Dark Patterns: Bundestag-Papier warnt vor Suchtgefahr von Apps.

Es ist der Traum eines jeden App-Machers: eine App zu launchen, die regelmäßig von Millionen von Menschen genutzt wird. In den letzten Jahren rückten dabei nicht nur Maßnahmen zur User Acquistion, sondern auch Nutzerbindung in den Fokus der Branche, auch Retention und Engagement gemacht. Doch dabei gibt es auch Methoden, die umstritten sind, die sogenannten „Dark Patterns“. Sie sollen eine App besonders „sticky“ machen, also „klebrig“, wie es heise.de übersetzt – und können dadurch u.a. süchtig nach Apps machen, wie jetzt das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) in einem aktuellen Papier warnt.

Titelbild des TAB-Papiers zu Dark Patterns (Screenshot)

„Der Einsatz von Dark Patterns ist unethisch, mitunter unlauter und ggf. betrügerisch. Insbesondere sind auf die Ausnutzung menschlicher Wahrnehmungsschwächen ausgerichtete Dark Patterns für unerfahrene Nutzende schädlich, z. B. Senioren, Kinder und Jugendliche sowie bildungsferne Gruppen“, warnt Experte Christoph Bogenstahl, der das TAB-Papier verfasst hat. „Aus Sicht
des Verbraucherschutzes werden Verbraucherinnen und Verbraucher über Dark Patterns gezielt gesteuert, manipuliert und getäuscht. Es bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit der Nutzenden, diese Manipulationen und deren typischen Muster zu erkennen und zu umgehen. Eine regulatorische Herausforderung besteht darin, Dark Patterns aufzudecken, da diese in aller Regel verschleiert werden, um ihren Zweck zu erfüllen“, schreibt Bogenstahl weiter.

Insbesondere bestimmte Praktiken bei Mobile Games kritisiert das TAB-Papier und beruft sich dabei u.a. auf eine Untersuchung der Stiftung Warentest: Diese Apps hätten meist keinen akzeptablen Kinderschutz, moniert wurden insbesondere verführerische In-App-Käufe, die schnell mit mehreren Hundert Euro zu Buche schlagen können. Auch wenn das TAB keine eigenen Untersuchung vorgenommen hat, so warnt es in einem Ausblick am Ende des Arbeitspapiers auch vor Streaming-Diensten: „So sind etwa bestimmte Mechanismen von Streamingportalen, wie Netflix oder Amazon Prime, auf einen potenziell süchtig machenden Massenkonsum ausgerichtet, um Abonnentinnen und Abonnenten möglichst lange zu binden. Hier werden unter anderem Elemente des Neuromarketings genutzt, um menschliches Verhalten zu beeinflussen und das Suchtpotenzial zu steigern.“

Die Herausforderung für Macher von Apps und Mobile Games ist es also, bei Maßnahmen zur Steigerung von Retention und Engagement darauf zu achten, es hierbei nicht zu übertreiben – zumal das TAB in seinem Papier bereits nahelegt, dass gewisse Methoden künftig vom Gesetzgeber reguliert werden könnten.

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