New Record: Wie Spiele-Apps erfolgreich werden.

Quelle: Unsplash / Afif Kusuma

Von Jan Wolter (General Manager EU bei Applause)

Die Gamescom hat in diesem Jahr mehr als 370.000 Besucher nach Köln gelockt: Cloud-Gaming und Augmented Reality Games setzten hier neue Trends. Aber auch das Unternehmen Hatch, das sich ausschließlich auf die Entwicklung von Mobile Games konzentriert, fand einige Beachtung. Und das aus gutem Grund: Spiele-Apps für Smartphones und Tablets sorgen aktuell für deutliches Wachstum im Markt. Was erfolgreiche Spiele-Apps ausmacht und worauf es beim monetarisieren von Free-to-Play-Spielen ankommt, zeigt dieser Beitrag.

New Record – so heißt es bisher jedes Jahr auf’s Neue, wenn es um die Umsätze im deutschen Gaming-Markt geht: Laut game, dem Verband der deutschen Games-Branche, ist der Umsatz mit Spielen und Spiele-Hardware im ersten Halbjahr 2019 um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen – und zwar von 2,5 auf 2,8 Milliarden Euro. Spiele-Apps für Smartphones und Tablets spielen in diesem Markt eine wichtige Rolle. 2018 stieg der Umsatz mit Games für Mobilgeräte in Deutschland auf 1,5 Milliarden Euro, was ein Wachstum von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2017 bedeutet. Während der Umsatz mit Spiele-Apps, die klassisch gekauft werden, dabei stabil blieb, zeichneten sich die so genannten In-App-Käufe als große Wachstumstreiber aus.

Mit Spiele-Apps Geld verdienen

Für viele Menschen sind sie schon tägliche Begleiter auf dem Smartphone oder Tablet: Spiele-Apps, die zum Gehirnjogging einladen, Wartezeiten verkürzen oder die Freizeit bereichern. Und immer mehr Nutzer sind bereit, für diese Spiele auch zu bezahlen. Für Produktionsstudios und Spieleentwickler gilt es hier, das richtige Modell zur Monetarisierung ihrer Spiele-Apps zu finden. Umsätze lassen sich beispielsweise generieren durch:

  • Verkauf der Spiele-App, wobei der Nutzer einmalig zu Beginn meist eine kleine Summe zahlt.
  • Vergabe von Spiele-App-Abonnements, bei denen die Anwender regelmäßig – meist monatlich – einen kleinen Subscription-Beitrag bezahlen.
  • In-App- oder In-Game-Käufe: Hier ist die Spiele-App zunächst kostenlos als Free-to-Play-Version zu haben. Umsätze werden erst dadurch generiert, dass sich die Spieler durch Micropayments zusätzliche kostenpflichtige Features – wie beispielsweise für die Individualisierung und Ausstattung ihrer Spielfigur – herunterladen.

Die Subscription-Modelle und In-Game-Käufe gelten als hoch lukrativ, wenn Apps gut im App-oder PlayStore positioniert sind und die Kundenbindung ausreichend stark ist. Um die nötige Kundenbindungsrate aufrechterhalten zu können, müssen Spiele-Apps jedoch eine Reihe von Anforderungen erfüllen:

  • Abdeckung eines breiten Spektrums an Geräten: Tablets und Smartphones gibt es in unzähligen Varianten, und das nicht nur von Samsung oder Apple. Auch Huawei, Oppo Xiaomi drängen verstärkt in den Markt. Hinzu kommt Levono als starker Konkurrent im Tablet-Bereich. All diese Hersteller nutzen teils unterschiedliche Bildschirmformate, Betriebssysteme und Hardware.
  • Neue User-Gruppen: Laut einer Studie von App Annie sind die meisten Nutzer von Mobile Games über 25 Jahre alt. Aber auch die 16 bis 24-Jährigen sind aktiv und dadurch, dass Mobile Games keine spezielle Hardware benötigen, hat sich die Nutzerspanne mit Blick auf das Alter in beide Richtung erweitert. Entsprechend unterschiedlich ist auch der Wissensstand um die Nutzung beziehungsweise das Gameplay. Entwickler sollten hier darauf achten, dass die Steuerung für alle Altersgruppen intuitiv gestaltet wird.
  • Lokale Herausforderungen: Spiele müssen in unterschiedlichen Märkten funktionieren. Doch dafür muss bei der Lokalisierung auf kulturelle und sprachliche Hintergründe Rücksicht genommen werden. Nicht nur sprachliche Übersetzungen müssen penibel geprüft werden. Auch die Lokalisierung von Humor oder bestimmten Gesten kann entscheidend dafür sein, ob das Mobile Game bei Nutzern Gefallen findet.

