Smartphones für Kinder – ein Thema, viele Unsicherheiten.

Wann ist mein Kind eigentlich reif für ein Smartphone? Wie lange darf es dann spielen und welche Modelle sind am besten geeignet? Fragen, die viele Eltern verunsichern. Mit anderen darüber zu sprechen ist schwer, weil man häufig verständnislose Blicke bekommt, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, seinem Kind das zu erlauben. Die Kleinen sollen doch lieber in der Natur spielen, basteln und die Welt frei von Technik entdecken. Hilfestellungen für Eltern bietet die Initiative „Schau hin – was dein Kind mit Medien macht“.

Eltern kennen es: man spielt gerade an seinem Smartphone, schaut ein Video – und da kommt die Frage der Kleinsten „Darf ich auch mal?“. Meist fängt es schon bei Kleinkindern mit Filmen, Serien oder Hörspielen auf dem Handy an und geht schnell weiter Richtung der – natürlich pädagogisch wertvollen – Kinder-Apps. Auch ich selbst setze das Smartphone gezielt zur Digitalen-Selbstverteidigung in Wartezimmern und Restaurants ein. Eigentlich sollten die Tischnachbarn so dankbar sein wie meine Kinder, aber nicht selten bohren sich verächtliche Blicke in den Nacken. Ich fühle mich jedenfalls wohler, wenn die beiden nicht wie Nele und Mats, die beiden anderen Kinder, um die Tische der anderen Gäste rennen und fangen spielen.

Die Medienratgeber-Initiative des Bundesfamilienministeriums „Schau hin!” empfiehlt, dass Kindern bis zum fünften Lebensjahr nur gelegentlich eine halbe Stunde Bildschirmzeit erlaubt werden sollte und das auch am besten gemeinsam mit den Eltern. Ähnlich wie bei anderen Erziehungsfragen gibt es keine strikten Altersregelungen, sondern es kommt auf die Entwicklung und Fähigkeiten des Kindes an.

Ein eigenes Smartphone sollten die Kinder nicht vor dem elften Lebensjahr haben. Schau hin! empfiehlt auch hier „Goldene Regeln“, auf die man achten sollte. Etwa welcher Tarif in Frage kommt, welche Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden sollten oder wie man Kostenfallen vermeidet.

Darüber hinaus gibt es eine wirklich umfangreiche Sammlung an Themen, die sicher viele Eltern beschäftigen. Was hat es mit dem Fortnite-Hype auf sich? Wie lange am Tag sollte mein Kind maximal Medien nutzen? Worauf muss ich bei Smart-TVs achten? Wie richte ich Instagram sicher ein? und so weiter. Konkrete Tipps für die Wahl des richtigen Smartphones für Kinder hat „Die Welt“ in diesem Artikel zusammengetragen.

Wie so oft dürfte bei dem Thema vermutlich die Erkenntnis greifen „Die Menge macht das Gift“. Bevor man sich mit dem Smartphone-Verhalten der eigenen Kinder auseinandersetzt, sollten die Eltern auch die eigene Vorbildwirkung auf den Prüfstand stellen und sich gemeinsam verständigen, wie sie selbst damit umgehen. Gerade auf Spielplätzen lässt sich gut beobachten, dass die meisten Eltern ihre Kinder nicht mehr im Blick haben, weil sie selbst auf das Smartphone starren. In Österreich haben sich zwischen 2008 und 2015 die Unfälle auf Spielplätzen von Kindern unter fünf Jahren mehr als verdreifacht. Natürlich kann ein direkter Zusammenhang zur Smartphone-Nutzung der Eltern nicht nachgewiesen werden, aber naheliegend ist es mit den Praxiserfahrungen schon.

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