heißen Ritt vollzogen seit den ersten schwarz-weiß Werbe-SMS.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Mark Wächter: „Mein Sohn bereitet seine Kunden auf die Auswirkungen des Mobile Tsunami vor und davon kann er seine Familie ernähren!“ – das fällt ihr in der Tat leichter seit der Veröffentlichung meines Buches (*) Anfang 2016.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Mark Wächter: Eindeutig Berufung aka Mr. Mobile 😉

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Mark Wächter: Da fallen mir zwei Beobachtungen ein: Das zähe Ringen um Lösungsansätze und Akzeptanz im deutschen Markt seit ca. 15 Jahren und mein Hallo-Wach-Erlebnis mit Alipay und WeChat Pay in China 2017. Mittlerweile bin ich oft in Asien und Afrika unterwegs und sehe die extrem positiven ökonomischen Auswirkungen von Mobile Payment. Die kolportierten 200.000 Initial-Aktivierungen von Apple Pay im Sparkassen-Verbund stimmen mich hoffnungsvoll.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Mark Wächter: Auch wenn das mittlerweile ein trauriger Gassenhauer ist: in all den 3G/4G-Funklöchern in dieser Republik. Wenn ich aus Asien zurückkomme, fühle ich mich immer wie im Museum. Wenn Deutschland das Thema Mobile Infrastruktur nicht endlich wirklich ernstnimmt und entsprechend investiert, können wir den technologischen Rückstand bald nicht mehr aufholen.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Mark Wächter: Spannende Frage und hier kann ich nur verlieren. 5 Jahre in Mobile ist eine Ewigkeit – wir erinnern uns kurz an die Branchenjahresauftaktveranstaltung CES 2015 und die Vorstellung des LG Flex 2 mit gekrümmtem Bildschirm. Mobile in 5 Jahren wird immer noch in unserer und um unsere Hand herum geschehen, also als Smartphone und Personal Digital Assistant. Alle Satelliten darum herum wie Smart Speaker, Rings, Watches, Glasses, Homes, Cars, … werden allerdings in ihrer Funktionalität viel autarker vom Smartphone sein.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

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