Free Now: Wie sich der MyTaxi-Nachfolger zum Uber-Konkurrenten wandelt.

Free Now vermittelt nicht länger nur Taxis, sondern auch Mietwagen mit Chauffeur (Bild: PR)

Rätsel gelöst: Was war die Häme groß, als die überaus bekannte Taxi-Bestell-App MyTaxi Anfang Juli in „Free Now“ umbenannt wurde. „Die Umbenennung von MyTaxi ist die merkwürdigste Entscheidung der Marketinggeschichte“, kommentierte etwa Sebastian Matthes im „Handelsblatt“ und motzte: „Marketingexperten sollte man nicht zu viel nachdenken lassen.“ Doch mit dem nun vorgestellten neuen Service „Free Now Ride“ wird deutlich, dass das ehemalige MyTaxi eben nicht mehr nur lizensierte Taxis vermitteln will, sondern auch Mietwagen mit Chauffeur – was nichts anderes heißt, als dass hier gerade ein neuer deutscher Uber-Konkurrent entsteht. Vor kurzem bereits in Hamburg gestartet, ist der Service seit Mittwoch auch in Berlin verfügbar – mit zunächst 700 angeschlossenen Fahrern. Weitere Städte, u.a. Frankfurt am Main, sollen in Kürze folgen.

Kritik aus Taxibranche

Innerhalb des Taxigewerbes stößt Free Now, das bisher darum bemüht war, sich als Vertreter der etablierten Taxibranche zu positionieren, nun auf harsche Kritik. Das Unternehmen, das mittlerweile BMW und Daimler gehört, „versuche panisch, Uber hinterherzulaufen“, zitiert der „Tagesspiegel“ Michael Müller, den Präsidenten des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP. Free Now Ride werde „zu mehr Verkehr und weiteren Staus in den Innenstädten führen“, glaubt er.

Taxis weiterhin Teil der Firmen-DNA

Doch Free Now versucht abzuwiegeln: Die Vermittlung von Taxis sei weiterhin „ein wichtiger Bestandteil der Firmen-DNA“, heißt es in einer Pressemitteilung von Free Now. „Wir verstehen uns als faire, europäische Alternative zu internationalen Wettbewerbern, die teils aggressiv auch auf den Berliner Markt drängen. Diesen Markt werden wir ihnen nicht überlassen, sondern als Multiservice-Anbieter gemeinsam mit allen angeschlossenen Fahrern und Unternehmern neue Angebote für unsere Fahrgäste entwickeln. Das gilt nicht nur für unseren neuen Mietwagen-Service, sondern auch für das Taxigewerbe“, betont Free Nows Deutschlandchef Alexander Mönch. Mit Free Now Ride wolle man vor allem eine preissensible Zielgruppe ansprechen. Anders als mit offiziellen Taxis unterliegen Mietwagen mit Fahrer keiner Preisregulierung.

Verschmelzung von Taxi- und Mietwagen-Geschäft

„Langfristig sollen Taxi- und Mietwagengewerbe zu einem neuen Verkehrstyp miteinander verschmelzen, der das Beste aus beiden Welten ineinander vereint und mit preislichen Ober- und Untergrenzen arbeitet, in deren Rahmen sich die Anbieter bewegen können“, sagt Mönch laut „Tagesspiegel“. Er hat also das politische Ziel, das Personenbeförderungsgesetz zu ändern.

Lesetipp

Lesen Sie zum Thema auch den Gastbeitrag Der Krieg um die Personenbeförderung: Warum das Taxi im Interesse der Verbraucher einen Schutz verdient von Markus Burgdorf (Taxi Deutschland).

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