Spiele-Anbieter, die mit ihren Apps erfolgreich Umsatz machen wollen, sollten deshalb dafür sorgen, dass ihre mobilen Games überall auf dem Planeten funktionieren, sonst springen ihre Spieler ab und es heißt in kürzester Zeit „Game over“.

Vereint gegen Bugs

Games-Entwickler stehen vor der Herausforderung, oft in kurzen Produkt- oder Feature-Zyklen, Spielszenarien zu entwickeln. Die Konkurrenz ist groß und der Markt sehr schnelllebig, denn Spieler wollen immer neue Herausforderungen, Features und Level. Eine große Aufgabe, bei der unter Zeitdruck kleine und große Bugs leicht mal übersehen werden können. Wie lässt sich also sicherstellen, dass eine mobile Spiele-App in einer großen Bandbreite von Szenarien weltweit reibungslos läuft?

Natürlich testet jeder Anbieter neu entwickelte oder aktualisierte Spiele-Apps, bevor er sie seinen Nutzern anbietet. Diese Tests werden in der Regel automatisiert vorgenommen und prüfen beispielsweise die Performance, die Funktionen sowie Ladezeiten. Gleiches gilt für Regressionstests, bei denen Änderungen im Code nachvollzogen werden. Reine Test-Automation, die Entwickler In-House vornehmen, können allerdings die Vielfalt der Nutzer in der realen Welt nicht ausreichend abbilden. Die Fehlergefahr ist hoch und nicht zuletzt mit großem Enttäuschungspotenzial in der Spiele-Community verbunden. Es kommt deshalb darauf an, neue Spiele-Apps oder neue Features in verbreiteten Games unter echten Bedingungen zu testen. Dafür treue Kunden und passionierte Gamer heranzuziehen und ihnen den Zugang zu Beta-Versionen zu ermöglichen, ist ein beliebtes Mittel. Allerdings sind sie nur Teil der Lösung. Spielern geht es in erster Linie um das Gaming-Erlebnis, sprich Grafik, Steuerung, Storyentwicklung und die spielerische Herausforderung. Für professionelles Testing sollten jedoch weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Eine Möglichkeit liegt im Crowdtesting: Bereitgestellt durch spezialisierte Dienstleister vereint es weltweit eine Vielzahl von echten Nutzern in einer Tester-Community im Kampf gegen kleine und große Bugs und unterstützt Anbieter von Spiele-Apps so beim Ausmerzen von Fehlern. Ein Vorteil: Aus der Crowd lassen sich dezidierte Gamer als Tester einsetzen, die nicht nur einen professionellen Tester-Hintergrund, sondern meist auch jahrelange Erfahrung im Gaming-Bereich mitbringen und sich in der Regel auch auf bestimmte Arten von Spielen spezialisiert haben.

Mit Crowdtesting aufs nächste Level

Durch Crowdtesting lassen sich folgende Aspekte von Spiele-Apps systematisch überprüfen und kontinuierlich verbessern:

  • Funktionalität: Läuft eine Spiele-App reibungslos? Wurden die neuen Features erfolgreich implementiert?
  • Lokalisierung: Funktioniert die App in allen Kulturen, an allen Orten mit ihren Währungen und im Einklang mit den lokalen Gesetzen?
  • Payments: Wie arbeitet die App – jenseits von Sandboxes – mit echten Nutzern und Konten, mit verschiedenen Zahlungsmethoden, Finanzdienstleistern und ist sie compliant mit den jeweiligen lokalen gesetzlichen Rahmenbedingungen?
  • Usability: Welches Spielerlebnis haben die Testnutzer aus aller Welt? Und wie variiert es?

Durch die Vielseitigkeit der Crowdtester kann in den Testzyklen eine hohe Bandbreite an Situationen und Szenarien abgedeckt werden – mit verschiedensten demografischen Profilen, Geräten, Sprachen und Nutzungsweisen an unterschiedlichsten Standorten. Diese spezifischen Testergruppen geben qualifiziertes und objektives Feedback direkt aus dem Testbetrieb. Ein Feedback, das für Spiele-Anbieter äußerst wertvoll ist, um beste User Experience für ihre Spiele-Communities weltweit zu erreichen – und nicht zuletzt, um ihre In-App- und In-Game-Umsätze anzukurbeln.

Über den Autor:

Jan Wolter leitet als General Manager für Applause den europäischen Geschäftsbereich und ist verantwortlich für den Ausbau des Unternehmens im europäischen Markt. Er verfügt über jahrelange Erfahrung in der Umsetzung und Skalierung von innovativen Softwaretesting-Lösungen für Unternehmen verschiedenster Branchen und Größenordnungen. In unserem Fragebogen gab er bereits Einblicke, welche Apps er privat nutzt und wo er das Thema Mobile in 5 Jahren sieht.

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