Interview: Nextbike-Gründer Ralf Kalupner über Apps als Schlüssel zu modernen Mobilitätskonzepten.

„Die Ausleihe per App hat dem Ganzen nochmal einen ordentlichen Auftrieb verschafft. Nutzer konnten nun direkt auf dem Handy sehen, wo sich in der nächsten Nähe ein Rad befindet und dieses ad hoc ausleihen“, sagt Ralf Kalupner. Er gründete 2004 – und damit noch in der Ära vor der Einführung des Smartphones – nextbike. Der Anbieter für Leihfahrräder ist heute aus kaum einer deutschen Großstadt mehr wegzudenken. Bei uns erzählt Kalupner, wie die Fahrradleihe einst ohne Apps funktionierte, und spricht darüber, welche Rolle das Smartphone heute in der Mobilität spielt.

mobilbranche.de: Sie haben nextbike bereits 2004 gegründet in einer Zeit, wo es noch gar keine Smartphones und Apps gab. Wie konnte man damals denn ein Fahrrad bei Ihnen ausleihen?

Ralf Kalupner: Die Räder konnte man per Telefonanruf bei der Hotline (Da saß ich anfangs übrigens selbst als einziger Mitarbeiter dahinter) und per SMS ausleihen. Das kann man heute sogar immer noch.

mobilbranche.de: Ende des letzten Jahrzehnts setze dann der Smartphone-Boom ein. Wie schnell konnten Sie davon mit nextbike profitieren und den Ausleihprozess per App optimieren?

Ralf Kalupner: Wir haben sehr schnell die App-Ausleihe eingeführt. Das hat dem Ganzen nochmal einen ordentlichen Auftrieb verschafft. Nutzer konnten nun direkt auf dem Handy sehen, wo sich in der nächsten Nähe ein Rad befindet und dieses ad hoc ausleihen.

mobilbranche.de: Wie wichtig schätzen Sie das Zusammenspiel von Apps und modernen Mobilitätskonzepten generell ein?

Ralf Kalupner: Heutzutage sind Apps bei modernen Mobilitätskonzepten nicht mehr wegzudenken. Zur Navigation sind eben auch die Buchungsmöglichkeiten hinzugekommen, das ist komfortabel und agil.

mobilbranche.de: Mittlerweile ist das Ausleihen von Fahrrädern per App bei vielen Menschen „gelernt“, zugleich gehen immer mehr Wettbewerber wie Mobike, Lime Bike oder Jump by Uber an den Start. In wie weit können Sie heute noch von Ihrem First-Mover-Advantage profitieren?

Ralf Kalupner: Wir sind in über 60 deutschen Städten und 26 Ländern vertreten, damit europäischer Marktführer. Aufgrund unserer langjährigen Marktpräsenz haben wir viele Partnerschaften aufbauen können und ein gewisses Standing. Wir kooperieren in fast jeder Stadt mit den Verkehrsbetrieben und sind gesetzter Bestandteil in den meisten städtischen Verkehrskonzepten.

mobilbranche.de: In welchen Märkten ist nextbike heute am stärksten? Immerhin sind Sie in 200 Städten aktiv.

Ralf Kalupner: Unser Fokus liegt klar auf Europa. In Deutschland bespielen wir mengenmäßig die meisten Städte, aber auch in Polen oder UK sind wir Marktführer.

mobilbranche.de: Seit einigen Wochen sind auch in Deutschland E-Scooter auf dem Vormarsch. Was halten Sie davon und ist das auch für nextbike ein spannendes Geschäftsfeld?

Ralf Kalupner: Wir haben schon mit vielen Anbietern gesprochen. Es ist kein Problem, Scooter auf unserer Plattform zu integrieren. Derzeit gibt es aber so viele Anbieter, dass wir uns zumindest dieses Jahr erstmal die Marktkonsolidierung anschauen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass E-Scooter im Vergleich zu Autos vielleicht umweltfreundlicher sind, im Vergleich zum Fahrrad jedoch nicht, deshalb liegt auch weiterhin unser Fokus auf dem nachhaltigsten Verkehrsmittel schlechthin – dem Fahrrad.

mobilbranche.de: Wenn Sie zehn Jahre in die Zukunft schauen: Wie wird sich die Mobilität in Deutschland bis dahin verändern?

Ralf Kalupner: Wir wünschen uns, dass das Auto als individuelles Verkehrsmittel immer weniger eine Rolle spielt, sich die Infrastruktur dementsprechend ändert und die politischen Weichen dafür gestellt werden. Kopenhagen oder Utrecht kann man da ganz einfach als Blaupausen benutzen, da muss das Rad nicht neu erfunden werden.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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Eine Antwort zu “Interview: Nextbike-Gründer Ralf Kalupner über Apps als Schlüssel zu modernen Mobilitätskonzepten.”

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